Seit Anfang 2017 tut sich in der Sachsenhäuser Warte nichts mehr. Jetzt soll das Gebäude umfassend saniert werden.
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Seit Anfang 2017 tut sich in der Sachsenhäuser Warte nichts mehr. Jetzt soll das Gebäude umfassend saniert werden.

Umbau

Sachsenhausen: 2024 soll wieder Leben in die Warte einziehen

  • vonStefanie Wehr
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Die Sachsenhäuser Warte, das Wahrzeichen des Stadtteils am Sachsenhäuser Landwehrweg, steht seit mehr als einem Jahr unverändert da - doch in den Planungszimmern des Amts für Bau und Immobilien (ABI) und des Architekturbüros "Die Baurunde" geht es voran.

Vor einem Jahr haben die Stadtverordneten der 4,6 Millionen Euro teuren "großen" Lösung beim Umbau der Sachsenhäuser Warte zugestimmt, die der Noch-Baudezernent Jan Schneider (CDU) vorgeschlagen hatte. Die Vorbereitung läuft seitdem, ein weiteres Jahr ist noch für die Planung veranschlagt. Das teilt auf Nachfrage das Baudezernat mit. Mit Baubeginn im kommenden Jahr und voraussichtlich zwei Jahren Bauzeit soll die Warte 2024 fertig sein.

Wie berichtet, wird das ehemalige Forsthaus in Anlehnung an das historische Vorbild aufgestockt und das Dach in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Dadurch wird die vorhandene Gastronomiefläche von 160 auf 310 Quadratmeter erweitert, die gesamte Gaststätte wird barrierefrei zugänglich sein. Die Räume der Gaststätte sollen flexibel aufteilbar sein, im ersten Obergeschoss können Veranstaltungen wie Familienfeiern stattfinden. Bedarf ist durch die Nähe zum Südfriedhof gegeben. Die Räume sollen aber auch Vereinen zur Verfügung stehen, stellt die Stadt in Aussicht. Im Untergeschoss und bei gutem Wetter im Innenhof können die täglichen Gäste bewirtet werden.

Im Turm der Warte wurde veraltete Technik entfernt und der Boden neu gemacht. Das Bauwerk soll künftig nur temporär für das Publikum zugänglich sein. Technik und Lagerräume werden im Dachgeschoss untergebracht, die Toiletten, die sich bisher in einem Nebengebäude befanden, werden in das Haupthaus integriert.

Die erstmals Ende des 14. Jahrhunderts erwähnte Sachsenhäuser Warte ist einer von fünf erhaltenen Warttürmen der mittelalterlichen Stadtbefestigung Frankfurts und ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde neben dem Wartturm nach Plänen des Stadtbaumeisters Johann Andreas Liebhardt ein Forsthaus errichtet. Es war im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und nur unvollständig mit einem Behelfsdach wieder aufgebaut worden. Zuletzt befand sich in dem Gebäude eine Gaststätte mit typisch Frankfurter Küche, die aber wegen erheblicher Mängel bei der Haustechnik geschlossen werden musste. Die letzte Pächterin des Ausflugslokals verließ 2016 das Gebäude, Anfang 2017 wurde das Restaurant geschlossen.

Für die dringend notwendige Sanierung hatte das ABI zunächst zwei Varianten untersucht: Bei der "kleinen Lösung" wäre das Gebäude in seinem heutigen Zustand saniert worden. Die Gebäudetechnik, die wesentlich mehr Platz beansprucht als bisher, hätte in einem Aufbau auf dem Dach untergebracht werden müssen, was jedoch mit dem Denkmalschutz nicht vereinbar gewesen wäre. Diese Sanierung hätte rund 2,8 Millionen Euro gekostet, aber keine wesentliche Verbesserung für die Gastronomie gebracht. Deshalb wurde diese Variante wegen Unwirtschaftlichkeit verworfen.

Mit der Wiederherstellung des alten Forsthauses soll nicht nur das Stadtbild am südlichen Eingang Frankfurts endlich verbessert werden. Profitieren sollen auch der künftige Gastronomiebetrieb, der noch ausgeschrieben wird, und die Sachsenhäuser Vereine, die im Stadtteil bis dato für ihre Versammlungen und Aktivitäten händeringend nach Räumen suchen. Stefanie Wehr

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