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Erinnert an die Sixtinische Kapelle und Michelangelos Fingerspiel: Übergroße Hand in der Station Ostendstraße.

Frischzellenkur im Untergrund

S-Bahn-Stationen mit neuen Böden und farbenfrohen Wänden

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Wer ab Freitag mit der S-Bahn durch den wiedereröffneten Tunnel fährt, wird sich vielleicht wundern: Auch die meisten S-Bahn-Stationen wurden erneuert oder zumindest verschönert.

23 Millionen Euro nimmt die Deutsche Bahn in die Hand, um ihre Stationen zu verschönern. „Zukunft Bahn“ heißt das Programm. Während der Tunnelsperrung in den Sommerferien haben auch fünf unterirdische Frankfurter Stationen neue Böden erhalten oder sind optisch modernisiert worden. 38 Tage hatten die Bauarbeiter Zeit für grundlegende Renovierungen. Oder aber für Verschönerungen. Sie arbeiteten in der Station Ostendstraße, im Lokalbahnhof und an den Stationen Hauptbahnhof, Taunusanlage und Hauptwache.

In der Station Ostendstraße wurden die Wände verziert, zwischen vier und elf Maler waren bei der Aktion gleichzeitig im Einsatz. Die Leitung hatte der Graffiti-Künstler Andreas von Chrzanowski. Seine Grundmotive: „Hände, die laufen und rennen, sich bewegen.“ Ein niederländischer Kollege hat die Farbfelder im Hintergrund entworfen. Insgesamt haben die Street-Artisten auf den beiden 247 Meter langen Bahnsteigen etwa 6600 Quadratmeter bemalt. Ebenfalls farbenfroh ist nun der Lokalbahnhof, wo bunte Paneelen an die Wand gebracht wurden. Abgesehen von der neuen Zier bleiben die zwei Stationen unverändert.

Anders ist es bei den Stationen Hauptbahnhof, Taunusanlage und Hauptwache, die mit großem Aufwand und hohen Investitionen zum Teil grundlegend umgestaltet wurden. Anthrazitgrauer Feinstein liegt nun an Gleis 101/102 des Hauptbahnhofs. 2500 Quadratmeter wurden hier verlegt, außerdem wurden die Säulen der Station mit einem Belag versehen, der an Disco-Glitzer erinnert. Die Stationswand behielt ihre grün-weiße Kachelung. „Die Decken werden noch abgehängt“, versprach der Konzernbevollmächtigte der Bahn, Klaus Vornhusen, gestern. Bislang ist die Decke der Station noch schwarz und offen. Die Renovierung umfasste bislang nur den Bahnsteig an Gleis 101/102. Gegenüber, an Gleis 103/104, haben während der Tunnelsperrung weiterhin Züge gehalten, um zurückzufahren. Dieser Bahnsteig soll später umgestaltet werden.

Einen grauen Boden aus Feinstein-Platten, versehen mit deutlichen weißen Linien vor der Bahnsteigkante, weist jetzt auch die Taunusanlage auf. Die weißen Linien sind für Sehbehinderte „sichtbar“, sie bestehen aus einem anderen Belag, der mit dem Fuß ertastet werden kann. Die Station Taunusanlage wirkt mit dem neuen Bodenbelag nahezu vollständig umgestaltet. „Wir wollen jede Station in einem anderen Duktus halten, so dass der Fahrgast erkennt, wo er ist“, sagte Ulrich Kipp, Leiter Bau- und Anlagenmanagement der DB Station & Service AG. „Auch ohne das Stationsschild zu lesen, muss man erkennen, wo man aussteigen muss.“ Die Station Taunusanlage ist da besonders raffiniert: Die Wände sind ebenso wie die Treppen verschiedenfarbig gestaltet. Blau sind sie dort, wo der Ausgang Richtung Bankenviertel ist, grün auf der anderen Seite in Richtung Grünanlage.

Auch die Station Hauptwache hat einen neuen Boden – fast. Denn: Die letzten 30 Quadratmeter Bodenbelag sind gestohlen worden, müssen nachbestellt werden. Das Besondere an der Hauptwache: Ihr Bodenbelag ist hellgrau, nicht dunkelgrau. Gestern, während unseres Rundgangs, waren einige Arbeiter noch mit dem Verfugen der frisch gelegten Platten beschäftigt.

2500 Quadratmeter neuen Bodens bauten die Arbeiter im Hauptbahnhof ein, 1800 in der Taunusanlage und 2200 in der Hauptwache. Wie Vornhusen sagte, plant die Bahn, auch die Stationen Konstablerwache und Regionalbahnhof neu zu gestalten. Für die Konstablerwache müssen allerdings noch Absprachen mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt getroffen werden.

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