Sie gehören zum Team, das derzeit in der Abfüllanlage im Industriepark alles vorbereitet für die Impfstoff-Abfüllung (v.l.): Anlagenleiter Clemens Dietrich, Pharmazeutin Jennifer Keuth und Diplom-Ingenieurin Janina Lopez. Foto: wirtschaftsförderung frankfurt / jürgen mai
+
Sie gehören zum Team, das derzeit in der Abfüllanlage im Industriepark alles vorbereitet für die Impfstoff-Abfüllung (v.l.): Anlagenleiter Clemens Dietrich, Pharmazeutin Jennifer Keuth und Diplom-Ingenieurin Janina Lopez.

Pandemie

Sanofi in Frankfurt bereitet sich auf Impfstoff-Abfüllung vor

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
    schließen

Team von 160 Mitarbeitern wird derzeit geschult - Start im Sommer

Frankfurt -Die Vorbereitungen im Höchster Sanofi-Werk für die geplante Abfüllung von 125 Millionen Dosen des von Biontech und Pfizer produzierten Impfstoffs laufen auf Hochtouren: Insgesamt 160 Mitarbeiter sind nach Auskunft von Sanofi-Pressesprecher Stefan Dietrich seit Monaten mit dem Projekt und der Produktion beschäftigt.

Hintergrund ist ein bemerkenswerter Schulterschluss der großen Spieler in der Pharma-Industrie: Um seine Konkurrenten Pfizer und Biontech bei der Herstellung ihres Corona-Impfstoffes unter die Arme zu greifen, wird der französische Pharmakonzern Sanofi den genbasierten, besonders modernen und entsprechend begehrten mRNA-Impfstoff künftig von Höchst aus nach ganz Europa liefern (wir berichteten). Konkret geht es bei der Zusammenarbeit um die späte Phase der Produktion, das Vorbereiten und Abfüllen von mehr als 125 Millionen Impfdosen.

Der im Januar anvisierte Starttermin in diesem Sommer gelte weiter, erklärt Dietrich, Seine Kollegin Miriam Henn hatte noch konkreter davon gesprochen, dass man den Juli anpeile.

Steril und kalt muss es sein

Generaldirektor Paul Hudson hatte im Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro" von den hohen Ansprüchen gesprochen, die das Abfüllen des Impfstoffes erfordere, wie eine sterile Umgebung und sehr niedrige Temperaturen. Der Standort im Höchster Industriepark erfülle aber die Voraussetzungen und sei zudem auch durch die Nähe zum Biontech-Hauptsitz in Mainz die richtige Wahl.

Serum kommt in Zwei-Milliliter-Flaschen

Auch die Erfahrung als Produzent und Abfüller von Insulin spreche für den Industriepark. Die bestehenden Anlagen ließen sich aber für die Impfstoff-Abfüllung nicht einfach übernehmen, wie Dietrich erklärt: So werde das Insulin in Zehn-Milliliter-Flaschen abgefüllt, das Vakzin von Biontech und Pfizer hingegen in kleineren Zwei-Milliliter-Flaschen.

"Daher mussten wir für die ganze Prozesskette - vom Pooling (die Zusammenführung der Impfstofflösung, Anm. d. Red.) über die Abfüllung, Inspektion und Verpackung - die Anlagen mit neuen Formatteilen ausrüsten", erläutert Dietrich. Die mussten teils erst neu beschafft werden.

Bei allem, betont er weiter, sei größte Sorgfalt und Genauigkeit vonnöten: So würden die Anlagen, wie für alle Produktionsvorgänge üblich, vor der Inbetriebnahme getestet und qualifiziert. Anschließend werde der Gesamtprozess überprüft. "Dazu werden einige Chargen hergestellt und genauestens untersucht", so Dietrich. Die Produktion werde erst freigegeben, wenn alle Ergebnisse den strengen Anforderungen an einen pharmazeutischen Prozess genügen. Damit sei eine sichere Produktion sichergestellt.

Verantwortlich dafür ist Clemens Dietrich, Leiter der Hochleistungs-Isolatorabfüllanlage. Sein Team, so berichtet er, treffe sich im Rahmen eines Vier-Schicht-Systems zweimal täglich, sowohl vor Ort als auch über Video-Konferenzen. Den "Tag X", wenn die Impfstoffproduktion startet, hätten dabei alle vor Augen. "Wir müssen jeden Tag nutzen, um möglichst schnell liefern zu können", bringt Clemens Dietrich die Mission auf den Punkt.

Eine Aufgabe, die nach seinen Worten alle im Team motiviere, zusammenschweiße und auch mit Stolz erfülle. Janina Lopez, seit 2011 bei Sanofi und von Haus aus Diplom-Ingenieurin der Biotechnologie, fasst den Ansporn so zusammen: "Wir haben bereits in den letzten Monaten durch die Aufrechterhaltung der Medikamentenversorgung unter Pandemiebedingungen einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für die Gesundheit von Patienten weltweit geleistet - und werden unseren Einsatz mit der Auslieferung des Impfstoffs noch einmal steigern." michael forst

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare