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Sabine Fischmann mit der Goethe-Plakette geehrt

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Von: Enrico Sauda

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Die Frankfurter Sängerin Sabine Fischmann hält ihre Dankesrede bei der Verleihung der Goethe-Plakette im Kaisersaal des Römers, wie sie es am besten kann: singend.
Die Frankfurter Sängerin Sabine Fischmann hält ihre Dankesrede bei der Verleihung der Goethe-Plakette im Kaisersaal des Römers, wie sie es am besten kann: singend. © Enrico Sauda

Die Frankfurter Sängerin bedankt sich singend für die Auszeichnung.

Die weit mehr als hundert Gäste im Kaisersaal stehen und applaudieren. Ovationen für eine Künstlerin, der jeder die Hingabe anmerkt, mit der sie ihren Beruf ausübt. Und so bedankt sich Sabine Fischmann für die Goetheplakette auf ihre Art: singend. Und von Markus Neumeyer, seit langem schon ihr musikalischer Weggefährte, an den Tasten begleitet. Sie habe überlegt, in welcher Form sie ihre Ansprache darreichen wolle, „so dass ich’s überlebe“.

Sie hat’s überlebt. Die Anwesenden auch, allerdings um eine ausdrucksstarke Erfahrung reicher. Denn es war eine Goetheplaketten-Verleihung der etwas anderen Art. Kein Wunder, wenn der Kaisersaal voll ist mit Künstlern, Musikern, Schauspielern, Theater- und Filmemachern. Dass das nicht wie sonst ablaufen würde, das war klar. Schon die Laudatio, gehalten von „Grüne-Soße-Festival“-Macherin Maja Wolff. Selbst Künstlerin. Diese Rede sei eine der „größten Herausforderungen meiner bisherigen Bühnenkarriere“ und auch sie hätte am liebsten das getan, was die Ausgezeichnete gemacht hat: gesungen.

Aber Wolff sprach. Und sie erzählte, dass es gar nicht anders hätte kommen können, mit der Sabine Fischmann. Schließlich seien Pianisten, Sängerinnen, Dirigenten und vieles Künstlerische mehr in ihrer Familie. „Diese Verwandtschaft lässt die ,Kelly-Family’ blass aussehen“, so die Laudatorin, die von Sabine Fischmann sagt, sie sei „ein musikalisches Meisterwerk“. Dabei sei sie, heute kaum vorstellbar, als Kind eher weinerlich gewesen, habe die Stille gesucht. Aber seit ihrem elften Lebensjahr nennt sie die Bühne ihr Zuhause. Mit den Jahren sei aus dem Kind, das sich nach Ruhe sehnte, „eine Powerfrau“ geworden, die ihr Mann, der Musiker Ali Neander, mit einer Lasagne verglichen haben soll. Sie mache nichts nacheinander, sondern alles übereinander.

Doch zurück zu Maja Wolff und ihrem Lob. Fischmann sei „eine schillernde Persönlichkeit unserer Stadt“ und sie, Wolff, frage sich stets, woher sie, Fischmann, die Energie nehme. Da müsste wohl eine Mischung aus fossilen und erneuerbaren Brennstoffen im Spiel sein.

„Es ist so überwältigend, dass so viele Besucher hier sind. Und was gesagt wurde, das ist so wunderschön“, freute sich Sabine Fischmann, die sich nicht wirklich hinter einem Pult stehen und reden sah. Deshalb das gesungene Dankeschön.

Zuvor hatte Interims-Oberbürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg aufgezeigt, in welche Goetheplaketten-Träger-Liste sich Fischmann da einreiht: Literaturnobelpreisträger Thomas Mann, Philosoph Theodor W. Adorno, Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer, der renommierte Künstler Tobias Rehberger, Fotografin Sandra Mann, DJ-Legende Sven Väth - um nur einige zu nennen. „Da war es doch fast schon überfällig, dass dieses Ausnahmetalent ausgezeichnet wird, diese Musikerin, Schauspielerin, Dozentin“, so Eskandari-Grünberg, die von der 48-Jährigen, die sich auch sozial engagiert, sagte, das sie alles sei, nur nicht langweilig. Das wurde es auch bei der Verleihung nicht, denn musikalisch untermalte sie ein Quartett, zu dem neben Neander und Neumeyer noch Anselm Wild am Cajon und Frank Wolff am Cello gehörten. Außerdem tanzte Fischmanns und Neanders Tochter - frisch gebackene viermalige Weltmeisterin im Urban Dance.

„Sie ist eine tolle, vielseitige Kollegin“, so Henni Nachtsheim, von dem Comedy-Duo „Badesalz“. „Und sie lässt nicht nach, aber vor allem schätze ich an ihr, dass sie ein ,Megamensch’ ist, jemand, der so gut ist und trotzdem so normal bleibt.“

„Es ist ein sehr schönes Zeichen, dass so viele zu dieser Auszeichnung gekommen sind“, findet Ali Neander, denn so werde nicht nur sie gefeiert, sondern auch die vielen Projekte und Kooperationen, die sie im Laufe der Zeit durchgezogen habe.

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