Ausbau der Main-Weser-Bahn

Die S-Bahn hält in Ginnheim

Der Ausbau der Main-Weser-Bahn treibt ein seit Jahren diskutiertes, aber nie umgesetztes Projekt voran: den Bau der S-Bahn-Station Ginnheim und damit eine bessere Umsteigeverbindung zur U-Bahn.

Der viergleisige Ausbau der Main-Weser-Bahn ist beschlossen, zumindest der erste, 323 Millionen Euro teure Bauabschnitt. Bereits 2022 sollen auf der 13 Kilometer lange Strecke zwischen Frankfurt und Bad Vilbel Züge rollen. Dabei soll auch die seit Jahren diskutierte S-Bahn-Station Ginnheim gebaut werden. Geplant ist, diese an der Kreuzung der U-Bahn-Trasse und der Bahnstrecke, unterhalb der Rosa-Luxemburg-Allee zu errichten. Das ist nur einige Meter neben dem für die Bundesgartenschau 1989 extra eingerichteten Haltepunkt, der seitdem im Dornröschenschlaf liegt.

„Das ist eine sehr positive Nachrichte. Umso schneller die Umsetzung erfolgt, desto besser“, ist Eugen Emmerling, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, begeistert. Dies erleichtere nicht nur den Pendlern das Umsteigen deutlich, sondern er rechnet auch mit einer Entlastung der Rosa-Luxemburg-Straße. „Durch die Station werden sicher Autofahrer auf die Schiene umsteigen“, glaubt Emmerling. Das erwartet man bei der Bahn durch den viergleisigen Ausbau generell. Unter anderem können mehr Bahnen verkehren. Dies betrifft vor allem den Regionalverkehr. Auch die Pünktlichkeit soll steigen. Außerdem werden dabei die sich teilweise in katastrophalem Zustand befindlichen Stationen modernisiert. In Frankfurt sind dies: Westbahnhof, Eschersheim, Frankfurter Berg und Berkersheim.

Dazu kommt nun noch Ginnheim. Auch wenn der Stadtteil durch den neuen Haltepunkt deutlich besser angebunden wäre, eine Gefahr für die Umsetzung der „Ginnheimer Kurve“ – den U-Bahn-Lückenschluss zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim – sieht Eugen Emmerling nicht. Im Gegenteil. „Wir wollen diesen Lückenschluss. Der S-Bahn-Halt wird darauf keinen negativen Einfluss haben. Jetzt nehmen wir eben beides“, sagt er.

Dass die S-Bahn-Station Ginnheim tatsächlich in greifbare Nähe rückt, danach sah es bereits vor sechs Jahren aus. Aus dem August 2011 stammt eine Vorlage des Magistrats, der die Stadtverordneten zustimmten. Damals wurde der Anteil der Stadt an dem Projekt auf 1,6 Millionen Euro beziffert. Die Pläne wurden an die Bahn weitergeleitet. Dort hieß es nur, dass zwar ein Haltepunkt möglich, dieser jedoch nicht Teil des Ausbaus sei. Bis heute. „Das Planfeststellungsverfahren läuft noch, aber die Haltestelle kommt definitiv“, versichert nun Jens Neufeld, Sprecher bei der Deutschen Bahn.

Ob die Planungen der Stadt wieder aufgegriffen werden, ist noch unklar. Danach sollte ein 210 Meter langer Mittelbahnsteig der neuen Station über einen Steg sowie Treppen und Aufzüge mit der Straße Am Ginnheimer Wäldchen und der dann barrierefreie U-Bahn-Haltestelle Niddapark verbunden werden.

Dieser barrierefreie Ausbau sei auch dringend nötig, betont Wolfgang Siefert, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Schließlich sei die Haltestelle in einem „eher bescheidenen“ Zustand. Umso mehr freut es ihn, dass der Bau des S-Bahn-Halts in Ginnheim jetzt tatsächlich umgesetzt wird. „Diese Tatsache ist natürlich sehr zu begrüßen, weil so eine wichtige Umsteigeverbindung zur U-Bahn hergestellt wird“, so Siefert.

„Das klingt wie eine gute Nachricht“, sagt auch der CDU-Fraktionschef Michael Prinz zu Löwenstein, der offenbar nicht viel Vertrauen in die Pünktlichkeit der Bahn hat, denn: „Man hätte es sich früher gewünscht.“ Die Stadt habe das bereits vor fünfeinhalb Jahren beschlossen, weil sie auch finanziell daran beteiligt sei. Nach dem Motto „besser spät als nie“, betonte zu Löwenstein, dass dies eine gute Nachricht für alle sei, die das Ziel Ginnheim haben sowie in die Stadtteile wollen, die von der U 1 erschlossen werden und dann nicht mehr über den Hauptbahnhof fahren müssten. Allerdings, fürchtet er, dürfte der 2011 errechnete Anteil der Stadt an dem Bauwerk nicht mehr ausreichen.

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