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Grüne-Soße-Königin Susanne I. und Sylvia Buck schmücken den Weihnachtsbaum auf dem kargen Buchrainplatz. foto: sauda

Oberrad: Advent

Schmuck fürs Bäumsche uffm Buchrainplatz

  • vonStefanie Wehr
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Ein Lichtblick in diesen dunklen Zeiten

Der Buchrainplatz wirkt sehr leer in diesen grau-nassen Wintertagen. Daran kann auch das Weihnachtsbäumchen nicht viel ändern, das seit kurzem an seinem angestammten Platz steht. Aber zumindest bietet es einen Lichtblick, besonders abends, wenn die Lichterkette sich anschaltet.

Oberrad wäre nicht Oberrad, wenn sich nicht gleich tatkräftige Freiwillige des Bäumchens, das die Stadt gespendet hat, annähmen, um es zu verschönern. Ganz vorne mit dabei sind die Pfadfinder der "Drei Lilien". Der Vorsitzende Roland Schwarzfeld hat mit Erik Zoufall, einem der jugendlicher Pfadfinder aus der Rover-Gruppe, die traditionellen, selbstgebastelten Sterne der DreiLilien sowie rote Christbaumkugeln vorbeigebracht und den unteren Teil des Bäumchens damit behängt.

Ehrensache für die Pfadfinder

"Das ist für uns Ehrensache, weil wir gerne den Leuten im Stadtteil etwas zurückgeben möchten", sagt Roland Schwarzfeld. "Denn wir hatten jedes Jahr einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt, wo die Leute uns unsere gebastelten Sterne abgekauft haben. Von dem Erlös konnten wir tolle Wünsche erfüllen, wie zum Beispiele einen Gaskocher fürs Sommerlager." Als die beiden den Baum schmückten, kam unverhofft ein Oberräder im Rollstuhl vorbei, erzählt Schwarzfeld: "Der ältere Herr hatte eine Kiste Christbaumkugeln auf seinem Schoss dabei und hat sie gespendet. Ganz toll!"

Die gleiche Idee hatte die Oberräderin Sylvia Buck. Gerade hängt sie einen edlen silbernen Stern an einen Ast der Tanne. "Jeder hat doch Kugeln zu Hause, die er nicht braucht", sagt sie. Und so habe auch sie ihren Keller ausgeräumt und die Gehänge auf den Buchrainplatz gebracht. Auf sozialen Medien habe sie angeregt, es ihr gleichzutun. "Am Wochenende kommen noch ein paar Mitglieder des Roller-Vereins mit Leitern vorbei, um den oberen Teil des Baums zu schmücken", kündigt Sylvia Buck an.

In der Tat: Oben ist der Baum noch nackt. Nur die Lichterkette ist im Tageslicht zu erahnen. In den vergangenen Jahren hatte stets die Freiwillige Feuerwehr Hand beim Schmücken des Baums angelegt, das war dieses Jahr wegen Corona aber nicht möglich.

Ebenfalls nicht möglich ist der diesjährige Oberräder Weihnachtsmarkt. Das bedauert Peter Keller, der Vorsitzende des Vereinsrings, sehr. "Wir haben alles versucht, fast hätten wir eine Genehmigung bekommen. Aber dann war es doch nicht drin", erzählt er. Mittlerweile kenne er "alle Mitarbeiter der städtischen Ämter persönlich", habe er das Gefühl, weil er so viel herumtelefoniert habe. Am 20. Dezember, traditionell kurz vor Weihnachten, hätten die Buden auf dem Buchrainplatz gestanden.

Sieben Kugeln für Kräuter der Grie Soß

Der Markt ist sozusagen die letzte einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die der umtriebige Vereinsring in diesem Jahr absagen musste. Die monatlichen Markt-Samstage mit Vereinsaktionen waren alle durchgeplant, keine konnte stattfinden.

"Das ist so traurig", sagt auch die Grüne-Soße-Königin Susanne Reichert. Sie hat sieben beschriftete grüne Kugeln für die Kräuter der Grie Soß dabei und hängt sie an die Zweige. "Sobald Corona vorbei ist, werden wir aus dem Feiern nicht mehr rauskommen", scherzt sie mit den anderen. "Dann brauchen wir die Buden gar nicht mehr abbauen", lacht Peter Keller. Der Humor ist den Oberrädern also noch nicht vergangen.

Wenn am Samstag Wochenmarkt ist, kann jeder, der möchte, etwas zum Bäumchen beisteuern. Natürlich auch vorher oder hinterher - so lange es noch Platz an den grünen Zweigen gibt. stw

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