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Kunst im öffentlichen Raum: In der B-Ebene der S-Bahn-Station ?Taunusanlage? ist unter anderem die Installation ?Windbeutel? zu sehen.

Taunusanlage

S-Bahn-Station verwandelt sich einen in Ort der Kunst

Den Passanten immer wieder neue visuelle Eindrücke bieten: Das ist die Idee des Kunstvereins „Ebene B1 Taunusanlage“. Die Akteure wollen so das Interesse an zeitgenössischer Kunst wecken.

Die B-Ebene der Taunusanlage ist wohl die schönste B-Ebene der ganzen Stadt. Kein Staubkörnchen scheint auf dem Boden zu liegen. Sie ist aber auch die stillste und am wenigsten frequentierte aller S-Bahnstationen. So kommt es, dass zu Stoßzeiten vor allem Mitarbeiter der Deutschen Bank und anderer Kreditinstitute an der Mainzer Landstraße hier entlang laufen, und das meist schnellen Schrittes.

Ob sie die Kunst bemerken, die sich in den Vitrinen so passend einfügt, als gehöre sie einfach zum Design dazu? „Mir ist es schon aufgefallen, ich finde die Installation sehr schön. Aber richtig viel Zeit zum Gucken habe ich nicht“, sagt eine Bankmitarbeiterin. Ein anderer Passant eilt mit Rollkoffer vorbei. Nein, an Kunst habe er kein Interesse, wiegelt er ab.

Eben dies ist das Ziel des Kunstvereins „Ebene B1 Taunusanlage“: den Durcheilenden immer wieder neue visuelle Eindrücke zu bieten und das Interesse für zeitgenössische Kunst zu wecken. Die Künstler, die von jetzt an im losen Wechsel hier ausstellen, setzen sich mit dem Ort des Transits auseinander.

„Ob es reine Ästhetik ist oder politische Aussage – in jedem Fall dürfte sich in den Köpfen etwas festsetzen, das sie abseits des hektischen Alltagslebens beschäftigt“, sagt Peter Wöste, der Erste Vorsitzende des neu gegründeten Vereins. Dafür ist die Ausstellung „in situ B1“ der Frankfurter Künstlerin Monika Linhard, die in der Milchsack-Fabrik im Gutleutviertel ihr Atelier hat, wie geschaffen. Alltagsgegenstände haben es ihr angetan.

So schweben in der Installation „Windbeutel“ über grünen Scheinwerfern sorgsam in einem symmetrischen Viereck angeordnete Plastiktüten, die von unten mit der warmen Luft aufgeblasen werden. Wie Wind, der eine Plastiktüte über eine Straße treibt und in der Luft tanzt. Luftig ist auch die gegenüber angebracht Installation „Sonnenabdecker“. Hier weht der Wind durch eine Art Jalousie.

Lamellen hat Linhard auch in den Guckfenstern an der dritten Wand angebracht. Hier rotiert ein rundes Ding aus Jalousielamellen, ein Fön setzt es in Bewegung. So entsteht Bewegung und ein

Schattenspiel

. Nur noch bis Donnerstag ist die komplette Ausstellung in der Taunusanlage zu sehen. Die „Windbeutel“ bleiben etwas länger hängen, die „Blinds“ und die „Sonnenabdecker“ weichen drei Lichtinstallationen von Christian Ultz. Zur Luminale ab dem 18. März stellt der Frankfurter Lichtdesigner sein interaktives Projekt namens „Brain Flash – Flash your brain“ vor. Bis Mitte April sind diese zu sehen, ab Mai folgen Werke von Schülern der Städelschule.

Der Kunstverein im Internet

Mehr Infos auch unter und .

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