Monika Brück und Peter Feldmann enthüllen das Bild.
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Monika Brück und Peter Feldmann enthüllen das Bild.

Porträt von Wolfram Brück

Römer-Rathaus: Neues Bild für Ahnengalerie der Oberbürgermeister

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Zwölf Portraits von Frankfurter Oberbürgermeistern sind jetzt in der Wandelhalle des Römers zu sehen. Im Andenken an den im Juni 2016 verstorbenen Wolfram Brück wurde gestern ein Bildnis enthüllt.

Für Rheinländer ist der Rosenmontag heilig, in Köln regieren die Jecken und das öffentliche Leben steht fast still, schließlich will jeder den Umzug sehen. Die Angehörigen des ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeisters Wolfram Brück (CDU) sind gestern trotzdem sehr gern an den Main gekommen. „Heute wäre mein Bruder 80 Jahre alt geworden“, erklärte Gernot Brück (74). Es sei eine Ehre, dass ein Portrait seines Bruders in der Wandelhalle enthüllt werde und einen festen Platz in der Ahnengalerie der Oberbürgermeister habe. „Das schlägt den Rosenmontag “, sagte Gernot Brück.

Enthüllt wurde das Gemälde von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Monika Brück. Ihr Mann – von 1986 bis 1989 Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt – war im vergangenen Juni gestorben. Gemalt hat das jetzt enthüllte Portrait der Kölner Toni May im Jahr 2002. Brück hatte ihn darum gebeten, zwei Jahre später verstarb der Künstler.

Präzise wie ein Uhrwerk

„Auf dem Bild ist ein selbstbewusster und aufrechter Mann zu sehen“, sagte Feldmann in seiner Ansprache. Große Gesten seien nicht das Naturell von Brück gewesen. Auch mit seiner korrekten Art seien viele Menschen nicht klar gekommen. „Sein Wegbegleiter Hilmar Hofmann hat sein Wesen einmal mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks verglichen“, so Feldmann.

Der Jurist Brück begann seine Karriere 1966 als Gerichtsassessor bei den Landgerichten Köln und Koblenz und unterstützte 1974 als wissenschaftlicher Mitarbeiter den Guillaume-Untersuchungsausschuss. Nach der gemeinsamen Zeit in Bonn hatte ihn der neu gewählte Oberbürgermeister Walter Wallmann (CDU) als Dezernent für Personal, Organisation und Recht nach Frankfurt am Main geholt. Von 1978 bis 1986 war er Kreisvorsitzender der CDU. Am 14. August 1986 wurde Brück dann als Nachfolger von Wallmann zum OB gewählt.

Hatte Brück als Personal- und Rechtsdezernent die Verwaltung bürgernah umgebaut, widmete er sich als OB dem Ausbau Frankfurts als Verkehrs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum. Dem versierten Planungspolitiker ist auch die Realisierung markanter Hochhäuser, etwa des Messeturms, zu verdanken. Auch das Museumsuferfest wurde von ihm mit initiiert.

Nach dem Ende seiner Amtszeit als Frankfurter Oberbürgermeister zog Brück zurück nach Köln und arbeitet als Rechtsanwalt. Später übernahm er den Posten des Vorstandsvorsitzenden des Dualen Systems Deutschland AG. Diese Tätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung Ende 2002 aus.

Eine ehrliche Haut

Monika Brück beschreibt ihren Mann, mit dem sie sieben Jahre verheiratet war, als sozialen, sehr hilfsbereiten Menschen. „Er war ein toller Mensch“, sagt Gernot Brück über seinen großen Bruder. Die katholische Erziehung habe die Brüder geprägt. Wolfram sei immer gewissenhaft und geradlinig gewesen, habe sich nie verbogen und immer die Wahrheit gesagt. Diese direkte Art seien viele Menschen nicht gewohnt gewesen. „Er hat Idioten auch ins Gesicht gesagt, dass sie Idioten sind“, erinnert sich der Bruder. Er selbst habe nie ein Problem mit Wolfram gehabt. Er könne sich auch nicht daran erinnern, dass sie sich jemals so richtig gestritten hätten.

Als Politiker soll Brück aber offenbar ein anderer Mensch gewesen sein. Denn wie Feldmann erinnerte, sei er keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen. Dass sein Portrait nun in der Wandelhalle hängt, sieht der OB als Bereicherung. „So attraktiv der Kaisersaal ist – ich würde mir manchmal wünschen, dass mehr Besucher in die Wandelhalle kommen. Hier ist das Geschehen der aktuellen Stadt Frankfurt greifbarer.“

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