Lebensmittelkontrollen

Schimmel, Ratten, Maden: Die fiesesten Frankfurter Ekel-Fälle

  • schließen

Gravierende Hygienemängel, Schlagstöcke, unverzollte Zigaretten: Auf allerlei Unappetitliches und Illegales sind Lebensmittelkontrolleure . Den Tiefpunkt aber erlebten in der Küche eines Bistros im Bahnhofsviertel. Dort waren Boden und Decke mit Schwarzschimmel bedeckt. Es roch nach Mäuse-Urin, Nagetiere liefen umher. So schockierend es klingt: Die Ekel-Funde sind beileibe kein Einzelfall. Denn Skandale um Lebensmittel und Hygiene in der Frankfurter Gastronomie gibt es reichlich; wir haben Beispiele der jüngeren Geschichte zusammengetragen.

Gravierende Hygienemängel, Schlagstöcke, unverzollte Zigaretten: Auf allerlei Unappetitliches und Illegales sind Lebensmittelkontrolleure . Den Tiefpunkt aber erlebten in der Küche eines Bistros im Bahnhofsviertel. Dort waren Boden und Decke mit Schwarzschimmel bedeckt. Es roch nach Mäuse-Urin, Nagetiere liefen umher.

So schockierend es klingt: Die Ekel-Funde sind beileibe kein Einzelfall. Denn Skandale um Lebensmittel und Hygiene in der Frankfurter Gastronomie gibt es reichlich; wir haben Beispiele der jüngeren Geschichte zusammengetragen.

In einer Frankfurter Spielothek mit Dönerverkauf und einem Tele-Shop-Kiosk , dass die Betreiber gleich selbst ihre Läden dicht machten. Die Spielhalle wurde ohne Erlaubnis geführt und firmierte dreist als Sportsbar, das Jugendschutzgesetz fehlte, dafür gab’s viel Dreck. Und in einem Restaurant im Hauptbahnhof fühlten sich zu viele Schaben zu wohl, weswegen Menschen da jetzt nicht mehr reinkommen.

Eine illegale Wurstküche . Sie beschlagnahmten rund 500 Kilogramm rohes Hackfleisch, das zu Grillwürstchen für ein Fest in Frankfurt verarbeitet werden sollte. Das Fleisch war nach Angaben der Stadt von Montag ungekühlt. Im Wohnzimmer hatte der Täter die Wurstfüllmaschine aufgebaut, in der Küche stand ein Bottich mit Schweinedärmen, im Flur 22 mit Hackfleisch gefüllte Wannen.

Das Frankfurter Ordnungsamt schloss am Montag, 27. April, die Produktionsstätte und 15 Filialen der Bäckerei Mayer. gestoßen. Bis Mitte Mai verkauften wieder alle Filialen – zunächst Brot von anderen Bäckern. Denn Mayers Öfen blieben nach dem Hygieneskandal vorerst weiter kalt.

Anfang März 2015 hatte das Ordnungsamt bei Kontrollen in Frankfurter Bars, Restaurants und Supermärkten teils erschreckende Erkenntnisse gesammelt. Es gab keine Lokalität, in der nichts zu beanstanden war und bei vier Betrieben war die Lage sogar derart übel, dass sie geschlossen wurden. Zwei Restaurants, eine Bar und eine Shisha-Bar mussten wegen eklatanter hygienischer Mängel sofort geschlossen und in einem Supermarkt die Vernichtung von Lebensmitteln angeordnet werden.

Insgesamt 16 Bars, Restaurants und Supermärkte durchkämmten die Lebensmittelkontrolleure und Stadtpolizisten des Ordnungsamtes. Keiner der Betriebe im Innenstadtbereich, im Bahnhofsgebiet und in Fechenheim blieb ohne Beanstandung.

Nur drei Wochen zuvor, Mitte Februar hatte das Ordnungsamt bei Gaststättenkontrollen zahlreiche Missstände festgestellt. Zwölf von 13 überprüften Betrieben wiesen teils gravierende Mängel in puncto Sicherheit und Hygiene auf.

Ob Bahnhofsviertel, Bornheim, Innenstadt oder Hanauer Landstraße: Die Liste der zu kontrollierenden Betriebe war lang in dieser Nacht. Und gefunden wurde jede Menge. Bis auf eine Gaststätte konnten in jedem Betrieb kleinere, aber auch gravierende Mängel festgestellt werden.

In drei Gaststätten waren die hygienischen Verhältnisse derart eklatant, dass die Betriebe unter Aufsicht des Ordnungsamtes sofort schließen mussten. Ratten- und Mäusebefall, der unsachgemäße Umgang mit Lebensmitteln sowie eine katastrophale Grundhygiene waren Ausschlag dafür. Aber auch in Betrieben, die nicht geschlossen werden mussten, fanden sich zahlreiche Mängel. Defekte Notausgangsbeleuchtungen und verschlossene Notausgänge, in unterirdisch gelegenen Betriebsstätten durchaus wichtig, veraltete Jugendschutzgesetze, eine fehlende verantwortliche Person, ein Verstoß gegen das Waffen- und Aufenthaltsgesetz sowie kleinere Hygienemängel rundeten den erfolgreichen Kontrolltag ab.

