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Der Kran, mit dem die Brückenteile des Schwedlerstegs abmontiert werden, steht schon. Am Samstag beginnen die Arbeiten.

Erste Teile werden am Wochenende abmontiert

Sanierung der Schwedlerbrücke startet

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Mit Hilfe eines riesigen 600-Tonnen-Krans beginnt am Wochenende der Rückbau des maroden Schwedlerstegs. Und man kann sogar zugucken: Für Schaulustige gibt es eine eigens dafür ausgewiesene Zuschauerzone.

Den Rückbau des seit mitlerweile fünf Jahren gesperrten Schwedlerstegs macht das Amt für Straßenbau und Erschließung zum Spektakel und richtet auf dem Gelände des Containerterminals der Bahn AG einen Bereich für Schaulustige ein. Von hier aus können sie von Samstag bis Montag, 1. bis 3. Oktober, gefahrlos zuschauen, wie mit Hilfe eines 600 Tonnen-Krans beispielsweise die eisernen Brückenbögen und allerlei andere Streben abgebaut und anschließend abtransportiert werden.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) erinnerte bei der Vorstellung daran, dass der 244 Meter lange Steg, der von der Ferdinand-Happ-Straße bis zum Ostpark über die Gleise der Bahn führt, von 1910 bis 1913 gebaut und im Zweiten Weltkrieg auf der nördlichen Seite zerstört wurde. Vor fünf Jahren musste diese wichtige Fußgängerverbindung gesperrt werden, weil bereits erste Teile des maroden Bauwerks auf die Bahngleise gefallen waren. „Der Steg war früher eine wichtige Nord-Südverbindung für die Arbeiter im Osthafen, da dort viel mehr Arbeitsplätze als heute waren. Damals gab es noch keine Container und die Stückgutfracht wurde auf Handkarren bewegt“, sagte Oesterling. Auf dem Gelände, auf dem heute Wohnungen und ein Supermarkt gebaut wurden, war früher der Güterbahnhof-Ost.

Mit dem Abriss des nördlichen Teils der Schwedlerbrücke und der Untersuchung der mehr als 100 Jahre alten Brückenpfeiler aus Beton beginnt nun endlich die Sanierung. Basis dafür ist ein gemeinschaftlicher Entwurf des Architekturbüros Christoph Mäckler und des Ingenieurbüro Bollinger und Grohmann. Dieser hatte sich beim Wettbewerb, den die Stadt ausgelobt hatte, durchgesetzt (wir berichteten).

Zunächst gilt es aber die Ergebnisse der Untersuchung eines Brückenpfeiler abzuwarten. Sie soll Klarheit bringen, inwieweit eine Sanierung des Bauwerks überhaupt möglich ist. „Anschließend werden wir das weitere Vorgehen mit dem Denkmalschutz beraten müssen“, sagte Hans Beier, zuständiger Abteilungsleiter für Brücken im Amt für Straßenbau und Erschließung. Der nördlichste Brückenpfeiler wird für die Untersuchungen auf einen bereits am Boden vorbereiteten „Seziertisch“ gelegt. Das Ergebnis dieser Untersuchung lasse Rückschlüsse auf alle anderen Brückenbögen zu, so Beier. Er verweist aber darauf, dass womöglich der Zustand der Bögen so schlecht sei, dass eine Sanierung unverhältnismäßig teuer würde. Dann müssten die Stadtverordneten entscheiden, ob mehr Geld für eine Sanierung ausgegeben oder der Steg komplett neu gebaut werden soll.

Als sicher gilt, dass erst 2018 mit dem Neubau oder der Sanierung des Schwedlerstegs begonnen werden kann. Voraussichtlich 2020 oder 2021 könnten dann wieder die ersten Fußgänger über die Bahngleise laufen. Der neue Steg, das hat der Wettbewerb ergeben, wird nicht nur barrierefrei mit zwei Aufzügen sein, sondern am Fuße der Ostseite am Ostpark auch ein Café haben.

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