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SC 1880 richtete europaweit größtes Lacrosse-Jugendturnier in Frankfurt aus

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Von: Katja Sturm

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Typisch für Lacrosse: der langstielige Schläger mit dem Netz an der Spitze. Damit wird der Ball gefangen und weiter gepasst - wie beim Spiel des deutschen gegen das tschechische Team. FOTO: rainer rüffer
Typisch für Lacrosse: der langstielige Schläger mit dem Netz an der Spitze. Damit wird der Ball gefangen und weiter gepasst - wie beim Spiel des deutschen gegen das tschechische Team. © Rainer Rüffer

Die Sportart, der von den Indianern erfunden wurde, ist in Deutschland nicht oft zu finden. Finalisten kamen aus Belgien und Tschechien.

Die Sonne versinkt am Samstagabend schon hinter den Bäumen. Vom Hockeyplatz auf der anderen Seite des Geländes des SC Frankfurt 1880 ist immer wieder Torjubel zu hören, vorne, an der Feldgerichtstraße, geht es deutlich ruhiger zu. Zu klar sind die Verhältnisse beim Lacrosse-Duell zwischen der männlichen U 19 des LCC Wolves und des belgischen B-Teams; die Tschechen werden es am Ende mit 14:0 gewinnen.

Sportart kommt aus den USA

Die Dominanz der Mannschaft von der Moldau nicht nur beim Scheider Cup des SC 80, dem europaweit größten Jugendturnier in dem von Indianern erfundenen Sport, ist laut Jürgen Grimm leicht zu erklären. Rund um Prag gebe es gleich mehrere Vereine, in denen der Sport ausgeübt wird, bei dem es um Tore geht und die kleinen Hartgummibälle mit einem langstieligen Schläger geworfen und gefangen werden, an dessen Ende sich ein taschenartiges Fangnetz befindet. So können sich die Mitglieder von klein auf regelmäßig vergleichen.

Im Rhein-Main-Gebiet sieht es anders aus: Der SC 80 findet in der Nähe bislang nur in Mainz Konkurrenz. Um andere Gegner zu treffen, müssen die etwa 150 Nachwuchsspieler gar nach Kassel, Köln oder Stuttgart fahren.

Der Förderverein „Jugend Lacrosse“, dessen Vorstand Grimm angehört, engagiert sich deshalb dafür, auch in anderen Städten der Region die Lust auf die Nischen- und Randdisziplin zu wecken. Nach Hanau und Bad Vilbel leihen die Frankfurter seit Kurzem ihre Übungsleiter aus, damit diese den Kindern die Grundzüge des bei den Jungen mit, bei den Mädchen eher ohne Körperkontakt gespielten Zeitvertreibs beibringen.

Gute Stimmung verbindet die Teilnehmer

Zwei FSJler, Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs im Dornbuscher Club, suchen in den Schulen nach Interessenten. Zur Motivation durften einige Anfänger mit Hilfe der geübteren Frankfurter bei der siebten Auflage des Scheider Cups mitmischen. Sie konnten so auch die gute Stimmung erleben, die nach Aussage Grimms und weiterer Eltern nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Erwachsenen verbindet und Lacrosse zu einem dauerhaft positiven Erlebnis mache. Anders als etwa beim Fußball gehe es mehr ums Mit- als ums Gegeneinander.

Als Beweis dafür dienen die mehr als 80 Helfer, die am Wochenende für die knapp 400, teilweise in Schulturnhallen übernachtenden Spieler in den vier Klassen, U 14 und U 19, jeweils weiblich und männlich, da waren. Neben Eltern, die am Grill oder an der Kaffeetheke standen, führten ältere Spieler Protokoll oder wirkten als Schiedsrichter. Probleme, genügend Freiwillige zu finden, gibt es laut Grimm nicht. Jedem, der mal dabei war, mache es Spaß. Auch er selbst bleibt treu, obwohl sein Sohn Benjamin dem Jugendalter entwachsen und mittlerweile Spieler in der Herrenmannschaft ist.

„Früher hat er Fußball gespielt“, sagt Grimm. Aber nach einem längeren Auslandsaufenthalt sei es, zurück in Deutschland, nicht mehr möglich gewesen, dort noch Anschluss zu finden. Über einen Schulfreund wurde Benjamin Grimm auf Lacrosse aufmerksam und ist geblieben.

Für Spätstarter geeignet

Das sei ein weiterer Vorteil des Sports, sagt sein Vater. Dass man noch als Teenager und damit in einem Alter einsteigen könne, in dem woanders „der Zug schon abgefahren“ sei.

Zu den Nachteilen gehöre vielleicht die teure Ausrüstung: Während die Mädchen weder Helm noch Polster brauchen, kommen bei den Jungs für diese und den Schläger schnell mehrere hundert Euro zusammen.

Doch auch dafür gibt es eine Lösung: Ehemalige Spieler, die sich bundesweit organisiert haben, stellen Vereinen Ausrüstungen zur Verfügung. Auch der SC 80, obwohl schon länger dabei, habe erst kürzlich davon profitiert.

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