Ruderer sind am Ziel

Über 1000 Kilometer sind Heiko Winkler, Dean Kadiev und Pedro Crespo-Ellerkamp gerudert. Dabei haben sie Geld für krebskranke Kinder gesammelt. Mit der gesammelten Summe sind sie jedoch noch nicht ganz zufrieden.

Von Jannis Gollub

Erschöpft – aber trotzdem glücklich ziehen Heiko Winkler, Dean Kadiev und Pedro Crespo-Ellerkamp das acht Meter lange und 85 Kilogramm schwere Ruderboot namens Lina in der niederländischen Stadt Rotterdam an Land. An diesen Moment werden sich die drei Sportler sicherlich lange erinnern, denn es war der Schlusspunkt einer 1000 Kilometer langen Rudertour gegen Krebs (wir berichteten). ,,Wenn man nach so einer langen Reise mit dem Boot am Ziel aus dem Wasser steigt, ist das ein tolles Gefühl“, sagt Heiko Winkler.

Am 1. Juli sind Winkler, Kadiev und Crespo-Ellerkamp in Konstanz (Baden-Württemberg) gestartet. Nach 16 Tagen kamen die drei in Rotterdam an. ,,Darauf sind wir stolz, weil wir uns eigentlich 20 Tage als Ziel gesetzt hatten“, erzählt Winkler. Somit haben die Sportler mehr als 60 Kilometer am Tag zurückgelegt. Auch wenn die Ruderer ihr Ziel früher als geplant erreicht haben, blieben die körperlichen Strapazen auf der Tour nicht aus. ,,Wir hatten zunächst mit dem Wetter zu kämpfen“, sagt Winkler. In den ersten Tagen hätten die hohen Temperaturen das Rudern erschwert. ,,Wir waren der Sonne schutzlos ausgesetzt“, sagt er. In der zweiten Hälfte der Reise über den Rhein schlug die Witterung dann um. ,,Wir sind in einen Sturm mit starkem Regen und Wind hineingeraten“, erzählt Winkler.

Noch schlimmer als das Wetter seien aber die Schmerzen gewesen, die sich immer häufiger bemerkbar machten. ,,Nach einiger Zeit tut besonders der Hintern weh, weil man stundenlang auf einem hölzernen Rollsitz rudert“, erklärt Winkler. Auch die Position des Steuermannes mache da keine Ausnahme. ,,Der Steuermann muss zwar nicht rudern, sitzt aber auch auf einer Holzplatte.“ Auch wenn Winkler, Kadiev und Crespo-Ellerkamp mehr als ein halbes Jahr vor allem auf dem Main in Sachsenhausen für die 1000 Kilometer lange Bootsreise trainiert haben, setzten ihnen die Schmerzen täglich stärker zu. ,,Uns sind die Tränen in die Augen geschossen“, sagt Heiko Winkler.

Gleichwohl waren die drei Sportler motiviert, alle Strapazen bis zum Ziel auszuhalten – denn die Einnahmen der Tour sollen Krebskranken Kindern zugute kommen. ,,Unser Konzept war, dass wir 1000 Kilometer rudern, und die Leute – nachdem wir das Ziel erreicht haben spenden“, erklärt Heiko Winkler. Das gespendete Geld fließt an den Verein ,,Hilfe für krebskranke Kinder in Frankfurt“. Für dieses Vorhaben erhielten sie breite Unterstützung – zum Beispiel bei den Schlafplätzen. So stellte etwa die Reisemobilfirma ,,Knaus“ aus Jandelsbrunn (Bayern) zwei nagelneue Fahrzeuge als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. ,,Mit so toller Unterstützung hatten wir niemals gerechnet“, freut sich Winkler.

Trotz der Freude sind die Sportler noch nicht zufrieden. Bisher sind nämlich vergleichsweise wenig Spenden eingetroffen. Das Ziel der Ruderer beläuft sich auf 20 000 Euro – bisher sind allerdings nur 6420 Euro zusammengekommen. ,,Wir haben unsere Leistung abgeliefert und würden uns freuen, wenn noch mehr Leute dem Spendenaufruf folgen“, sagt Heiko Winkler. Dabei betont er, dass jeder Cent direkt an die Kinder fließe. ,,Die Spenden werden direkt über die Website des Vereins abgewickelt – so muss niemand Angst haben, dass sein Geld nicht ankommt“, erklärt er. Auch eine Quittung werde den Spendern ausgestellt.

Auch wenn die Tour allen Ruderern Freude bereitet hat, und dabei Geld für einen guten Zweck zusammen kam, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis Winkler, Kadiev und Crespo-Ellerkamp wieder gemeinsam eine solche Tour starten. ,,Wir haben diese immer noch nicht ganz begriffen“, erklärt Winkler. Weiterhin wird Crespo-Ellerkamp nach der Geburt seines Kindes den Trainerposten beim Bayrischen Ruderverband übernehmen. Trotzdem gibt es bereits Pläne für ein Wiedersehen auf dem Wasser. ,,Während der Tour kamen uns Leute entgegen, die im Boot gegrillt haben“, sagt Winkler. ,,Beizeiten werden wir das sicher auch machen.“

Wer an den Verein ,,Hilfe für krebskranke Kinder in Frankfurt“ spenden möchte, findet unter den Link zum Spendenkonto.

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