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Nach dem tödlichen Unfall in der Station gibt es jetzt Stimmen, der S-Bahn-Station einen anderen Namen zu geben.

Gedenken an Lebensretter

Umbenennung der Station Ostendstraße in „Alptug-Sözen-Station“ ist teuer

Im Gedenken an den Lebensretter von der Ostendstraße spricht sich eine Online-Petition für die Änderung der S-Bahn-Station in „Alptug-Sözen-Station“ aus. Oberbürgermeister Peter Feldmann hält aber auch die posthume Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den Schüler aus Hanau für angemessen.

Welchen angemessenen Ausdruck sollten Trauer und Würdigung von Tapferkeit finden? Im Fall des Schülers Mustafa Alptug Sözen ( 17), der einem in der S-Bahn-Station „Ostendstraße“ ins Gleisbett gestürzten Obdachlosen selbstlos das Leben rettete und seines dabei verlor, weil ihn eine einfahrende S-Bahn erfasste, in diesem speziellen Fall hat Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) eine konkrete Vorstellung. Er tritt ein für die Umbenennung des Bahnhofs der Station „Ostendstraße“ in „Alptug-Sözen-Station“.

Im sozialen Netzwerk Facebook gibt Feldmann bekannt, genau das in Briefen an die Deutsche Bahn, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) und den Ortsbeirat angeregt zu haben: die Umbenennung der Station oder ein anderes würdiges Gedenken. Feldmann weist auch auf eine Online-Petition hin, die sich für die Umbenennung des Bahnhofs einsetzt. Initiiert hat die Umfrage Dogun Albayrak, Bruder der vor vier Jahren in Offenbach zu Tode gekommenen Tugce Albayrak.

Bei der Deutschen Bahn herrsche „große Bestürzung und Trauer“ über den Tod Sözens in der Station Ostendstraße, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. „Für das Bedürfnis, ihm ein Andenken zu setzen, haben wir großes Verständnis.“ Indessen müsse nun genau beraten werden, was die angemessene Form sei. „Da werden wir mit allen Beteiligten das Gespräch suchen“, so die Bahn-Sprecherin.

Neuland betreten

Bislang habe es den Fall, eine S-Bahn-Station umzubenennen, noch nicht gegeben. Die Vergabe der Bahnhofsbezeichnung folge geografischen Prinzipien, um Reisenden die Orientierung zu ermöglichen. Die Änderung der Bezeichnung eines Bahnhofs ziehe auch beträchtliche Kosten nach sich, weil Fahrpläne und Stationsansagen an den Bahnhöfen und in den Zügen geändert werden müssten. Über die Größenordnung der für diese und eventueller weiterer Änderungen aufzuwendenden Summe könne sie keine Angaben machen. „Wir haben keinerlei Anhaltspunkte.“

Der Unfall hat auch eine Diskussion über die Sicherheit in den Bahnstationen ausgelöst. Feldmann teilte jetzt mit, dass er sich für verbesserte Sicherheitsvorkehrungen einsetzen wird: „Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt hat in den U-Bahn-Stationen sogenannte Nothalt-Schalter, mit denen Fahrgäste einfahrende Züge stoppen können. Dort gibt es auch Notrufsäulen, durch die man unverzüglich mit der Sicherheitszentrale verbunden werden kann. Ich werde mich dafür einsetzen, dass solche Vorkehrungen auch in den S-Bahn-Stationen getroffen werden. Auch über die Trennung von Bahnsteigen und Gleisen, wie man es auch in anderen Ländern kennt, sollten wir diskutieren.“

Einen Orden verleihen

Eine angemessene Würdigung von Mustafa Alptug Sözen könnte aus Sicht Feldmanns auch die Verleihung eines Ordens sein. „Zusammen mit dem Hanauer Bürgermeister Claus Kaminsky will ich die posthume Verleihung des Bundesverdienstkreuzes anregen“, sagte er gestern. Ein entsprechender Brief an den Bundespräsidenten sei in Vorbereitung.

„Aber auch die Benennung eines Platzes in der Nähe der Unglücksstelle oder eine Gedenktafel wären mögliche würdige Erinnerungen an den Jungen.“ Weiter sagte Feldmann, dass er die Familie Sözen, die sich derzeit in der Türkei aufhalte, in den Römer einladen werde, um ihr persönlich zu kondolieren. Gemeinsam mit der Familie solle entschieden werden, ob und welche Art des Gedenkens es geben solle.

von SYLVIA A. MENZDORF

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