+

Weltvegantag

Das sagt eine vegane Ärztin über den Ernährungsstil

Scho

Schon seit über 30 Jahren isst die Allgemeinärztin fast ausschließlich vegan und ist überzeugt: „Wenn man alle wissenschaftlichen Ergebnisse berücksichtigt, ist vegane Ernährung die Beste.“ Durch eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung ließen sich Volkskrankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit oder Bluthochdruck, vermeiden. „Wenn man natürlich vegan lebt, dann aber nur Weißbrot und Süßigkeiten zu sich nimmt, ist das auch nicht gesund“, sagt sie.

Bracht empfiehlt eine Ernährungsweise, die zu 50 Prozent aus komplexen Kohlenhydraten, 25 Prozent aus gesunden Fetten und zu 25 Prozent aus Eiweiß besteht. Bei dem Wort „Eiweißquellen“ denken viele  zunächst vermutlich erst mal an Hühnchen und Quark. Aber auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen sowie Soja sind gute Protein-Lieferanten, Nüsse und Samen liefern gesundes Fett. Bracht erklärt dazu: „Wichtig ist, dass man vollwertige Kost zu sich nimmt. Dazu gehört auch viel rohes Obst und Gemüse und Vollkorn.“

 

Heutzutage verhungert man an vollen Töpfen, so lautet die These der Ärztin. „Menschen sind übergewichtig und weisen trotzdem einen Mangel an Nährstoffen auf“, erklärt sie. Egal welche Ernährungsform man wählt, man müsse darauf achten, alle lebensnotwendigen Stoffe zu sich zu nehmen. Vitamin B 12 kommt fast nur in tierischen Lebensmitteln vor– deshalb müssen Veganer darauf besonders achten. Auch Bracht kennt diesen Nachteil: „Ein Vitamin B 12 Mangel kann echt gefährlich werden. Man sollte es immer zusätzlich einnehmen, wenn man sich vegan ernährt.“ Ein Mangel kann sich unter anderem in Depressionen, Blutarmut und sogar Lähmungen äußern, der Körper braucht das Vitamin für die Blutbildung und für ein gute, reibungslose  Funktion des Nervensystems.

Als Bracht noch ein Kind war, habe es einmal in der Woche Fisch und einmal in der Woche Braten gegeben – „und das war’s“, erzählt die 61-Jährige.  Heutzutage werde so viel Fleisch konsumiert, dass der Körper übersäuert. Das kann gesundheitliche Folgen haben in Form der modernen Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Allergie und Krebs. Die Menschheit habe sich viele Jahre lang pflanzlich ernährt, erst seit einigen Jahren ist Fleisch eine Massenware. Außerdem stecken in Tiermilchprodukten Antibiotika, Hormone und andere Arzneimittel. „Ich habe gesehen, dass es vielen Patienten, die ihre Ernährung umstellten, daraufhin wieder besser ging“, berichtet die Ärztin.

Was sagt sie aber zur steilen These einer Studie, dass Veganer den besseren Sex haben? „Nun ja, viele Veganer leben bewusster und wenn man ein besseres Körpergefühl hat, fühlt man sich beim Sex auch wohler“, antwortet Bracht.

Trotzdem solle nicht plötzlich jeder von der Bratwurst auf Tofu umsteigen. „Alles was fanatisch ist, ist schlecht“, meint die Ärztin. „Aber jede Mahlzeit ohne Tier ist ein Schritt zu einem gesünderen Leben.“

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare