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Seit mehr als 45 Jahren organisiert Thomas Schlegel Konzerte, zunächst im alten Schlachthof, seit 25 Jahren im Südbahnhof. Nach Auslauf seines Pachtvertrages kann es dort jetzt doch weitergehen. Foto: Faust

Seit 25 Jahren

Wende in Sachsenhausen: Musik-Lokal im Südbahnhof darf doch bleiben

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In Sachsenhausen wurde der Vertrag für den „Südbahnhof“ wurde um sechs Jahre verlängert. Seit 25 Jahren organisiert Thomas Schlegel dort die Konzerte.

  • Beliebtes Musik-Lokal in Sachsenhausen hat eine Zukunft
  • Pachtvertrag im „Südbahnhof“ verlängert
  • Tolle Atmosphäre im „Südbahnhof“

Frankfurt-Sachsenhausen - Die Mitglieder der Tom Pfeiffer Band stehen auf der Bühne im Saalbau Südbahnhof in Frankfurt und machen vor ihrem bevorstehenden Auftritt noch einen letzten Soundcheck. Bis auf ihre Melodien ist es an diesem Sonntagvormittag noch ruhig im großen Saal im Obergeschoss des Gebäudes. Thomas Schlegel (74), Pächter und Organisator der Konzerte, sitzt mit seinem Team an einem Tisch und bespricht den Ablauf des sonntäglichen Frühschoppens. Viel Zeit haben sie nicht mehr, die Besucher werden bald in den Saal strömen. Viele sind Stammgäste.

Musik-Lokal „Südbahnhof“ in Frankfurt: Lange Warteschlange, tolle Atmosphäre

Die Kombination aus Live-Konzert und gemütlichem Beisammensein hat bereits eine mehr als 45-jährige Tradition - und ist in Frankfurt sehr beliebt. Das zeigt sich schon daran, dass sich in der Vorhalle des Südbahnhofs mehr als eine Stunde vor dem offiziellen Einlass eine lange Warteschlange vor der Tür gebildet hat. "Das ist jedes Mal so", freut sich Schlegel. Feste Plätze gibt es im großen Saal keine. "Wer zuerst da ist, hat die beste Auswahl", sagt er und betont: "Die Besucher lieben die besondere Atmosphäre hier."

Seit 25 Jahren bespielen Schlegel und sein Team im Saalbau Südbahnhof in Frankfurt die Sonntage mit unterschiedlichen musikalischen Genres wie Pop und Rock. Hinzu kommen Veranstaltungen an manchen Samstagen wie eine Ü-30-Disco oder manchmal auch Konzerte. Unter dem Motto "Schwung erhält jung" gibt es in Kooperation mit einem Verein zudem regelmäßig am Montag eine Tanzveranstaltung für Senioren. Sowohl Konzerte als auch Tanzveranstaltungen haben viele Anhänger.

Dass es auch in den kommenden sechs Jahren weitergehen kann, freut Schlegel besonders, sah es doch im vergangenen Jahr so aus, als ob die Erfolgsgeschichte des Musik-Lokals Südbahnhof, wie der Veranstaltungsort von Schlegel benannt wurde, nicht fortgeführt werden kann. Der Grund: Der Pachtvertrag lief zum 30. Juni 2019 aus und sollte erst einmal nicht verlängert werden.

 „Südbahnhof“ in Frankfurt: Seit 25 Jahren organisiert Schlegel Konzerte

Was sich zunächst als endgültige Entscheidung zeigte, hat sich gewendet. Schlegel berichtet, dass er sich damals mit einem Schreiben an den Oberbürgermeister Peter Feldmann gewandt und dieser Unterstützung angeboten habe. In Gesprächen mit der ABG-Frankfurt Holding GmbH, die Vermieter der Lokalität ist, und ihrem Geschäftsführer Frank Junker, konnte eine Einigung erzielt und die Zukunft des Musik-Lokals Südbahnhof gesichert werden, dessen Anfänge bereits in die 70er Jahre zurückgehen.

Begonnen habe es 1974, als Schlegel auf die Idee kam, in den Räumen der Kantine des ehemaligen Schlachthofs Frankfurt den ersten sonntäglichen Frühschoppen mit Live-Musik zu organisieren. Zu dieser Zeit spielte Schlegel noch selbst in einer Band am Klavier - natürlich Jazz.

Seine Idee schlug ein. So sehr, dass der studierte Maschinenbauingenieur seinen Beruf sprichwörtlich an den Nagel hängte und sich ganz auf die Organisation von Konzerten konzentrierte. Gleichzeitig gründete er den Verein Jazzforum Frankfurt, der hinter den Veranstaltungen steht.

Der Schlachthof etablierte sich schnell als Ort der Musik. In Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk entwickelte sich in den 80er Jahren dort etwa das Format "Live aus dem Schlachthof", zu dem zahlreiche renommierte Bands und Musiker auftraten. Mit dem Abriss des früheren Kantinengebäudes folgte für Schlegel und den Verein 1995 der Wechsel in den Südbahnhof.

Sachsenhausen „Südbahnhof“: Mit neuem Vertrag gibt es Änderungen

"Mit dem neuen Pachtvertrag gibt es auch Änderungen, was ganz üblich ist", erzählt er. Bei einer Änderung wisse er aber noch nicht, ob sie in der Praxis umsetzbar sei. "Früher war es so, dass wir hier exklusiv für alle Veranstaltungen die Gastronomie betrieben haben", sagt der Schlegel. Mit dem neuen Vertrag habe sich dies geändert und sie die Exklusivität der Gastronomie verloren.

Das sei in Ordnung, organisatorisch könnte sie dies jedoch vor eine Herausforderung stellen. Schlegel erklärt warum: "In dem Fall, dass der Saal samstags vor einem Frühschoppen vermietet wird und ein anderer Caterer die Küche nutzt, müssten wir diese vorher komplett frei räumen und vor dem Frühschoppen morgens um 4 Uhr wieder einräumen." Bisher sei dieser Fall noch nicht eingetreten, sagt Schlegel. "Sollte es irgendwann einmal passieren, müssen wir schauen, wie wir damit umgehen." Dies betreffe auch nicht das gesamte Jahr, da es von Mai bis September keine Frühschoppen gebe. 

Alexandra Flieth

Nicht nur in Sachsenhausen gibt es beliebte Läden und Lokale

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