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Für diese S-Bahn-Fahrgäste war am Frankfurter Hauptbahnhof Endstation, der Zug kehrte hier um.

Bahnmitarbeiter und Plakate informieren

Im S-Bahn-Tunnel wird wieder gebaut

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Seit Sonntag ist der S-Bahn-Tunnel geschlossen. Für 15 Tage, bis zum 11. April, fährt kein Zug durch die 6,4 Kilometer lange Röhre. Die Bahn muss dort Reparaturen vornehmen. Für die Reisenden wird es anstrengend, sie müssen jetzt umsteigen. Die ersten beiden Tage der Sperrung verliefen laut Bahn aber störungsfrei.

Für Pendler und Bahnreisende hat der Ausnahmezustand begonnen: Wie schon in den Sommerferien müssen sie sich auch in diesen Osterferien genau erkundigen, welche Bahn sie nehmen können und am besten eine halbe Stunde früher losfahren als sonst. Weil der Frankfurter Bahntunnel wegen Reparaturarbeiten geschlossen ist, fahren acht der neun S-Bahn-Linien nicht plangemäß. Einzig die S 7 ist nicht betroffen.

Gestern, am Ostermontag, gab es am Hauptbahnhof nur wenig Stress. Thomas Blunck kommt gerade vom Flughafen: „Ich stehe seit 15 Minuten hier am Bahnsteig 104 und warte auf die S 6 nach Friedberg.“ Dort hat er auf einem Park-and-Ride-Platz sein Auto abgestellt, als er nach Madrid in den Urlaub flog. „Ich wusste zwar, dass der Tunnel gesperrt wird, aber so richtig nehme ich es jetzt erst wahr.“ In seiner Lage sei die Wartezeit aber nicht so schlimm.

Auf längere Warte- und Umsteigezeiten müssen die Bahnfahrer sich dennoch einstellen. Nur noch alle 30 Minuten fahren die Züge an den Gleisen 103 und 104 ab, die Gleise 101 und 102 sind ganz geschlossen. Große Plakate weisen an den Zugängen zur S-Bahn in der Halle des Hauptbahnhofs darauf hin: „Sperrung S-Bahn-Tunnel“ steht darauf. Rote Fußabdrücke auf dem Boden führen im Bahnhof zu den Gleisen 19 bis 22. Denn dort fahren die S-Bahnen 8 und 9 in Richtung Flughafen ab.

„Es ist ruhig heute“, sagt Barbara Frey, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) als Tunnelbeauftragte abgestellt hat. Ihr Platz ist gerade der Zugang zur Rolltreppe, die zu den S-Bahn-Gleisen führt. „Wenn ich sehe, dass Leute mit Koffer hier runter wollen, weise ich sie direkt auf die Gleise 19 bis 22 hin.“ Denn am schlechtesten sind gewöhnlich Bahnkunden informiert, die nicht aus Frankfurt stammen, sondern aus anderen Städten angereist sind, um zum Flughafen zu kommen. Pendler seien hingegen gut informiert. „Das war schon in den vergangenen Sommerferien so“, sagt die RMV-Mitarbeiterin. Im Sommer 2015 war der Tunnel schon einmal gesperrt, und auch in den nächsten Sommerferien folgt eine sechswöchige Sperrung.

Der Grund dafür: Die Bahn baut ein neues elektronisches Stellwerk, das die Signale und Weichen im S-Bahn-Tunnel steuert. Weil das alte Relaisstellwerk nach wie vor in Betrieb ist, mussten bereits 160 Kilometer Kabel in den Schächten neben den Tunnelgleisen verlegt und hunderte Signale und Achszähler befestigt werden. In den Osterferien werden Signale und Kabel verbunden, die Signale so mit dem neuen Stellwerk in Kontakt gebracht. Im Jahr 2018 soll dieses in Betrieb genommen werden.

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