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ARCHIV - HANDOUT - Die Cargo City Süd am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen) mit Terminal 2 und Skyline von Frankfurt im Hintergrund. Foto: Fraport AG/Stefan Rebscher/dpa (zu dpa/lhe-Vorausmeldung "Fortsetzung im Strafprozess um Korruption beim Flughafenausbau" vom 19.02.2015 - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur bei vollständiger Nennung der Quelle: "Fraport AG/Stefan Rebscher/dpa") +++(c) dpa - Bildfunk+++

Cargo City-Prozess

Schmiergeldzahlungen wurden raffiniert verschleiert

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In der Korruptionsaffäre um die "Cargo City Süd" sollen Schmiergeldzahlungen in Höhe von insgesamt mehreren 100.000 Euro über eine liechtensteinische Treuhandgesellschaft abgewickelt worden sein.

Graham S., damals Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft, hat am Freitagmorgen als Zeuge in dem Korruptionsprozess vor dem Frankfurter Landgericht ausgesagt. Dabei bestätigte S. mehrere Geldflüsse vom Frankfurter Makler Uwe S. über die ausländische Treuhandgesellschaft an den Fraport-Abteilungsleiter Volker A. Graham S. berichtete, dass Kai B., Geschäftspartner des prominenten Projektentwicklers Jürgen Harder, mit dem Wunsch nach einer entsprechenden Abwicklung an ihn herangetreten sei. Aus Gefälligkeit gegenüber B., dessen Vater er von früher kannte, sei er B.s Wunsch nachgekommen.

Graham S., inzwischen 75 Jahre alt und im Ruhestand, führte aus, dass die Treuhandgesellschaft im Sinne eines vereinbarten Verteilungsschlüssels fünf Prozent und Geschäftsmann Kai B. zehn Prozent der jeweils überwiesenen Summen erhalten sollten. Die restlichen 85 Prozent sollten an einen Dritten, den Fraport-Abteilungsleiter A., gehen. Der Zeuge führte aus, dass die erste Zahlung an A. - 155000 Euro - noch in Bar erfolgte.

Er, Graham S., habe dann aber angeregt, dass A. für weitere Zahlungen ein Privatkonto bei der liechtensteinischen Landesbank einrichtet. Auf dieses seien dann weitere Summen in Höhe von mehreren 100000 Euro überwiesen wurden. Graham S. bestätigte, dass zur

Verschleierung der Schmiergeldzahlungen

eine "Papierlage" geschaffen worden sei. So habe er auf Grundlage von Informationen und Texten, die er von Makler Uwe S. erhielt, mehrere Scheinrechnungen und weitere Schreiben erstellt. "Ich war ein Abwickler", betonte der frühere Verwaltungsrat. Er habe es für möglich gehalten, "dass Steuerdelikte im Raum stehen". Von den Geschäften um die "Cargo City Süd", die den Hintergrund der Zahlungen bildeten, habe er aber "keine Kenntnis" gehabt.

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