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Schweizer Platz in Frankfurt: Schüler mit Ideen zur Umgestaltung

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Von: Stefanie Wehr

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In Frankfurt soll der Schweizer Platz umgestaltet werden. Auch Grundschüler haben Ideen für die Umgestaltung.

Frankfurt – „Ich finde unseren Schulweg auf der Schweizer Straße gefährlich“, sagt Leonore (8), „da brausen sehr viele Autos lang“. „Die Fußgängerampeln am Schweizer Platz sind nur ganz kurz grün, da kann man nicht gemütlich drübergehen, sondern muss rennen“, beklagt sich Julius (8). Doof sei es, wenn Erwachsene bei Rot über die Straße gehen. „Das ist kein gutes Vorbild, weil die Kinder das sehen und dann auch bei Rot rüberlaufen“, findet Ella (8).

Dass ihr Schulweg ein wichtiges Thema ist, finden die Grundschüler klasse. Denn zu dem Schulweg gibt es eine Menge zu sagen. Das Mobilitätsdezernat hatte dazu eingeladen, im Zuge der Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung der Schweizer Straße und des Schweizer Platzes auch die Schüler der umliegenden Schulen zu Wort kommen zu lassen. Beteiligt haben sich nur die Textorschule an der Oppenheimer Landstraße und die Freiherr-vom-Stein-Schule an der Schweizer.

Die Carl-Schurz-Schule an der Holbeinstraße und die Schillerschule in der Morgensternstraße, deren Schüler auch die Schweizer nutzen, sind nicht dabei. In ihren Klassen haben sich die Textorschüler Gedanken über gemacht, was sie sich für den Schweizer Platz wünschen, wenn der umgestaltet wird und die Straßenbahn in der Mitte hält, wie es die Stadt plant.

Schweizer Platz in Frankfurt: Mehr Ampeln für Fußgänger

Nichts leichter als das: „Man könnte einen schönen Brunnen bauen und einen Teich anlegen. Es soll grüner sein. Außerdem wären eine Hollywood-Schaukel gut und Tischtennisplatten“, sprudelt es aus den Kindern heraus. Ihre Ideen haben sie auf ein Plakat aufgemalt und aufgeschrieben. „Ich hatte die Idee, dass man ein Baumhaus auf Stelzen bauen könnte“, sagt Julius.

„Und es wäre wichtig, dass in der Mitte eine Ampel ist, wenn dort die Straßenbahn fährt, damit man sicher von einer Seite auf die andere kommt“, findet der Zweitklässler. „Überhaupt braucht es mehr Fußgängerampeln.“ Die Autos hätten viel länger grün als die Fußgänger, das sei ungerecht. „Es kommt mir so vor, als hätten die Autos immer Vorrang“, sagt Franziska (8).

Mit der Umgestaltung des Schweizer Plates solle die Chance ergriffen werden, den Schülern im Viertel mehr Platz einzuräumen, ergänzt Schulleiterin Tamara Neckermann. „Unser Schulhof ist sehr klein. Man sollte ihn um eine Fahrspur auf der Oppenheimer Landstraße bis hin zur Nase an der Einmündung der Souchaystraße erweitern.“ Die Forderung besteht seit 2019. Das Landesamt für Denkmalpflege müsse erst zustimmen, so die Stadt.

Die Textorschüler zeigen ihre Ideen für den Platz. FOTO: rainer rüffer
Die Textorschüler zeigen ihre Ideen für den Platz. © rüffer

Schweizer Platz in Frankfurt: Adventssterne sollen bleiben

„Die Schweizer Straße ist schön, und es ist sehr praktisch, dass es dort so viele Geschäfte gibt, denn man muss nicht weit laufen und kann alles einkaufen“, sagt Deya (10), die in der Metzlerstraße wohnt. „Ich finde es aber schlimm, dass die Leute ihren Müll überall hinwerfen und es dreckig ist. So geht das nicht. Ich mache ja auch mein Zimmer sauber.“ Der Schweizer Platz, findet die Viertklässlerin, könne „ein Anziehungspunkt für Touristen sein. So einen Platz hat ja nicht jeder“. Was unbedingt auf dem Platz nicht vergessen werden dürfe, sei die Weihnachtsbeleuchtung. „Und die schönen Adventssterne, die sollen auch wieder kommen“, hofft Adriana (7).

Die Mädchen sind sich zudem einig, dass sie es nicht gut finden, dass Obdachlose auf dem Gehweg sitzen. „Ich traue mich nicht allein zum Rewe zu gehen, weil ich Angst habe vor den Bettlern“, sagt Leonore. „Sie könnten uns was tun“, befürchtet sie. Andere Kinder haben ähnliche Ängste, etwa davor, dass sie allein nicht sicher sind. Deya fährt manchmal mit dem Roller allein nach Hause. „Mit dem Roller bin ich schneller, da kann mich niemand festhalten, sagt die Viertklässlerin. Manche Straßen in Sachsenhausen seien tagsüber menschenleer. „Da müsste man was tun, sonst verschwinden da vielleicht Kinder“, sagt Julius.

Ihre Ideen wollen die Schüler in einem Video zeigen. Das Video und die gemalten Plakate sind beim Infoabend am 8. November in der Freiherr-vom-Stein-Schule und während der Aktionswoche von 7. bis 12. November in der Volksbank-Filiale, Schweizer Straße 39, zu sehen. (Stefanie Wehr)

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