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Der Störfall vergangene Woche im Industriepark Griesheim ereignete sich frühmorgens und hatte Auswirkungen auf die Schulen.

Nach Störfall

Notfall-Routinen sollen auf den Prüfstand

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Weil der jüngste Griesheimer Störfall in den frühen Morgenstunden geschah, gab es Konfusion an Schulen und Kindergärten. Die Fraktion der „Frankfurter“ im Römer hat nun eine Anfrage dazu gestellt.

Am Morgen des neuerlichen WeylChem-Störfalls vom 13. November mussten die Schulen und Kindergärten im abgeriegelten Gebiet von Nied und Griesheim um Informationen ringen: Bleiben die Einrichtungen geschlossen? Wird geöffnet? Was ist zu tun?

Wie wir berichteten, hat sich die Schulleiterin der Friedrich-List-Schule in Nied an das Bürgertelefon und das zuständige Polizeirevier wenden müssen, um Informationen zu bekommen, wie die Schule mit der Situation umgehen soll. Die Schulleiterin reagierte pragmatisch und bat den Schulpfarrer, der gegenüber der Schule wohnt, eintreffenden Kindern die Schule zu öffnen, denn zu dem Zeitpunkt waren viele Straßen nach Griesheim und Nied gesperrt, die S-Bahnen hielten nicht. Also gab es auch kein Durchkommen für die Lehrerschaft.

Von „Konfusion“ spricht nun die Fraktion der „Frankfurter“ im Römer. Das Dreierbündnis besteht aus Dr. Erhard Römer, ehedem stellvertretender Bundesvorsitzender und Generalsekretär der „Grauen Panther“ in Hessen, aus Luigi Brillante von der Europaliste für Frankfurt (ELF) und aus Bernhard Ochs, der über Bürgerinitiativen und als Betriebsrat aktiv war, bevor er in die Stadtverordnetenversammlung einzog.

Info-Kette gestalten

„Die Schulen verbuchen diesen Tag als Anlass zur kritischen Prüfung der Abläufe und Zuständigkeiten. Sicher spielte die Uhrzeit des Störfalls im Vorfeld des Unterrichtsbeginns eine Rolle bei den chaotischen Ereignissen; während der Unterrichtszeit sind die Verhaltensregeln bei Alarm in der Schule klar“, heißt es in der Anfrage der „Frankfurter“. Der Frage, wie in den Unterrichtsrandzeiten eine Informationskette „zwischen Sicherheitsbehörden und/oder Schulamt und den Schulen und Eltern sicher und schnell gestaltet werden kann, sollte nun jedoch dringend nachgegangen werden“, fordern die drei Stadtverordneten.

Auch zeigte sich wieder einmal: Manche Eltern hatten entweder gar nichts vom Alarm und den Verhaltensanweisungen mitbekommen oder wussten sich nicht entsprechend zu verhalten; sie schickten ihre Kinder zur Schule. „In Gesprächen mit Elternvertreterinnen und Lehrerinnen an den Folgetagen offenbarten vor allem Eltern, die noch nicht lange im Stadtteil wohnen, grundlegende Kenntnislücken bezüglich der Verhaltensregeln bei Störfällen der beiden angrenzenden Chemieparks“, sagt Luigi Brillante.

Mehrsprachige Broschüre

Länger im Stadtteil Wohnende hätten in der Vergangenheit die Postwurfsendung „Wie Sie sich und andere bei Chemieunfällen schützen können“ erhalten. Die Broschüre enthält unter anderem einen in sieben Sprachen verfassten Einleger mit allen wichtigen Infos. Brillante und seine Mitstreiter wollen nun wissen, in welchem Turnus die Branddirektion der Stadt Frankfurt beziehungsweise die Industrieparks Höchst und Griesheim die Haushalte in den angrenzenden Stadtteilen mit der Broschüre informieren, wann die letzte Verteilung war und wann die nächste Verteilung geplant ist. Sie schlagen vor, zumindest den mehrsprachigen Einleger bei der Wohnsitzanmeldung auszuhändigen.

(hv)

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