Stadtgeflüster

Schick auf dem Drahtesel

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Wenn es einmal schnell gehen muss und die Stadt voller Autos ist, die sich nur langsam fortbewegen, ist Andreas Kubowitsch ein gefragter

Wenn es einmal schnell gehen muss und die Stadt voller Autos ist, die sich nur langsam fortbewegen, ist Andreas Kubowitsch ein gefragter Mann. Der selbstständige Fahrradkurier aus dem Bahnhofsviertel liefert mit seinem Drahtesel Briefe, Pakete und Päckchen in Frankfurt und in Offenbach aus. Dabei setzt er aus Umweltgründen aufs ein Fahrrad, das Lasten bis zu 100 Kilo transportieren kann. Im Büro des „Grünen Kuriers“ funktioniert alles digital, ohne Papier – der Umwelt zuliebe. Im Schnitt schafft er täglich 14 Lieferungen und radelt bis zu 120 Kilometer bei Wind, Regen, Schnee oder Sonnenschein. Während der Hitzeperiode war es für den gelernten Tourismusexperten besonders anstrengend. Sechs Liter Wasser musste Kubowitsch trinken, um den Flüssigkeitsbedarf auszugleichen. Ungewöhnlich, dass der Fahrradkurier auch in seiner Freizeit noch gerne Rennrad fährt, Fußball und Tennis spielt oder ins Fitnessstudio geht. Ungewöhnlich auch sein Markenzeichen: Andreas Kubowitsch trägt zwei unterschiedliche Schuhe. Gespannt sind Stephan Görner und Sven Müller , ob der Fahrradkurier die Turnschuhe auch bei der vierten Charity-Gala „Kleider machen Leute“ am Samstag, 10.November, im Hotel Kempinski trägt. Diese würden nur bedingt zum schicken Alpaka-Maßanzug passen, den ihm Maßschneider Görner für das Fotoshooting von Daniel Baldus anlässlich der Kampagne auf den Leib schneiderte. In der Nobelherberge erwartet die Gäste und die Models ein abwechslungsreiches Programm, bei dem unter anderem Schauspielerin Liz Baffoe über den Catwalk läuft und die Kultgruppe „Snap“ für den guten Ton sorgt. Das Ganze kommt einem guten Zweck zugute: der Leberechtstiftung unserer Zeitung. Seit sechs Jahrzehnten hilft sie benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie ihren Eltern.

Kubowitsch ist eins von zwölf Amateurmodels mit außergewöhnlichen Berufen, die zunächst authentisch am Arbeitsplatz und dann im Maßanzug oder Kostüm fotografiert werden. Bei der Aktion „Kleider machen Leute“ der Initiatoren Görner und PR-Fachmann Sven Müller, geht es darum, dass Frankfurt zwar wie keine zweite Stadt in Deutschland von „Nadelstreifen und Krawatten“ geprägt sei. Doch es gäbe nicht nur die Geschäftswelt, sondern auch viele Frauen und Männer, die im „Maschinenraum der City“ arbeiten. Ob im Blaumann oder in der Uniform Tag für Tag sorgen sie dafür, dass die Stadt funktioniert. Leider sei die öffentliche Anerkennung dafür oft zu gering.

(es)

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