So soll die neue Schwedlerbrücke aussehen. Auch ein Café im nördlichen Brückenkopf ist möglich. Illustration: Architekturbüro Christoph Mäckler/Ingenieurbüro Bollinger+Grohmann
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So soll die neue Schwedlerbrücke aussehen. Auch ein Café im nördlichen Brückenkopf ist möglich. Illustration: Architekturbüro Christoph Mäckler/Ingenieurbüro Bollinger+Grohmann

Ostend: Frankfurter Osthafen

Sanierung der Schwedlerbrücke startet 2022

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Anderthalb Jahre Bauzeit sind geplant. An den Widerlagern gibt es jeweils einen Lift.

Über den Zeitpunkt, seit wann die Schwedlerbrücke gesperrt ist, gehen die Meinungen auseinander. Martina Kraft, die Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung (ASE), datiert ihn auf 2009. Hermann Steib (Grüne), Vorsteher des Ortsbezirks 4 (Bornheim, Ostend), hingegen ist überzeugt davon, dass Fußgänger die Brücke über die Gleise des Güter-Areals des Ostbahnhofs erst seit dem Jahr 2011 nicht mehr benutzen können. So oder so: "Jedenfalls ist es schon viel zu lange", sagt der Ortsvorsteher.

Freudig aufgenommen hat Steib deshalb die Mitteilung, dass die Sanierung des maroden Bauwerks nun endlich losgehen kann. Vor acht Wochen seien einer Abordnung des Ortsbeirates bei einem Ortstermin nochmals der Zeitplan und einige Eckpunkte vorgestellt worden. 2022 sollen demnach die Bauarbeiten starten. Voraussichtlich nach anderthalb Jahren Bauzeit soll dann Mitte 2023 alles fertig sein. Die Baukosten beziffert Kraft mit 13 Millionen Euro. Inklusive Grunderwerb, Miete und Planungskosten stiegen diese auf schätzungsweise 16 Millionen Euro.

Langer Umweg bleibt erspart

"Angesichts der rasanten Entwicklung, die das Ostend in den vergangenen Jahren gemacht hat, ist die Schwedlerbrücke umso wichtiger geworden", betont Steib. Ralph Haerth, Sprecher der Interessengemeinschaft Hanauer Landstraße, stimmt zu. "Für uns ist es ein Schock gewesen, als es hieß, die Brücke sei einsturzgefährdet. Wir wollen, dass sie schnellstmöglich wiedereröffnet." Für die Menschen, die nördlich der Gleise wohnten, sei die Fußgängerbrücke auch eine wichtige Verbindung, um zum Einkaufen auf die Hanauer oder ins Scheck-in zu gelangen. Umgekehrt sei der Weg in den Ostpark wesentlich kürzer über die Fußgängerbrücke als der beschwerliche Umweg über Hanauer Landstraße und Ostparkstraße.

Die 245 Meter lange Schwedlerbrücke verbindet seit dem Bau des Osthafens im Jahr 1910 das Ostend und den Ostpark mit dem Hafengebiet und der Schwedlerstraße. Sie überspannt dafür die vielen Gleise des Güter-Areals des Ostbahnhofs. Wegen des schlechten baulichen Zustandes war die denkmalgeschützte Brücke gesperrt worden. Einige marode Brückenbögen waren zurückgebaut worden. Parallel dazu hatte das ASE im Jahr 2016 einen Wettbewerb zur Sanierung und Revitalisierung der Schwedlerbrücke ausgeschrieben, den die Arbeitsgemeinschaft aus Architekt Christoph Mäckler und den Ingenieuren Bollinger + Grohmann gewann.

Rampen nicht realisierbar

Die Planung der Sanierung erfolgte in enger Absprache zwischen Amt für Straßenbau und Erschließung und Denkmalamt. Denkmalgerecht saniert werden können die Brückenbögen und Stampfbetonpfeiler im südlichen Teil, berichtet Kraft. Neu zu errichten seien jedoch das nördliche Widerlager im Ostpark und der fehlende Brückenträger im Norden. Zum Einhub des neuen Brückenträgers auf der Nordseite werden die Gleise kurzzeitig gesperrt,

Die neue Schwedlerbrücke wird im Unterschied zur Vorgängerin barrierefrei sein. An beiden Widerlagern wird jeweils ein Lift installiert. Natürlich gibt es auch Treppen. Barrierefreie Rampen sind laut Kraft nicht möglich. "Die Steigung darf höchstens sechs Prozent betragen, mit Blick auf die damit verbundene Entwicklungslänge ist das an der Schwedlerbrücke nicht realisierbar", erklärt die ASE-Leiterin.

Eine zusätzliche Nutzung ist laut Steib offenbar im nördlichen Brückenteil vorgesehen. Bei dem Ortstermin sei die Rede davon gewesen, dass auch Platz für ein kleines Café im Brückenkopf sei. Der Ortsvorsteher hält das für eine charmante Idee.

Der Name der Brücke erinnert übrigens an den Bauingenieur Johann Wilhelm Schwedler (1823 - 1894), nach dessen Plänen zwischen 1883 und 1888 auch die drei Haupthallen des Frankfurter Hauptbahnhofs gebaut worden waren. Matthias Bittner

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