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Foto: Bernd Kammerer

Boas

So war der Schlangen-Alarm in der Kita 38 in Dornbusch

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Riesenschreck, nicht nur für die Kleinen: Elf Würgeschlangen wurden gestern im Grünstreifen vor einer Kindertagesstätte im Dornbusch gefunden. Die Feuerwehr kam und sammelte die Boas ein.

Ausgewachsen können sie tödlich sein, doch nur 30 Zentimeter lang erinnerten die Baby-Boas, die sich da über Gehweg und Gebüsch ringelten, eher an braun-grau getigerte Würmer. Es war eine Mutter, die auf dem Weg aus dem Kindergarten in der Fritz-Tarnow-Straße 25 - mitten in - eines der Kriechtiere auf dem Trottoir entdeckte und Alarm schlug. Schnell wurden die Kinder nach innen geholt, Fenster und Türen verriegelt, Polizei und Feuerwehr alarmiert. Es herrschte große Aufregung.

„Wir wussten ja nicht, ob sie giftig sind“, sagte Marianne Zlatnik, die stellvertretende Leiterin der Kita 38.

Doch schnell konnten die Experten Entwarnung geben. Zuvor durchsuchten Feuerwehrleute und Reptilienexperten das Gelände. Auf dem Gehweg und im Gras fanden sie rasch noch weitere kleine Schlangen. Zum Schluss ging die Beamten gar mit einem Rechen durch die Grünfläche vor dem Kindergarten, um nur ja keines der Tierchen zu übersehen.

Insgesamt wurden elf wurden eingesammelt. Alle gehören zur Art Boa Constrictor. „Das sind tropische Würgeschlangen, die harmlos, nicht giftig und für Menschen nicht gefährlich sind“, so Johannes Köhler vom Frankfurter Zoo der bei der Suche dabei war. Zwei von ihnen überlebten nicht. Die anderen kamen ins Tierheim Fechenheim.

Wie die Schlagen in die Nähe der Kita gekommen sind, ist dagegen völlig offen. „Es ist nicht auszuschließen, dass sie aus einer privaten Zucht stammen, von ihrem Besitzer einfach ausgesetzt wurden“, so Köhler. Oder: Sie wurden nur kurz zuvor (lebend) direkt vor der Kita geboren. „Sie dürften nicht älter als ein paar Tage sein.“ Dann müsste aber auch die Mutter noch in der Nähe unterwegs sein. Eher unwahrscheinlich. Zumindest wurde sie bei der Aktion nicht gefunden....

Auch die Suche nach dem ursprünglichen Besitzer dürfte sich schwierig gestalten. „Den zu ermitteln ist nicht unsere Sache. Wir haben kein Verfahren eröffnet. Es ist die Sache der Gefahrenabwehr und damit der Feuerwehr“, so eine Sprecherin der Polizei .

„Die Boa Constrictor ist eine beliebte Schlage. Jeder kann sie im Zoohandel kaufen“, erklärt auch Zoo-Sprecherin Carolin Liefke. Wie viele es in Frankfurt gib, weiß aber auch sie nicht. Denn die Tiere stehen nicht unter einem besonderem Artenschutz, Boa-Besitzer müssen sie nicht registrieren.

Die Kinder jedenfalls hatten ihren Spaß: Feuerwehr, Polizei und sogar echte Schlagen, das war eine Menge Aufregung an für einen Vormittag. „Ich hatte eine der Schlagen auf der Hand und habe sie unseren Kindern gezeigt“, sagte Marianne Zlatnik. Die stauten denn auch nicht schlecht und interessierten sich sehr für die ungewöhnlichen Gartennachbarn.

Der Webseite „Schlangenwelt.de“ zufolge ist die Boa Constrictor als Einsteiger-Schlage bei Reptilienfreunden sehr beliebt, ihre Haltung anspruchslos. Allerdings müsse man wissen, dass erwachsene weibliche Schlange durchaus bis zu drei Metern lang werden. Allerdings hängt das von der Unterart ab.

Boa Constrictor kommen aus Süd- und Mittelamerika. Für ausgewachsene Tiere bezahlen Liebhaber von 50 bis 350 Euro. Die Schlagen bringen lebende Junge zur Welt, die bei der Geburt von einer dünnen Haut umgeben sind. Meist werden die Tiere bei Regen geboren. Schon die Jungschlangen sind vollständig entwickelt und gehen selbstständig auf Nahrungssuche.

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