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Die Bauarbeiten in der Königswarter Straße gehen voran. Deshalb glaubt Gunnar Sevecke, dass der Neubau im Januar 2018 fertig ist.

Neubauten werden errichtet

Rotkreuz-Kliniken wachsen

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Ihre beiden Standorte modernisieren die Rotkreuz-Kliniken in den kommenden Jahren. An der Königswarterstraße haben die Arbeiten bereits begonnen. Ende 2017, Anfang 2018 soll es dann voraussichtlich an der Scheffelstraße losgehen.

Rasante Fortschritte haben die Bauarbeiten in den vergangenen Monaten an der Königswarterstraße gemacht. Mittlerweile ist die 1175 Quadratmeter große Bodenplatte gegossen worden (siehe auch „Info“). Jetzt kann der Neubau des kardiologischen Zentrums endlich in die Höhe wachsen. 15 Meter soll der drei Stockwerke hohe Komplex bei Inbetriebnahme dann einmal messen.

Gunnar Sevecke, Geschäftsführer Finanzen und Strategie der Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser, ist jedenfalls zuversichtlich, dass der Neubau im Januar 2018 bezugsfertig ist. Die Arbeiten seien bislang planmäßig gelaufen, sagt er. Bauphase eins sei abgeschlossen, im Mai dieses Jahres soll die Fertigstellung des Rohbaus Phase zwei ihren Abschluss finden sein. In einem letzten Schritt seien dann Innenausbau und -ausstattung dran.

13,6 Millionen Euro betragen die Baukosten – damit hätten sich die Kosten gegenüber der Kalkulation um 200 000 Euro erhöht. Nach Seveckes Angaben sei dies einer geringfügigen Umplanung geschuldet. Ursprünglich hätte im Untergeschoss des Neubaus die Radiologie einziehen sollen. Doch angesichts des enormen Parkdrucks im Viertel sei einer Tiefgarage mit 32 Stellplätzen der Vorzug gegeben worden. „Die Tiefgarage ist öffentlich, wird aber nicht rund um die Uhr, sondern von 6 bis 22 Uhr geöffnet sein“, erklärt Sevecke.

Die Nachbarn wird’s sicher freuen. Ohnehin nehmen die Rotkreuz-Kliniken Rücksicht auf deren Wohlergehen. So wird in den kommenden Tagen eigens eine drei Meter hohe Schallschutzmauer um die Baustelle errichtet. Eine Bauhotline sowie eine E-Mail-Adresse wurden geschaltet, damit sich Nachbarn informieren und auch beschweren können. Die Baumaßnahme selbst war den Anwohnern bei einer Informationsveranstaltung im Januar 2016 vorgestellt worden.

Durch den Neubau ergäben sich Synergieeffekte. „Das Krankenhaus der kurzen Wege ist dann Realität“, sagt Sevecke. In dem Komplex wird das kardiologische Zentrum integriert, das eng mit der Klinik Rotes Kreuz kooperiert und bislang noch in der Pfingstweidstraße zu finden ist. Ein Schwerpunkt im kardiologischen Zentrum bildet die Behandlung von Patienten mit Herz-Rhythmus-Störungen. In die erste Etage kommt die Praxis, in den zweiten Stock ziehen die Kathederlabore samt Intensivstation. In einem aufgesetzten Staffelgeschoss ist die komplette Technik untergebracht.

Am Standort an der Scheffelstraße können die Arbeiten am Neubau erst später als ursprünglich geplant starten – voraussichtlich Ende 2017/Anfang 2018 soll es losgehen. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen, haben ein Bodengutachten in Auftrag gegeben und auf dessen Grundlage dann nochmals umgeplant“, erklärt Gunnar Sevecke. Jetzt werde eine andere Wanne verwendet, um ausschließen zu können, dass Grundwasser eindringt. Denn im Keller des Gebäudes soll die Zentralsterilisation untergebracht werden. Die Mitarbeiter dieser Station kümmern sich unter anderem um Reinigung und Desinfektion des OP-Bestecks. „Wenn diese Station stillsteht, geht auch im Operationssaal nichts“, weiß der Geschäftsführer. Drei bis vier Mitarbeiter sollen künftig auf der Station beschäftigt sein.

An der Scheffelstraße ist die Orthopädie der Schwerpunkt. Bislang sind dort aber nicht alle Operationssäle gleich ausgestattet, so dass nicht jeder Saal für jeden Eingriff genutzt werden kann. Die Modernisierung soll die Grundlage dafür schaffen, dass vier gleichwertige Operationssäle vorhanden sind. Auch deren Ausstattung im ersten Stock des Gebäudes wird komplett neu angeschafft, so dass diese auf dem neusten Stand ist. Um beispielsweise den höchsten Standard bei der Frischluftzufuhr garantieren zu können, greifen die Rotkreuz-Kliniken tief in die Tasche: Pro OP-Saal fallen jeweils 50 000 Euro Mehrausgaben an. Doch damit ist es nicht getan. „Die Pumpen benötigen auch mehr Strom“, erklärt Sevecke.

Der Neubau wird als Anbau an das bestehende Klinikgebäude errichtet – und zwar direkt anschließend an die jetzige Cafeteria. Diese bezieht dann wieder das Erdgeschoss im Neubau. Wie viel die Baumaßnahme kostet, das kann Sevecke zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Wir rechnen noch.“ Unklar ist auch, wie viel Zuschüsse es für den Neubau an der Königswarterstraße vom Land Hessen gibt. Normalerweise seien diese laut Sevecke nämlich an den Krankenhausbetrieb gekoppelt. Da es im kardiologischen Zentrum aber auch Gebäudeteile, beispielsweise die Tiefgarage, gibt, die nichts mit dem eigentlichen Klinikbetrieb zu tun haben und demzufolge nicht bezuschusst würden, sei das eine „ziemliche Rechnerei“. Und die sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

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