Zwei Polizisten mit Maschinenpistolen sichern nach den Schüssen die Absperrung am Friedrich-Stoltze-Platz.
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Zwei Polizisten mit Maschinenpistolen sichern nach den Schüssen die Absperrung am Friedrich-Stoltze-Platz.

Rockerkrieg in Frankfurt?

Schießerei im Herzen von Frankfurt

  • vonChristian Scheh
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In der Frankfurter Innenstadt ist gestern am helllichten Tag mehrfach geschossen worden. Mindestens zwei Menschen wurden schwer verletzt. Hintergrund ist offenbar eine Auseinandersetzung im Rockermilieu.

Die Cafés und Restaurants rings um den Friedrich-Stoltze-Platz (Innenstadt) sind wegen ihrer Außenplätze sehr beliebt an sonnigen Tagen. Gestern Nachmittag fielen dort mehrere Schüsse. Zwei Männer, vermutlich mit Hells-Angels-Bezug, wurden schwer verletzt. Und wie nach den

steht wieder die Frage im Raum, ob Frankfurt ein Rockerkrieg droht – oder ob dieser vielleicht schon tobt.

Zu den Szenen, die einige zartbesaitete Lokalbesucher noch einige Zeit beschäftigen dürften, kam es gestern gegen 16.50 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt fuhr nach Polizeiangaben ein weißer Mercedes-Geländewagen am Restaurant „Helium“ vor. Mindestens zwei Männer seien aus dem Fahrzeug gestiegen – und aus einer Gruppe von „Helium“-Gästen heraus sofort unter Beschuss genommen worden. Zwei Männer aus dem Mercedes seien getroffen und schwer verletzt worden, sagte ein Behördensprecher.

Die Schüsse sollen ringsum panische Reaktionen ausgelöst haben: Menschen sprangen von ihren Stühlen auf und rannten weg, Gläser gingen zu Bruch. „Es wurde mindestens zehn Mal geschossen“, schätzte ein Zeuge, als Polizisten den Stoltze-Platz längst weitläufig abgesperrt hatten und mit Maschinenpistolen patrouillierten. Der Schütze und seine Begleiter – die genaue Personenzahl stand gestern noch nicht fest – waren zu diesem Zeitpunkt längst fort. Sie waren schnell geflüchtet – möglicherweise mit dem schwarzen Kombi und dem Honda-Motorrad, die die Polizei nach dem Vorfall landesweit suchte.

Auto-Kennzeichen weist auf Hells Angels hin

Zurück blieb eine Pistole auf dem Asphalt und der weiße Mercedes. Allein dessen Windschutzscheibe wurde dem Anschein nach von sechs Projektilen getroffen. Die Polizei hält es für möglich, dass in dem Geländewagen außer den beiden Verletzten noch weitere, ebenfalls flüchtige Personen saßen. Die Vermutung, dass die Insassen des Wagens einen Hells-Angels-Bezug haben, liegt nahe, weil das Kennzeichen die Ziffern 1881 aufweist. In Buchstaben umgewandelt (A = 1 etc.), stehen sie für die Kombination AHHA , die von den Höllenengeln gerne verwendet wird. Außer dem Mercedes sprechen auch fünf schwere Motorräder, die am Tatort zurückblieben, für einen Rockerbezug.

Die Polizei hielt die Absperrung am Tatort bis in die späten Abendstunden hinein aufrecht. Spuren wurden gesichert, Zeugen befragt. Der Rettungsdienst transportierte auch eine unbeteiligte Frau ab, die bei dem Vorfall offenbar leicht verletzt wurde.

Vor dem Katana-Club waren im Juli 2014 zwei rivalisierende Hells-Angels-Gruppen aneinandergeraten. Ob die Konfliktlinie im jüngsten Fall ähnlich verläuft, wird nun die Kriminalpolizei klären müssen.

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