Geht es nach den städtischen Planern, werden westlich der Parkstadt in Unterliederbach, einem der am schnellsten wachsenden Stadtteile, 1100 weitere Wohnungen auf 1800 Hektar Land in der "Parkstadt II" entstehen. An der Parkstadt waren mehrere private Bauunternehmen beteiligt.
+
Geht es nach den städtischen Planern, werden westlich der Parkstadt in Unterliederbach, einem der am schnellsten wachsenden Stadtteile, 1100 weitere Wohnungen auf 1800 Hektar Land in der "Parkstadt II" entstehen. An der Parkstadt waren mehrere private Bauunternehmen beteiligt.

Immobilienmarkt

Wohnungsmarkt in Frankfurt: Schärfere Vorgaben verunsichern Investoren

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    VonDennis Pfeiffer-Goldmann
    schließen

Politische Debatten über noch schärfere Vorgaben für den Wohnungsmarkt in Frankfurt verunsichern Vermieter und lassen Bauherrn ins Umland abwandern

Frankfurt - Die politische Diskussion über noch schärfere Vorgaben für den Wohnungsmarkt in Frankfurt lässt mittelständische Investoren und Vermieter auf die Bremse treten. Das zeigt eine Umfrage des Eigentümerverbandes Haus & Grund unter Mitgliedern auf. So haben die Debatten über Mietendeckel, Mietpreisbremse und Co. mehrfach negative Folgen: Investoren wandern ab und für die Mieter wird es noch teurer.

Die Zahlen sind alarmierend: Nur 20 Prozent der privaten Wohnungseigentümer können sich in Frankfurt aktuell vorstellen, weitere Mietwohnungen zu kaufen oder zu bauen. Die übrigen haben ihre Investitionen gestoppt. "Die Situation ist hochproblematisch", sagt Jürgen H. Conzelmann, der Frankfurter Vorsitzende von Haus & Grund. Er warnt die Politik vor weiteren Eingriffen: "Wenn man das noch stärker stranguliert, kippt der Markt."

Wohnungsmarkt in Frankfurt: "Wenn man das noch stärker stranguliert, kippt der Markt"

Wie sich Mietpreisbremse und politischen Debatten um noch stärkere Regulierung auf die mittelständischen Investitionen in Wohnungen in Frankfurt auswirken, dazu hat Haus & Grund von Mitte Juli bis Anfang September erstmals seine Mitglieder befragt. 1313 Antworten bekam der Verband. 57 Prozent aller rund 360.000 Wohnungen gehören Privateigentümern, 38 Prozent sind privat vermietete Wohnungen.

Die Mieter wohnen darin oft sehr günstig, da Kleinvermieter nur selten die Miete erhöhten, betont Conzelmann. Das sei anders als bei Wohnungskonzernen, die oft Jahr für Jahr das zulässige Maximum an Erhöhungen ausschöpften. Das soziale Vorgehen vieler Kleinvermieter berücksichtige die Politik bei ihren Regulierungen aber nicht, kritisiert der Haus & Grund-Chef. "Da wird viel zu viel über einen Kamm geschoren."

Frankfurt: Hohe Mieten und schärfere Vorgaben – "Der private Vermieter wird vergrämt"

Nun aber reagieren auch Kleinvermieter: 19 Prozent haben wegen der staatlichen Regulierung Mieten vorsorglich erhöht. "Die wurden durch die politischen Diskussionen überhaupt erst darauf gebracht, sich über Mieterhöhungen Gedanken zu machen", sagt Conzelmann. Das habe sich bei Haus & Grund im Beratungsbedarf gezeigt. Dahinter steckt die Mietpreisbremse: Vermieter dürfen Mieten seit Mitte 2019 stadtweit nur noch eingeschränkt erhöhen.

Die schärfere Regulierung bremst zugleich die Investitionsbereitschaft aus: 40 Prozent der Grundeigentümer haben laut Umfrage geplante Investitionen in ihre Wohnungen aufgeschoben oder ganz gestrichen. Während so etwas "nur" bestehende Bewohner trifft, droht zusätzlich eine Verschärfung der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt. 53 Prozent der Eigentümer wollen in keine neue Wohnungen investieren, ein weiteres Viertel ist unentschlossen. Gründe sind die Angst vor weiterer Regulierung des Mietmarktes sowie zu strenge lokale Vorgaben wie Milieuschutz, Stellplatz- und Gestaltungsvorgaben. "Der private Vermieter wird vergrämt", sagt Conzelmann. Statt zu bauen dächten viele Eigentümer eher ans verkaufen.

Stadt Frankfurt fördert zu einseitig nur Sozialwohnungen

Für kleine und mittelständische Privatinvestoren sei es durch die Regulierung kaum noch möglich, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, warnt der Verbandsvorsitzende. Das könnten sich nur noch öffentlich subventionierte Wohnungsbaugesellschaften leisten. Die Stadt fördere zu einseitig nur Sozialwohnungsbau und hofiere Großinvestoren, die Hochhaus-Luxuswohnungen bauten. Dabei werde "der gesamte untere Mittelstand vergessen", geißelt Conzelmann. "Die brauchen auch Wohnungen, die sie bezahlen können."

Das Geld zum Investieren ist durchaus weiter da. Nur wandern die Investitionen ab: Bloß 16 Prozent der Eigentümer investieren weiter in Frankfurt, 40 Prozent hingegen im Umland. "Das ist total neu", sagt Conzelmann. "In Frankfurt wird jetzt nur noch das Nötigste gemacht." Im Umland, etwa in Bad Vilbel, würden Baugenehmigungen viel schneller und flexibler erteilt.

Die neue Stadtregierung mahnt der Verbandsvorsitzende daher, Restriktionen zu streichen. Beispielsweise müssten Aufstockungen und Dachausbauten einfacher möglich sein, aktuell würden sie durch Milieuschutzsatzungen verhindert. Die Politik solle "nicht unsinnige Diskussionen wie über die Günthersburghöfe" führen - das einst von den Grünen vorangetriebene Baugebiet im Nordend hatte die grüne Basis 2019 gekippt. Es müssten "konkrete Vorschläge auf den Tisch, wie Menschen in Wohnungen kommen", so wie der Nordweststadtteil an der A5, so Conzelmann. "Drei bis vier große Wohnbaugebiete sind in Frankfurt möglich." (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare