Eine Rose blüht mehr schlecht als recht. Ansonsten ist der Laubengang im Brentanopark kahl.
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Eine Rose blüht mehr schlecht als recht. Ansonsten ist der Laubengang im Brentanopark kahl.

Ärgernis

Rosenbogen in Rödelheim ohne Rosen

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Seit der Brentanopark vor zehn Jahren saniert wurde, blühen keine Blumen mehr am Laubengang. Ist die Notdurft der Hunde Schuld? Jetzt gab es einen Ortstermin mit den Stadtteilpolitikern.

Es ist ein jämmerliches Bild, das der Rosenbogen im Brentanopark, direkt neben dem beliebten Löwenspielplatz, seit einigen Monaten abgibt. Es sind lediglich ein paar wenige vereinzelte Rosen, die mühevoll versuchen, an den dünnen grünen Metallstäben empor zu klettern. Statt bunter Blütenpracht herrscht dort Tristesse. Kein Wunder, dass die Spaziergänger schnell unterwegs sind, statt den Weg zu genießen.

Hunde hingegen bleiben an dem kahlen Gestänge umso lieber stehen. Denn sie markieren dort gerne ihr Revier. Sprich, sie verrichten ihr kleines Geschäft. Und genau das, erklärte Ortsvorsteherin Michaela Will (SPD) in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Hausen) könnte einer der Gründe sein, warum die Rosen einfach nicht mehr anwachsen und gedeihen wollen. Obwohl sie das einst taten. Bis der Brentanopark von zehn Jahren saniert wurde. Seitdem ist der Rosenbogen einfach nur noch ein Bogen.

Und auch Experten sagen: Zuviel Hunde-Urin tut Pflanzen nicht gut. Denn aggressive Inhaltsstoffe greifen sie an. Gräser könne absterben, Bäume eingehen und Metall korrodieren. Vor allem dann, wenn sie damit dauerhaft in Berührung kommen.

Weil nicht nur die Bürger, sondern auch die Stadtteilpolitiker den aktuellen Zustand des Rosenbogens wenig attraktiv finden, gab es einen Ortstermin mit dem Grünflächenamt. Bei dem eben unter anderem mitgeteilt wurde, dass die Hunde nicht ganz unbeteiligt daran sein könnten. Eine Aussage, die Barbara David-Wege (Farbechte/Linke) allerdings nicht teilt. "Es ist ein großer Park, es gibt viele andere Ecken für die Vierbeiner. Kein Hund pinkelt an den Rosenbogen", sagte sie. Das sah Alexander Zollmann, Fraktionsvorsitzender der CDU, anders. "Es gibt Hunde, die gegen den Bogen pinkeln. Es sind aber auch viele Spaziergänger, die nicht pfleglich mit den Blumen umgehen", vermutete er.

Das sei auch bei dem Termin mit dem Grünflächenamt erwähnt worden, sagte Michaela Will. Immer wieder würden Rosen abgeschnitten oder -gerissen. Vor allem vor dem Muttertag im Mai sei das auffällig. Den Vorschlag, etwas anderes zu pflanzen, sah sie derweil etwas kritisch. "Wir wollen ja einen Rosen- und keinen Efeubogen", sagte die Ortsvorsteherin. Trotzdem sei es freilich wichtig, dass der Bogen wieder bewachsen sei. Auch weil der Laubengang im Sommer wertvollen Schatten werfe.

Das Grünflächenamt will jetzt einen letzten Versuch starten, um den Bogen doch wieder zum Blühen zu bringen. Mit bereits angezogenen Rosen. Ob das Erfolg hat? Da zeigten sich die Stadtteilpolitiker kritisch. Trotzdem zogen sie ihren interfraktionellen Antrag, der eine erfolgreiche Neugestaltung des Rosenbogens forderte, zurück. Eben weil das Grünflächenamt nun noch einen letzten Versuch starten will.

Trotzdem wird der Ortsbeirat auch in den kommenden Monaten ein wachsames Auge auf die Entwicklung haben. "Wir sollten dem Grünflächenamt diese Chance geben. Aber wenn in einem Jahr nichts passiert ist, dann holen wir unseren Antrag einfach wieder aus der Schublade", schlug Rosemarie Lämmer (fraktionslos) vor. Ein Vorschlag, der von ihren Kollegen einstimmig angenommen wurde.

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