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Zum Apfelweinfestival auf dem Roßmarkt kommen viele Besucher von weither ? wie Paulina (20) und Camilla (21) aus Köln.

Apfelweinfestival in Sachsenhausen

Vom Roßmarkt nach Alt-Sachsenhausen ?

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Seit nun mehr fünf Jahren gibt es das Apfelweinfestival auf dem Roßmarkt in der Innenstadt. Das würde die Junge Union Süd jetzt am liebsten ändern. Nach ihrer Ansicht gehört das Fest nach Alt-Sachsenhausen. Die Stadt sieht das allerdings anders.

Einmal im Jahr wird in Frankfurt dem Nationalgetränk, dem Ebbelwei, mit einem großen Fest, dem Apfelweinfestival, in der Innenstadt gehuldigt. Zentral auf dem Roßmarkt. Das wird auch in diesem Jahr wieder so sein, vom 12. bis 21. August. Allerdings muss das Fest auf die Hauptwache verlegt werden, weil der lange Zukunftspavillon des Architektursommers Rhein-Main zwischen Roßmarkt und Goetheplatz zu viel Platz weg nimmt.

Wenn es nach der Jungen Union Süd (JU) geht, dann gehört das Apfelweinfestival sowieso gar nicht in die Innenstadt sondern nach Alt-Sachsenhausen. Schon ab dem kommenden Jahr sollte das Fest verlegt werden, fordert die CDU-Nachwuchsorganisation jetzt von den Beteiligten. „Zu Ehren des bereits um das Jahr 1600 in Frankfurt nachgewiesenen Traditionsgetränks findet zu Recht einmal jährlich das Apfelweinfestival statt“, sagt die JU-Vorsitzende Anke Bernecke-Kaus. „An dieser Tradition möchten wir nicht nur festhalten, sondern den heimischen Bezug zum Apfelwein stärken.“

Kein anderer Ort in Frankfurt werde so eng mit dem Ebbelwei verbunden wie das Apfelwein-Viertel mitten in Sachsenhausen. Dort sei der Apfelwein zu Hause, dort werde die Frankfurter Tradition tagtäglich gelebt. Für die Junge Union ist es daher unverständlich, weshalb das Apfelweinfestival auf dem Roßmarkt stattfinde – oder der Hauptwache wie in diesem Jahr. „Anstatt das Apfelweinfestival, wie viele weitere Feste und Events, auf dem Roßmarkt stattfinden zu lassen, sollten wir das Festival aufgrund seiner besonderen Bedeutung für die Stadt und uns Frankfurter hervorheben“, sagt Bernecke-Kaus. „Um dem Apfelweinfestival den richtigen Charakter zu geben und nicht zuletzt die einzigartige Tradition des Getränks zu betonen, gehört das Apfelweinfestival nach Alt-Sachsenhausen. Die

Stärkung der Stadtteile

und die Betonung der Traditionen ist eine große Chance, die die Politik mit den Organisatoren nutzen muss.“

Für Organisator Thomas Feda, Chef der städtischen Tourismus- und Congress GmbH, kommt dies allerdings nicht in Frage. „Wir werden an unserem Konzept festhalten“, sagt er. So sei es vom Stadtparlament vor Jahren beschlossen worden. „Wir waren uns von Anfang an sicher, dass das Festival an einem sehr zentralen Platz stattfinden muss, deshalb haben wir uns für den Roßmarkt entschieden“, sagt er. Das habe sich bewährt. Im vergangenen Jahr haben 120 000 Menschen das zehntägige Fest besucht. Im Jahr zuvor waren es sogar noch mehr. „Die Idee ist Schwachsinn“, sagt auch Steffen Ball, Geschäftsführer des Verbands der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien. Das Fest wäre in dieser Form, mit seiner Marktplatz-Atmosphäre, in Alt-Sachsenhausen nicht darstellbar. „Dort gibt es nicht genug Platz“, sagt Ball. „Außerdem wollen wir mit dem Fest Touristen, Fremde und In-die-Stadt-Geher ansprechen, denen wir den Ebbelwei nahe bringen wollen. In Alt-Sachsenhausen kennt den doch jeder.“

Wo genau sie sich das Apfelweinfestival vorstellen könne, konnte Bernecke-Kaus nicht sagen. „Es wird aber die Chance verpasst, die kulturelle Vielfalt der Stadtteile entfalten zu lassen und zu präsentieren. Der Frankfurter Süden darf nicht abgehängt werden“, so die JU-Vorsitzende. „Das Ebbelwei-Viertel in Sachsenhausen bietet die ideale Kulisse, um das Apfelweinfestival durchzuführen.“ Gemeinsam mit lokalen Keltereien und Frankfurter Apfelweinwirtschaften könne dort „ein unvergleichliches Festival“ entstehen.

Das sieht Uli Schlepper von der Initiative Alt-Sachsenhausen ähnlich. „Alles, was Alt-Sachsenhausen einen Auftrieb gibt, ist super. Das Fest würde dem Viertel gut tun.“

(jlo)

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