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Der alte Container ist in die Jahre gekommen: Ein Loch klafft im Boden, die Tür existiert nicht mehr. Notdürftig wird der Eingang mit zwei Biertischen verstellt. Maurice Skowronek vom Vereinsvorstand wünscht sich Ersatz.

Verein in Frankfurt

Der SV Sachsenhausen braucht neue Container

Der SV 1894 Sachsenhausen platzt aus allen Nähten – im wahrsten Sinne des Wortes bricht der marode Lager-Container fast auseinander.

Die „Tür“ des Containers besteht aus zwei hochkant gestellten Biertischen. An ihren Enden sammelt sich Regenwasser, sie stehen in einer Pfütze. Maurice Skowronek hebt einen der Tische an und stellt ihn beiseite, der Blick ins Innere fällt sogleich auf einen Riss im Boden. Ein großes Loch klafft im Laminat. Vollgestellte Regale, Grillzubehör, Bierbänke und Tische stapeln sich weiter hinten.

Zwei Container benötigt

Der Fall ist klar: Hier muss ein neuer Container her, und zwar bald. Der alte ist im Grunde nicht mehr nutzbar, jederzeit kann hier jemand einbrechen, außerdem regnet es hinein. Zwar steht nichts Wertvolles drin, aber auf die Grillsachen will der Verein auch nicht verzichten. „Wir bräuchten dringend zwei neue Container, denn wir haben kaum Lagerraum. Dort würden wir auch Trainingsmaterial wie Hütchen, Hürden und Bälle unterbringen, aber auch Kleidung, Trikots und Schuhe“, erklärt er. Auch die Jugendtrainer brauchen mehr Platz, um ihre Kleidung aufzubewahren, damit sie nicht jedes mal alles von zu Hause mitbringen müssen. Die wenigen Spinde, für die im Vereinshaus Platz ist, sind längst voll.

„Wir haben über die Jahre schon etliche Male beim Sportamt angefragt und sind immer vertröstet worden“, sagt Maurice Skowronek. Der Vereinsvorstand, dem Skowronek angehört, beschloss im vergangenen Jahr, den Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) anzusprechen. Die SPD-Fraktion nahm sich der dringlichen Sache an und formulierte einen Etat-Antrag, der Ende November einstimmig von dem Stadtteilgremium verabschiedet wurde. Die Stadt soll demnach 4000 Euro zur Unterstützung des Vereins für die Anschaffung zweier Container in den Haushalt 2019 einstellen.

Zwölf Jugendmannschaften trainieren mittlerweile beim SV 1894 Sachsenhausen – vor ein paar Jahren gab es noch gar keine Jugendabteilung im Verein. Denn der zweitälteste Fußballverein der Stadt – nach der VfL 1894 Germania, die direkt nebenan residiert – ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Die Jugendmannschaften wurde schrittweise aufgebaut, die jüngsten Spieler, die Bambinis, sind sechs Jahre alt.

Hauptgrund für die Mitgliederexplosion war der neue Kunstrasenplatz, der vor gut sechs Jahren den ehemaligen Hartplatz ersetzte. Seitdem hat sich der Verein von rund 50 Mitgliedern auf mehr als 300 heraufgeschraubt. Vier Herrenmannschaften trainieren hier und spielen in der A- und B-Klasse.

Renommiert ist der SV 1894 Sachsenhausen vor allem für seine Integrationsarbeit. Während der Flüchtlingskrise wurde eine Mannschaft aus Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien gebildet, sie schlossen sich der Mannschaft an, in der schon ehemals Drogensüchtige sowie Menschen mit geistiger Behinderung spielten.

In

tegrationsarbeit

Diese sogenannten „Soma“ (Sondermannschaften), zu denen auch die „Altherrenmannschaft“ gehört, soll es weiterhin geben. Mehr und mehr Spieler, wie zum Beispiel die Flüchtlinge, werden aber bereits auf die bestehenden Mannschaften verteilt – „tatsächliche Integration sozusagen“, wie Skowronek formuliert. Für die Projekte wurde der Verein schon mehrfach ausgezeichnet, erhielt den Oddsetpreis, den Schlappekickerpreis und den Walter-Picard-Preis. „Das Projekt stellt eine enorme Bereicherung des Lebensalltags für die betroffenen Menschen dar“, schreiben die Antragsteller von der SPD. Im Sport gelinge es gut, „von der Rolle des Hilfeempfängers in die des selbstbewussten aktiven Bürgers zu wechseln“.

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