Mehrere Bars und Wettbüros machte die Polizei nach Kontrollen in Höchst  Anfang Dezember 2014 dicht. Für den Verbraucher bedeuten die Entdeckungen nichts Gutes. Von elf kontrollierten Betrieben hauptsächlich Shisha-Bars und kleinere Cafés in der Höchster Innenstadt mussten alleine sieben Betriebe von den Lebensmittelkontrolleuren des Ordnungsamtes geschlossen werden. Starke Hygienemängel, Ungezieferbefall, bauliche Mängel sowie der Verkauf bedenklicher Alkoholika und Softdrinks sind nur die Spitze der Feststellungen, die selbst erfahrene Kontrolleure überrascht haben, teilt die Stadt mit.

Eine explosive Entdeckung haben die Kontrolleure bei der Durchsuchung eines Gemischtwarenladens im Bahnhofsviertel Anfang August 2014 gemacht. Landespolizisten, die eigentlich "nur" auf der Suche nach Verstößen gegen das Markengesetz in das Geschäft gingen, stießen auf falsch gelagerte Gaskartuschen in großer Zahl. Außerdem auf erhebliche Mengen Feuerzeugbenzin, Spraydosen, Einwegfeuerzeuge, Grillanzünder und Scheibenreiniger. Statt der acht erlaubten Gaskartuschen fanden die Kontrolleure mehr als 1 200.

Außerdem stießen sie nach Angaben des Ordnungsamts auf große Mengen brennbarer Flüssigkeiten und weitere Brandlasten wie Kartons, Stoffe und Textilien. In einer Küche stand ein Campinggaskocher auf Kartonagen, die Polizisten fanden aber auch verschimmelte Speisen nebst Ungeziefer. Acht große mit Parfum gefüllte Tüten wurden wegen Plagiatsverdachts sichergestellt. Ebenso Kinderspielzeug und Puppen, bei denen der Verdacht auf eingebrachte Weichmacher besteht.

Nur wenige Tage zuvor stießen Kontrolleure von Ordnungsamt und Landespolizei in einer Frankfurter Pizzeria auf Kokain in einem Schuhkarton. Der Gastwirt war geständig. Gegen den Kokainfund nimmt sich das Vergehen eines Lebensmittelhändlers, der für den Nachbarladen verbotswidrig eine Grillstation betrieb und die darüber liegenden Wohnungen einräucherte, eher gering aus. Beide Geschäfte wurden untersagt.

In mehreren Lokalen und Gewerbebetrieben im Bahnhofsgebiet haben Stadtpolizisten und Lebensmittelkontrolleure des Ordnungsamtes am Abend des 18. Februar wiederholt zum Teil unhaltbare Zustände vorgefunden. Einige Gaststätten mussten vorübergehend geschlossen werden. Bei einer Liegenschaft besteht der Verdacht auf Mietwucher und Überbelegung.

Die Palette reicht von falscher Lebensmittelkennzeichnung über Verletzungen des Eichgesetzes bis zu starken Hygienemängeln und Ungezieferbefall. Hinzu kommen auf baulicher Seite zugestellte Notausgänge, offenliegende Stromkabel und illegal genutzte Gasträume mit zum Teil erheblicher Brandgefahr. Experten der Feuerwehr bestätigten die Eindrücke der Stadtpolizei und befürworteten die Versiegelung der beanstandeten Räumlichkeiten bis zur Behebung der Mängel.

In einem Geschäftshaus wurden ehemalige Büros als Wohnräume vermietet und zum Teil horrende Summen verlangt. So waren zum Beispiel für ein etwa zwölf Quadratmeter großes Zimmer ohne eigene Toilette und Nassbereich zwischen 440 und 520 Euro zu entrichten. Teilweise werden Zimmer, belegt mit drei oder vier Personen, für rund 230 Euro pro Bett vermietet.

Es sind kleine, blaue Kügelchen, und sie sind tödlich zumindest für Ratten. Das Rattengift Raticid fanden Lebensmittelkontrolleure des Ordnungsamtes in mehr als 100 Kisten Romana-Salat im März am Frankfurter Großmarkt gefunden. Der Großhändler selbst hatte die blauen Kügelchen bemerkt und daraufhin die Behörde verständigt. Da hatte er allerdings schon 6 der insgesamt 110 aus Italien gelieferten Kisten verkauft. Eine davon konnten die Kontrolleure bei einem türkischen Lebensmittelmarkt in Offenbach ausfindig machen, eine zweite hatte der Offenbacher Händler bereits weiterverkauft. Die beinah 1300 sichergestellten Salatköpfe wurden allesamt vernichtet.

  1. Mai 2012: Zwei Kantinen in Frankfurt werden geschlossen: Dort werden Ehec-Erreger gefunden.
  2. März 2011: Eine Pizzeria im Nordend macht dicht: Mäuse in der Küche, Schimmel im Kühlraum und Kakerlaken im Lager . . .
  3. September 2010: Eine Bäckereikundin trinkt eine heiße Schokolade, plötzlich kribbelt es in ihrem Mund, zum Vorschein kommt eine lebende Schabe. Auf den Backwaren und in der Backstube wimmelt es vor Schaben. Der Betrieb muss schließen.
  4. Mai 2009: Lebensmittelkontrolleure und Gewerbeaufsicht ziehen auch in Frankfurt Getränkedosen der Marke Red Bull Cola aus dem Verkehr. Der Energy-Drink soll Extrakte der berauschenden Cocablätter enthalten.
  5. September 2006: In einem Frankfurter Kühlhaus werden 35 Tonnen Gammelfleisch sichergestellt. Die Funde bestanden vor allem aus Rind- und Schweinefleisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare