Finanzen

Schlimmster Dividenden-Absturz seit 2012

  • Panagiotis Koutoumanos
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Frankfurt -Ähnlich wie Gewinne und Umsätze sind in der Corona-bedingten Wirtschaftskrise auch die Dividenden-Zahlungen der Unternehmen eingebrochen. Wie das britische Investmenthaus Janus Henderson in einer Studie ermittelt hat, sind im zweiten Quartal dieses Jahres die weltweiten Gewinn-Ausschüttungen an die Aktionäre so stark eingebrochen wie seit 2012 nicht mehr: Demnach sind die ausgezahlten Dividenden insgesamt um 108,1 Milliarden auf 382,2 Milliarden Dollar zurückgegangen - ein Minus von 22 Prozent. Am schlimmsten hat es laut Janus Henderson die Anteilseigner in der Europäischen Union und in Großbritannien getroffen. In Nordamerika seien die Dividenden dagegen fast auf dem Vorjahresniveau geblieben; Während sie in den USA demnach nur um 0,1 Prozent auf 123 Milliarden Dollar gefallen sind, sind sie in Kanada sogar um 4,1 Prozent gestiegen.

In der EU sind die Ausschüttungen laut Studie insgesamt um 45 Prozent bzw. 66,9 Milliarden auf 83,4 Milliarden Dollar zurückgegangen. Das war die niedrigste Ausschüttungssumme seit 2009. 54 Prozent der Unternehmen beschlossen, Einschnitte bei den Dividenden-Zahlungen vorzunehmen - zwei Drittel davon ließen ihre Anteilseigner völlig leer ausgehen. Allein für die Hälfte des Rückgangs war nach Angaben von Janus Henderson der Banken-Sektor verantwortlich - die EZB hatte den Instituten nahegelegt auf Dividenden zu verzichten und das Geld zur Stärkung des Eigenkapitals zu verwenden.

In der EU sind laut Studie Aktionäre in Frankreich, Italien, Spanien und Schweden am stärksten von Dividenden-Kürzungen oder -Ausfällen betroffen gewesen. Die Aktionäre deutscher Unternehmen sind da vergleichsweise gut weggekommen: Hier ist die gesamte Ausschüttungssumme nach Berechnungen der Studien-Autoren um 19 Prozent auf 7,25 Milliarden Dollar gesunken. Dabei enttäuschten vor allem Vonovia, Adidas und BMW ihre Aktionäre.

Dagegen glänzt der Versicherungskonzern Allianz hierzulande wieder als Dividenden-König - und findet sich als einziges deutsches Unternehmen in der Top Ten der weltgrößten Dividenden-Zahler. Großzügiger als die Münchner zeigten sich im zweiten Quartal nur die Unternehmen Nestlé, Rio Tinto und China Mobile Ltd. Panagiotis Koutoumanos

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