Mal nicht in Aktion, sondern ganz entspannt :Tausendsassa Bernd Reisig auf seiner Lieblingsbank. Natürlich mit seinem Hund, der Tiger heißt.
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Mal nicht in Aktion, sondern ganz entspannt :Tausendsassa Bernd Reisig auf seiner Lieblingsbank. Natürlich mit seinem Hund, der Tiger heißt.

Lieblingsplatz

Riederwald: Ein Mann, sein Hund und eine kühle Bank

  • Anna Grösch
    vonAnna Grösch
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Entspannung beginnt für Bernd Reisig vor der HaustürSechs Wochen Sommerferien, die man in der Stadt verbringt, können ganz schön lang werden. Täglich stellen wir deshalb einen Lieblingsort in der Stadt vor. Heute nimmt uns Bernd Reisig mit.

Der liebste Ort von Frankfurter Lokalmatador Bernd Reisig ist nicht etwa ein Fußballstadion, auch keine Konzerthalle oder Bühne. Nicht mal ein Studio. Er ist wesentlich unspektakulärer, ruhiger, grüner. Der Riederwald nämlich, unweit von seinem Haus im Stadtteil des Frankfurter Ostens. "Geboren und aufgewachsen bin ich in Zeilsheim", erklärt Reisig bei einem Glas Saft im weitläufigen Garten seines Hauses. Über 30 Jahre lang hat er auf der Berger Straße gelebt, dann war ihm nach einer ruhigeren Gegend. "Ich habe ein hektisches Leben und habe einen Gegenpol gebraucht."

Hektisch ist das Leben des 57-Jährigen tatsächlich. Ob er Sportler managt, Fußballvereine oder Musiker, der Stadt Frankfurt ist Reisig treu geblieben. Zumindest in Teilzeit. Auf Mallorca hat er ein zweites Haus. Dort lässt sich sicherlich Entspannung und Erholung finden, dafür muss Reisig aber erst mal in ein Flugzeug steigen. Für seine Ruheoase in Frankfurt muss er nicht so weit reisen, nicht einmal weit gehen. Der Wald ist nah, nach einem kurzen Fußweg gelangt Reisig zu seiner Lieblingsbank im Riederwald. "Ich gehe hier gerne und viel spazieren." Begleitet wird er dabei oft von Hund Tiger, einem schwarzen Havaneser. Der ist aufgeregt, springt um Reisig herum, inspiziert die Blätter und Bäume in seinem Wald genau. "Ich mag die Erdigkeit des Riederwalds", erzählt sein Herrchen weiter. "Hier ist man nicht so etepetete oder hochnäsig." Das Westend als Wohnort wäre nichts für ihn, sagt er, im Riederwald gefällt es ihm besser. Den hektischen Arbeitsalltag kann er dann aber wohl doch nicht ganz hinter sich lassen - aber zumindest etwas schöner machen. "Ich lese hier viel, bereite meine Sendung vor", erzählt Reisig. Seine Talkshow "Bembel und Gebabbel", in der unterschiedliche Gäste sich mit Reisig auf einen oder mehrere Äppler treffen, ist mittlerweile Kult.

Viele Vögel gebe es im Riederwald zu sehen und zu hören, auch jede Menge Fledermäuse seien unterwegs. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir einen großen Bussard hier haben", berichtet Reisig weiter. So nah an der Natur zu leben, gefällt ihm. Hund Tiger offensichtlich auch, der beim Fototermin von der Bank springt und begeistert beginnt, am Boden nach Fährten zu schnüffeln. Im Sommer halten die Bäume im Wald das Plätzchen kühl.

Die Autobahn hört man fast nicht

"Man hat eher das Gefühl, das ist der Bayrische Wald, obwohl man mit der U-Bahn in ein paar Minuten in der Innenstadt ist", sagt Reisig. Nicht weit weg liegt die vielbefahrene A661. Ein Störfaktor für die Ruhesuchenden im Wald, könnte man meinen. Tatsächlich hört man den Lärm der Autobahn hier aber nur gedämpft. "Das stört mich überhaupt nicht. Wenn der Wind günstig steht, hört man fast nichts."

Was Reisig sonst so in seinem Riederwald tut, wenn er nicht gerade arbeitet? "Hier sitzen", sagt er und grinst, "Leute beobachten." Besonders bei den Gassi-Geh-Zeiten morgens oder am späten Nachmittag gebe es von denen jede Menge zu sehen. Ob er denn plane, irgendwann noch einmal woanders in Frankfurt zu wohnen, als im Riederwald? Die Antwort ist klar. "Nein. Hier tragen sie mich mit der Kiste raus." anna grösch

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