Überall: Die Baustelle an der Mühlbergschule nimmt einfach kein Ende - es gibt keinen Einzugstermin. Der Ortsbeirat macht Druck. Es liegt aber an den Baufirmen, sagt die Stadt.
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Überall: Die Baustelle an der Mühlbergschule nimmt einfach kein Ende - es gibt keinen Einzugstermin. Der Ortsbeirat macht Druck. Es liegt aber an den Baufirmen, sagt die Stadt.

Weitere Verzögerungen

Sachsenhausen: Kein Einzugstermin für die Mühlbergschule

  • Stefanie Wehr
    VonStefanie Wehr
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Bauarbeiten gehen nur langsam voran, Eltern und Ortsbeirat sind verärgert.

Sachsenhausen -Ein Bagger schaufelt und gräbt an der Rückseite des Schulgebäudes an der Bornemannstraße. Der Bauzaun steht dort schon seit mehr als zwei Jahren. Auch der Schulhof ist seit mehreren Jahren Baustelle - und nicht gerade die aufgeräumteste. Überall liegt Schutt, Bauzäune und Material stehen herum. Und das schon seit vielen Monaten. Der Anblick ist nicht gerade vertrauenerweckend, was den Fortschritt der Bauarbeiten betrifft. Denn die ziehen sich in die Länge - auch wenn das neue Seitengebäude, das dort steht, wo früher die Turnhalle war, auf der Vorderseite schon fast fertig aussieht.

Unerfreulich ist vor allem, dass alles längst hätte fertig sein sollen. Zu Beginn des Schuljahrs 2020/21 sollte die Grundschule aus ihren Interimscontainern am Länderweg an den Schulstandort im Lettigkautweg zurückziehen. Das klappte nicht. Das Schulgebäude sei erst zu den Weihnachtsferien bezugsbereit, hieß es, dann wurde die Schule auf die Osterferien vertröstet.

Gravierende Probleme auf der Baustelle

Doch schließlich musste die Stadt verkünden, dass es gravierende Probleme auf der Baustelle gibt. Einen Einzugstermin kann sie auch heute noch immer nicht nennen. "Wir wollen keine Versprechungen machen, die wir nicht einhalten können", sagt der Sprecher des Baudezernenten Jan Schneider (CDU), Günter Murr. Das Dezernat bedauere es, dass es zu der Verzögerung gekommen sei. Beim Richtfest 2019 habe es noch gut ausgesehen, es habe nur kleinere Probleme beim Dachausbau gegeben. Doch dann wurde klar, dass Baufirmen ihre Arbeiten nicht wie geplant fertigstellten, so dass Folgearbeiten von anderen Firmen nicht ausgeführt werden konnten. Das habe den Weiterbau zeitweise zum Erliegen gebracht. Weil etwa die Abdichtung des Untergeschosses undicht sei, konnte nicht mit dem Innenausbau der unteren Sporthalle begonnen werden. Zahlreiche weitere, gravierende Probleme fügten sich an.

Alles getan, was möglich war

Die Stadt habe alles getan, was ging, um die Arbeiten voranzutreiben. Die Möglichkeiten, Druck auf die Firmen auszuüben, seien begrenzt, so Murr. Zudem wäre es mittlerweile "aufwendiger, Verträge zu kündigen und die Aufträge neu auszuschreiben, als mit den Firmen, die bereits unter Vertrag stehen, weiterzuarbeiten", erklärt Murr. Sonst würde man noch mehr Zeit verlieren. Es sei aber wahrscheinlich, dass manch verpatzter Auftrag "vor Gericht gehen wird".

Der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) forderte zuletzt schnellstmögliches Vorankommen auf der Baustelle. Außerdem soll der Magistrat zukünftig gewährleisten, "dass Schulleitung und Elternschaft über die Terminplanung des Bauvorhabens und den Abschluss von Zwischenetappen fortlaufend und transparent informiert werden", fordert das Gremium. Die Grünen im Ortsbeirat forderten zuletzt einen Runden Tisch, bestehend aus Eltern, Schulleitung, Ortsbeirat, Amt für Bau und Immobilien und Vertretern der Ausschüsse Bau und Bildung der Stadtverordnetenversammlung. Auch in den Sommerferien soll auf der Baustelle weitergearbeitet werden.

Eine zeitnahe Lösung müsse her, sagt Cary Drudd, bildungspolitischer Sprecher bei den Grünen im "Fünfer". Deshalb solle auch über einen Teilbezug nachgedacht werden. Die Kinder könnten das bereits fertige Altgebäude beziehen, wenn dies zügig fertiggestellt werde. Sport könne in der neuen Halle bereits stattfinden, auch wenn die zweite Halle noch nicht fertig sei.

Die Eltern ärgern sich vor allem über die Zustände am Interimsstandort am Länderweg. Die Container seien unzureichend ausgestattet und gerade in der Corona-Pandemie eine Zumutung. Sie fürchten, dass die Kinder einen weiteren Winter dort bei offenen Fenstern frieren müssen, weil die Luftfilteranlage fehlt, ferner stünden zu wenige Toiletten, keine Sporthalle und kein WLAN zur Verfügung.

Stefanie Wehr

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