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Freut sich über den in Grautönen gehaltenen Neubau: Pater Stephan Kessler leitet das Priesterseminar und lehrt an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen.

Priesterseminar wird am Wochenende eingeweiht

Sankt Georgen: Neubau ist fertig

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Die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen hat in den vergangenen drei Jahren ein neues Priesterseminar gebaut. Neun Millionen Euro hat der Neubau, in dem 60 Studenten Platz finden, gekostet. Am Sonntag wird er eingeweiht.

Egal, welchen Raum man betritt, überall riecht es neu – nach neuem Parkett, neuen Möbeln und einem Hauch von Farbe. Nur im sechsten Stock, dort duftet es köstlich nach Essen, nach verschiedenen, fremdländischen Gewürzen. Lautes Lachen hallt durch den Flur. In einer Küche mit einem großen Tisch stehen Marco Gonzales, Robert Amandu und Gerald Mutarubukuia. Sie sind Austausch-Studenten aus Mexiko, Tansania und Uganda und wohnen in dem neuen Priesterseminar der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Oberrad. „Es ist wirklich toll hier. Ich fühle mich sehr wohl“, sagt Marco Gonzales vom Erzbistum Puebla de los Angeles. „Wir bilden hier eine richtige Brüderschaft.“

Das neue Priesterseminar wird am Sonntag eingeweiht. Schon jetzt wohnen dort 50 Studenten von vier Kontinenten. Drei Jahre hat der Neubau, der rund neun Millionen Euro gekostet hat, auf dem Campus der Hochschule an der Offenbacher Landstraße gedauert. Die Kosten tragen der Jesuitenorden, die Bistümer Limburg, Hamburg, Hildesheim und Osnabrück.

Entstanden ist ein hell und freundlich wirkender Bau, der sich über sechs Etagen erstreckt. Jedes Stockwerk beherbergt zehn Einzelappartements mit Duschen und Toilette. Sie sind schlicht eingerichtet mit einem Schrank, einem Bett sowie einem Schreibtisch.

Auf jeder Etage logiert eine Wohngruppe, die sich gemeinsam eine Küche sowie ein Wohnzimmer teilt. „Unsere Seminaristen sollen frei genug sein, zusammen zu kommen, sich aber auch zurückziehen zu können“, sagt Kessler. „Es ist eine Lebensentscheidung, Priester zu werden. Da braucht es die Kommunikation miteinander, damit man auch eine gute Entscheidung treffen kann.“ Zudem gibt es in jedem Stockwerk ein Funktionsraum wie eine geistliche Bibliothek oder einen Clubraum, der zum Lernen sowie für kleine Gottesdienste genutzt werden kann. Besonders eindrucksvoll ist der Blick aus den bodentiefen Fenstern auf die Frankfurter Skyline, die Europäische Zentralbank und die Oberräder Kräuterfelder. Geheizt wird das Gebäude mit Kanalisationswasser.

Nötig wurde der Neubau, weil das alte Priesterseminar von 1926, in dem sogar Papst Franziskus mal für drei Monate gelebt hat, stark in die Jahre gekommen war. „Eine Sanierung wäre zu teuer gewesen“, sagt Pater Stephan Kessler, der das Priesterseminar leitet, bei einem Rundgang durch die neuen Räume. Außerdem habe es wie „eine schlechte Jugendherberge“ gewirkt. Zimmer an Zimmer, mit Duschen und Toiletten auf dem Gang. Das alte Gebäude wurde abgerissen. Vier Etagen fielen. Das ehemalige Erdgeschoss bildet nun einen Verbindungsriegel zwischen altem Foyer und Neubau.

„Drei Jahre auf einer Baustelle zu wohnen und zu lernen war eine Herausforderung“, sagt Pater Kessler. „Wir mussten sehr zusammenrücken. Um so glücklicher bin ich jetzt aber über das Ergebnis.“ Und den Studenten gefällt es ja auch.

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