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Der Adlhochplatz ist den Anwohnern ein Dorn im Auge. Im Sommer ist er in der Hand lärmernder und trinkender Jugendlicher. Der Ortsbeirat will die Bänke abbauen. Die SPD bringt jetzt einen neuen Vorschlag in die Debatte ein.

Junge Leute wehren sich

Ruhestörung am Adlhochplatz: Die Bänke sollen bleiben

Der Adlhochplatz wird wieder Thema auf der kommenden Sitzung des Ortsbeirats 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) sein. Die SPD-Fraktion fordert einen runden Tisch.

Kaum ein Thema hat im vergangenen Jahr im Ortsbeirat 5 für so viel Streit gesorgt wie der Umgang mit den abendlichen Trinkgelagen am Adlhochplatz. In der kommenden Sitzung am morgigen Freitag wird er womöglich wieder hochkochen, denn die SPD stellt einen Antrag: Um das Problem der Ruhestörung zu lösen, soll ein runder Tisch gebildet werden. An diesem sollen sitzen: Der Präventionsrat, der Ortsbeirat, Anwohnervertreter, die Stadtpolizei, Gewerbetreibende vor Ort, der Ortsdiener von Alt-Sachsenhausen und die Landespolizei. 

Bänke am Adlhochplatz unweit des Südbahnhofs in Frankfurt sollen abgebaut werden

Zur Erinnerung: Auf dem Adlhochplatz unweit des Südbahnhofs und des Ausgehviertels Alt-Sachsenhausen versammeln sich im Sommer allabendlich und vor allem am Wochenende, junge Feiernde und sonstige Trinkfreudige, lassen Musik laufen, krakeelen laut zu fortgeschrittener Stunde und bringen die Anwohner um den Schlaf. Alkoholischen Nachschub besorgen sich die Ruhestörer im Rewe-Supermarkt gegenüber, der bis Mitternacht geöffnet hat. In der Folge liegen morgens kaputte Glasflaschen, Pizzakartons und anderer Müll auf dem Platz.

Die angestrebte Lösung einer Mehrheit des Ortsbeirats, genauer gesagt, der Koalition aus FDP, CDU und Grünen sowie der BFF-Fraktion, ist, die Sitzbänke auf dem Platz abzubauen. So würde den Feiernden sozusagen die Sitzunterlage unterm Po weggezogen, und sie würden, so die Hoffnung, den Platz nicht mehr länger frequentieren. Die FDP brachte diesen Vorschlag ein, nachdem sie Anwohner und Vertreter der Seniorenresidenz am Adlhochplatz zum Gespräch eingeladen hatte. Dort waren die Anwohner angetan von der Idee, denn der Krach nervt sie seit Jahren. „Die Leute können nachts nicht mehr schlafen. Es muss sich endlich etwas tun. Dies wäre ein probeweiser Versuch, um zu sehen, ob es gelingt“, begründet Florian Reineking seinen Antrag. 

Junge Leute wehren sich: Die Bänke am Adlhochplatz sollen bleiben

Die Gegenargumente von SPD und Linker, die die Lösung für falsch halten, sind ebenso deutlich: Tagsüber würden die Bänke von Passanten und Senioren genutzt, die sich auf dem Weg durchs Viertel gerne ausruhen. Ihnen die Sitzunterlage zu entziehen und sie auf Cafés zu verweisen, wo Konsumzwang herrsche, sei unvertretbar und stehe in keinem Verhältnis zur erhofften Ruhe am Abend – die Leute ließen sich so ohnehin nicht dazu bewegen, dem Platz fernzubleiben. „Im Gegenteil, die offenkundige Vertreibung löst eher Konflikte aus“, meint Thomas Murawski (SPD). Der Beweis liege vor: Einige junge Leute haben sich schon gewehrt. Zwei Studenten haben eine Petition für den Erhalt der Bänke gestartet, im Ortsbeirat warben sie dafür, den öffentlichen Platz nicht verschwinden zu lassen.

SPD will gemeinsam mit Experten und Beteiligten eine Lösung für die Bänke auf dem Adlhochplatz finden

Dem Vorschlag der SPD, zusammen mit Experten und Beteiligten eine Lösung zu erörtern, dürfte eigentlich niemand etwas entgegenzusetzen zu haben. Dass die Probleme auf breiterer Basis und auf direktem Weg besprochen werden, wäre sinnvoll, weil grundlegende Aspekte geklärt werden könnten, wie Murawski ausführt. Etwa, ob die Polizei freitags und samstags vor Ort präsent sein und auf die Feiernden einwirken kann. „Hartes und konsequentes Durchgreifen der Ordnungsbehörden ist unerlässlich, auch der Müll ist so nicht hinzunehmen,“ sagt der Sozialdemokrat. Nun ist es an den Ortsbeiräten, den Vorschlag zu beraten.

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