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Turnier auf dem frisch renovierten Feld an der Wolf-Heidenheim-Straße/Am Seedamm.

Rödelheim

Rödelheim: Ohne Hubbel kicken

Beim Bolzplatz-Cup spielen Kinder und Jugendliche auf dem erneuerten Bodenbelag. Die Fläche an der Ecke Wolf-Heidenheim-Straße/Am Seedamm wurde für mehr als 30 000 Euro saniert.

Endlich rollt der Ball wieder: Und wie. Der Bolzplatz, an der Ecke Wolf-Heidenheim-Straße/Am Seedamm, hat kürzlich einen neuen Bodenbelag bekommen. In Giftgrün erstrahlt der Platz aus Kunststoff-Granulat, der inmitten einer Wohnsiedlung im Westen Rödelheims liegt. Im Hintergrund ist der alte Wasserturm zu sehen.

Der zwölfjährige Eren fegt noch schnell Laub zur Seite, bevor am Dienstag der „Bolzpplatz-Cup“ beginnen kann, den die offene Kinder- und Jugendeinrichtung „Raum“ traditionell zum Start der Sommersaison sowie am Ende veranstaltet. Währenddessen teilen sich die Kleinsten in Mannschaften auf. Dreimal pro Woche kämen Lulia und Katy von den „Unicorn-Girls“ (Einhorn-Mädchen) zum Kicken vorbei, berichten die beiden Neunjährigen, die in der Siedlung wohnen. „Ich mag es mit meinem Bruder und Vater Fußball zu spielen“, sagt Lulia. „Ich bin echt oft da“, berichtet Eren, der freiwillig einen Besen in die Hand genommen hat. Er sei froh, dass der Platz, auf dem neben Fußball auch Basketball gespielt werden kann, erneuert worden sei. „Mitten auf dem Feld war ein Hubbel“, sagt der Junge und zeigt die Stelle. Nun ist der Platz wieder komplett eben.

„Auf den Tag genau vor zehn Jahren ist er eröffnet worden“, sagt Quartiersmanagerin Heike Hecker und fügt lachend hinzu: „Hier wird zu viel gespielt“. Daher hätte der Belag ausgetauscht werden müssen. Das sei aber im Schnitt auch der normale Abnutzungs-Zeitraum, habe ihr die Firma, die den Belag verlegt hat, erklärt. Mehr als 30 000 Euro hat die Erneuerung gekostet, die der Ortsbeirat, das Grünflächen- und Planungsamt finanziert haben.

Vor einer Dekade hat die Sanierung des Platzes 110 000 Euro verschluckt. Damals war aus einem Ascheplatz der künstliche Hartplatz entstanden. Und weil der Platz so nah an die benachbarten Wohnblöcke reicht, seien „lärmgedämmte Ball-Fangzäune“ hinter beiden Toren errichtet worden, berichtet Hecker. „Nachbarschaftsverträglich und gut bespielbar“, sollte er sein.

Heiko Lüßmann, Leiter des „Raum“-Kinder- und Jugendtreffs der Evangelischen Cyriakusgemeinde, erinnert sich noch, in welch schlechtem Zustand der Ascheplatz war, auf dem die ersten Bolzplatz-Turniere stattfanden. „Im Sommer war er staubtrocken, und im Winter zu matschig“, sagt Lüßmann. Doch auch der Boden des neuen Platzes hatte irgendwann seine Macken, sodass es im letzten Jahr wegen Verletzungsgefahren gar keine Bolzplatz-Turniere gegeben habe.

Die Jugendlichen hätten sich jedoch – begleitet durch seine Einrichtung – darum bemüht, einen neuen Belag zu bekommen. Der 13-jährige Ayoub etwa, der mit seinen Freunden Amir und Caner, eine Patenschaft für den Platz übernommen hat und sich um dessen Pflege kümmert, war im Ortsbeirat und hatte den Wunsch der Jugendlichen vorgestellt. „Der Platz ist uns wichtig“, sagt Ayoub. Für Eltern und Geschwister sei er schon Treffpunkt gewesen, ergänzt Kumpel Caner.

Um eine Sache wollen sich die jungen Ehrenamtlichen aber noch kümmern. Als Eren, gemeinsam mit einem Sozialarbeiter Linien für Strafraum und Elfmeterpunkt mit Kreidespray und Kordel zieht, wird klar: Es müssen noch permanenten Spielfeld-Markierungen im Boden eingefärbt werden.

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