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Flughafen Frankfurt: Sensoren im Boden machen es illegalen Dauerparkern schwer

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Von: Stefanie Wehr

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Auf dem Parkplatz Gateway Gardens darf man 60 Minuten kostenlos parken. Auf dem Boden sind gelbe Sensoren angebracht, die die Überschreitung der Parkzeit anzeigen.
Auf dem Parkplatz Gateway Gardens darf man 60 Minuten kostenlos parken. Auf dem Boden sind gelbe Sensoren angebracht, die die Überschreitung der Parkzeit anzeigen. © Hamerski

Sensoren messen seit kurzem die Parkzeit im Business-Viertel am Flughafen. Knöllchen gibt es für die, die länger als eine Stunde parken.

Frankfurt - Im Geschäftsviertel Gateway Gardens in der Nähe des Frankfurter Flughafens haben illegale Dauerparker keine Chance mehr. Seit Kurzem sind die Parkplätze neu markiert und einzeln mit Sensoren im Boden ausgestattet. Die gelben "Knubbel" registrieren, wenn ein Auto auf ihnen parkt, und vor allem, wie lange: Steht ein Auto länger als 60 Minuten, meldet der Sensor dies an eine App, die einen Kontrolleur informiert, der sich in der Nähe befindet. Der Mitarbeiter der Firma "Park & Control" eilt herbei und schreibt ein Knöllchen: 30 Euro oder mehr werden bei Überschreiten der erlaubten Parkdauer fällig. Die erlaubte Stunde Parkzeit selbst ist kostenlos.

56 Parkplätze in den nach Pilotinnen und Piloten benannten Straßen des Business-Stadtteils verfügen bis jetzt über die Sensoren. Damit hat sich ein Problem gelöst, nämlich, dass Ortsfremde, die im Viertel ihre Autos abstellen, in die S-Bahn Richtung Flughafen steigen und in den Urlaub fliegen, die Parkplätze blockieren. Diese Wildparker, die die hohen Parkgebühren am Flughafen umgehen wollen, sind deutlich weniger geworden, berichtet Boris Kupke, Prokurist bei der Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens, die von den Projektentwicklern Groß & Partner und OFB sowie der Fraport getragen wird.

Parkplätze in Gateway Gardens: Parkbuchten werden schneller frei

Kupke hat das Parkprojekt schon vor zwei Jahren initiiert, weil dringend eine Lösung gefunden werden musste, um das zugeparkte Viertel zu entlasten. Lieferfahrzeuge konnten teilweise schon nicht mehr halten, weil selbst Einfahrten zugestellt wurden. Sogar Busse parkten verbotenerweise dort. "Die Sensoren sind eine super Lösung, wir haben das Problem in Griff bekommen", freut sich Kupke. "Zudem trägt sich das Projekt selbst: Die Kosten für die Kontrollen decken sich in etwa mit den Gebühren, die bei den Falschparkern fällig werden."

Weiterer Vorteil: Dadurch, dass nur eine Stunde lang geparkt werden darf, herrscht eine höhere Fluktuation, Parkplätze werden schneller wieder frei und wer einen Stellplatz sucht, wird öfter fündig als früher. Im Viertel gibt es Geschäfte, Hotels und Restaurants, die von Kurzzeitparkern gern angesteuert werden. Wer in Gateway Gardens arbeitet, verfügt ohnehin über einen Stellplatz in der Garage oder im Parkhaus. "Durch die Senoren konnten wir feststellen, dass wir auf den 56 Parkplätzen am Tag 1200 Bewegungen haben, oft sogar mehr." Vor allem den Gastronomen kommen die neuen Parkplätze zugute. Auch von den Kunden würden die Regeln akzeptiert, Beschwerden habe es noch keine gegeben.

Ob sich die Sensorenlösung auf andere Straßen in Frankfurt anwenden ließe, ist derzeit noch fraglich. Denn der Stadtteil auf dem ehemaligen Wohngebiet des US-Militärs wurde nach dem Wegzug der Amerikaner in einer Public-private-Partnership entwickelt. So kommt es, dass die Straßen Privatstraßen sind, die der Öffentlichkeit aber wie normale Straßen zugänglich sind.

Parkplätze in Gateway Gardens: Potenzial für andere Stadtteile

Vor allem deshalb ließen sich die Park-Sensoren problemlos realisieren. Die Kontrolle und Ahndung der Parkverstöße konnte, weil privat und nicht von der öffentlichen Hand beauftragt, einem externen Dienstleiter übertragen werden - ähnlich wie auf Supermarkt-Parkplätzen, wo Kameras registrieren, wie lange jemand parkt. "Wir wollten aber auf keinen Fall Kameras, allein aus datenschutzrechtlichen Gründen", erklärt Kupke.

Der Prokurist sieht dennoch Potenzial für das übrige Stadtgebiet. "Die Sensoren sind in der Anschaffung nicht teuer, bei uns sind sie sogar solarbetrieben", erklärt er. Die Strafzettelvergabe könnte auch vollautomatisch funktionieren, das Personalproblem der Ordnungskräfte wäre gelöst. "Wir leben im 21. Jahrhundert. Vieles ist möglich."

Interessant dürfte ein solches Parksystem für Straßen in Niederrad und Sachsenhausen sein, die ebenfalls oft von Dauerparkern zugestellt werden, die den Anwohnern die Parkplatzsuche schwer machen.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass Frankfurt durch die Corona-Pandemie deutlich weniger Bußgeld eingenommen hat. (Stefanie Wehr)

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