Die Fünf von der Maker-Werkstadt Frankfurt im Länderweg (v.l.): Michael Schmitt, Holger Burckhardt (sitzend), Martin Thorn, Angelika Borchert und Tilman Lauer.
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Die Fünf von der Maker-Werkstadt Frankfurt im Länderweg (v.l.): Michael Schmitt, Holger Burckhardt (sitzend), Martin Thorn, Angelika Borchert und Tilman Lauer.

Neueröffnung

Sachsenhausen: Platz für Bastler, Tüftler, Kreative

Dinge selbst zu bauen oder Altes zu reparieren liegt voll im Trend. Aber nicht immer ist im Keller Platz für eine Werkbank, geschweige denn für Säge, Schleifgerät, Lötkolben und Co. Noch dazu lohnt es sich meist nicht, Werkzeug für viel Geld zu kaufen, wenn man es am Ende nur ein paarmal verwendet. Maker Spaces - frei übersetzt Platz für Schaffer - bieten hier Abhilfe. Denn unter diesem Namen und der Idee, teilen sich Heimwerker Werkstatt und Werkzeug. Ein Team um die Sachsenhäuserin Angelika Borchert hat nun die Maker-Werkstadt Frankfurt eröffnet.

Sachsenhausen -Hinter Angelika Borchert und ihrem vierköpfigen Team von Freiwilligen liegt eine arbeitsreiche Zeit. Im Januar standen sie erstmals in der leeren Halle im Länderweg 21, die sie in einen Maker Space verwandeln wollten. In etlichen Stunden Arbeit bauten sie Arbeitstische und Lastenregale, eine zentrale Absauganlage für mehrere Fräsen, Bohrer und Sägen. Das Team kümmerte sich um den Lärmschutz und brachte Werkzeuge aus den eigenen Kellern mit.

"Wir haben alles selbst gebaut, möglichst Baustoffe wiederverwertet und dabei Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gestellt", sagt Angelika Borchert. So wurden aus Paletten Einbauschränke und aus alten Schiebetüren Tischplatten. Finanziert hat das Team alles aus eigenen Mitteln. "Wir waren im März gerade so weit, dass wir eröffnen konnten", sagt Borchert. Dann kam Corona. Und in der Maker-Werkstadt wurde es zwangsweise ganz still.

Ein Maker Space folgt einer neuen Idee aus der Arbeitswelt, in der sich mehrere Freiberufler oder kleine Firmen sowohl Ausrüstung und Ausstattung, als auch den Raum teilen. Ganz flexibel. Nur, dass die Menschen hier nicht am Schreibtisch sitzen und an Computern arbeiten, sondern sich eine gemeinsame Werkstatt teilen. "Jeder bezahlt einen monatlichen Beitrag, dafür können die Mitglieder die gemeinschaftlichen Werkräume, Werkzeuge und Lagerplätze für ihre Projekte nutzen", erklärt Borchert. Mit dem Konzept reiht sich die Frankfurter Werkstatt ein in die weltweite Maker-Bewegung. Ob Holz-, Metall-, Elektro- oder Mechanik-Projekte: In zwei Räumen auf hundert Quadratmetern haben Mitglieder alle Freiheiten, sich auszuprobieren. Jeder kann hier seine Idee alleine umsetzen.

umsetzen

Ob Bücherregal, Ausbau des VW-Busses oder Roboter: alles sei möglich, sagt Borchert. "Am schönsten und erfolgreichsten sind Projekte aber meistens, wenn man gemeinsam über eine Idee nachdenkt und überlegt, wie man sie optimal umsetzen kann."

Mittlerweile hat die Maker-Werkstadt Frankfurt geöffnet. Ganz verschiedene Dinge sind bereits geplant und gebaut worden: Lampen im Industrial-Design zum Beispiel oder ein Grill aus einer alten Autofelge. Upcycling, also gebrauchte Gegenstände wieder- oder anders zu verwerten, ist für die kreativen Handwerker ein wichtiges Thema. Beim gemeinsamen Werkeln soll es aber nicht bleiben. Bald möchte das Team auch Workshops anbieten - nicht nur zu handwerklichen Themen, sondern auch zum Experimentieren mit Elektronik, Kunststoffrecycling, Arduino & Co. Ganz wichtig ist dem Maker-Team dabei eines: "Die Werkstatt ist für alle offen."

Die Maker-Werkstadt Frankfurt im Länderweg 21 hat dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. red

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