Eine Bank im SAFO-Team: Noemi Hemmerich.
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Eine Bank im SAFO-Team: Noemi Hemmerich.

SAFO-Damen peilen den Klassenerhalt an

  • VonMichael Löffler
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Es ist wieder so weit: Am Samstag starten die Tennis-Punktspiele. Und obwohl Tennis ein Individualsport ist, stehen im Frühjahr und Frühsommer Mannschaftswettbewerbe im Vordergrund.

An die 50 000 Hobby-, Club- und Profi-Tennisspieler werden vier Monate lang für ihre Vereine um Punkte kämpfen. Die Herren-Regionalliga startet im Juni, die Hessenliga der Damen und Herren erst im Juli. Im Mai beginnen alle anderen Runden auf Landes- und Bezirks-Ebene. Die sportlich interessanteste Klasse, die bereits jetzt beginnt, ist die Damen-Regionalliga. Drei Teams aus dem Südwesten sind aus dem Rhein-Main-Gebiet dabei: Der Vorjahresdritte TC Bad Vilbel, der SC SAFO Frankfurt, der 2016 Fünfter wurde, sowie Zweitliga-Absteiger TGS Bieber.

Über die Favoritenrolle zu sprechen ist sehr schwierig. Die Meldelisten verraten so gut wie nichts. Viele Vereine melden an den vorderen Positionen bis zu zehn Ausländerinnen. Wie viele von ihnen dann zum Einsatz kommen, hängt von den Zielen der Vereine, aber auch von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Die meisten Clubs setzen ihre Verstärkungen nur gezielt ein. Wer den Klassenerhalt anstrebt, sucht sich Gegner aus, die auf dem Papier schlagbar erscheinen, ansonsten wird Geld gespart. Die Umfrage bei den Vereinen favorisiert den TSC Mainz und den Vorjahreszweiten TC Laufen, als einer der beiden Absteiger wird am häufigsten der TC Leonberg genannt.

Der Frankfurter Vertreter in der dritthöchsten deutschen Klasse ist seit Jahren an der Kennedyallee angesiedelt. Kaum ein Verein ist so schwer einzuschätzen, wie eben der SC SAFO Frankfurt. Das liegt daran, dass wenige Tage vor dem Rundenbeginn wie jedes Jahr niemand weiß, wie stark die Ausländerinnen sind. Vor zwei Jahren besorgte der auf der Tour als Trainer tätige Marcus Schneider zwei „Kracher“, die alles gewannen. Im letzten Jahr war die Russin Ana Morgina als Nummer eins überfordert. Und diesmal? Team-Chef Yves Preis konnte über die Qualität seiner ausländischen Verstärkungen wenig sagen. „Die wurden vom Sportwart Markus Kämpfer besorgt, ich habe sie nie spielen gesehen.“

Auch Kämpfer hat die Spielerinnen nur auf Empfehlungen verpflichtet. „Die Griechin Eleni Kordolaimi wurde uns von einer Spielerin empfohlen. Sie hat bis vor einem Jahr US-College-Tennis gespielt, konnte sich seitdem als Profi auf der WTA-Tour von Null bis auf Rang 492 verbessern. Unsere letztjährige Spitzenspielerin Morgina hat sie vor knapp einem Jahr glatt in zwei Sätzen besiegt.“ Ob die 24-jährige Griechin alle Spiele mitmachen wird, wollte Markus Kämpfer nicht verraten. „Wir werden uns hüten, dem Gegner kundzutun, mit wie vielen Ausländerinnen wir spielen werden“, lautete seine klare Antwort. Dies beinhaltet auch den Einsatz der als Nummer eins gemeldeten Italienerin Angelica Moratelli. Die 22-Jährige ist aktuell Nummer 600 der Welt, im Doppel 271. Ob und wann sie spiel, steht in den Sternen.

Gleich beim Favoriten

Bereits in Frankfurt ist die um ein Jahr ältere Russin Alina Mikheeva, die auf Empfehlung von Marcus Schneider kam. Zwei Jahre lang musste sie aus gesundheitlichen Gründen pausieren, im Winter begann sie wieder zu spielen. Vorerst ist sie noch nicht bei den Weltranglistenturnieren eingestiegen, die Regionalliga ist für sie der erste Härtetest. Da sie mit einem SAFO-Mitglied befreundet ist, will sie bis zum Rundenende in Frankfurt bleiben und alle Matches bestreiten. So auch am Samstag beim TC Laufen und am 1. Mai um 11 Uhr daheim (Kennedyallee) gegen den TC Bad Vilbel.

Der Rest der Mannschaft besteht nur aus bekannten Gesichtern, die Rangfolge ist allerdings neu. Alina Hölzel rückte nach einer starken Saison auf und an Position zwei wird es für sie nunmehr vermutlich sehr schwer, Spiele zu gewinnen. Ähnliches gilt für die letztjährige Nummer sechs Lea Schneider, die hinter Mikheeva an vier spielen soll. Nicht alle Matches mitmachen wird Kathleen Kane. Die Deutsche U-16-Meisterin will auch Turniere bestreiten, so dass es bei gelegentlichen Auftritten im SAFO-Team bleiben wird.

Eine Bank sollte die frühere Hessenmeisterin Noemi Hemmerich sein. Die Spielführerin hat mit dem Profi-Tennis praktisch aufgehört, an Position fünf oder sechs sollte sie mit ihrer Routine und mit der guten Vorhand aber immer noch überqualifiziert sein. Mit Hölzel bildet sie zudem seit Jahren ein in dieser Klasse fast unschlagbares Doppel-Duo.

Komplettiert wird die Mannschaft von Sophie Clößner und eventuell von der US-College-Spielerin Clara Kühn – falls diese rechtzeitig aus den USA kommt und einsatzfähig ist. „Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt“, stellt Yves Preis klar.

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