Schulleiterin Tanja Marquardt vor ihrer farbenfrohen neuen Wirkungsstätte, über die sie sich genauso freut wie über den neuen Schulbus. Er ist eine Spende des Kiwanis-Clubs Frankfurt.
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Schulleiterin Tanja Marquardt vor ihrer farbenfrohen neuen Wirkungsstätte, über die sie sich genauso freut wie über den neuen Schulbus. Er ist eine Spende des Kiwanis-Clubs Frankfurt.

Gutleutviertel: Förderschule

Schmuckes Gebäude und ein Bus

  • vonAlexandra Flieth
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Hermann-Herzog-Schule in Frankfurt fast fertig - Sorgen bereitet fehlende Ampel

Noch ist das Außengelände der Hermann-Herzog-Schule am neuen Standort in der Gutleutstraße 295 nicht fertig gestaltet. Die Pausenflächen, die sich die Förderschule mit dem Schwerpunkt Sehen mit der dort ansässigen Förderschule am Sommerhoffpark teilt, die wiederum den Schwerpunkt Hören hat, sollen in den Osterferien weiter vorankommen. Bauzäune sind gleich an mehreren Stellen aufgestellt, die Schulen von außen her für Außenstehende nicht einfach zu erkennen.

Ein Garten samt Teich

Tanja Marquardt, Rektorin der Hermann-Herzog-Schule, erzählt von einem geplanten Schulgarten samt Teich auf dem großen Pausenhof, auf den sich die Schüler bereits freuen würden. Der Aushub für das kleine stehende Gewässer ist gemacht und lässt erahnen, wie schön es dort einmal aussehen wird. "Damit können wir im Unterricht die Natur für die Schüler erfahr- und erlebbar machen", freut sie sich. Und Natur erleben sei zudem auch im angrenzenden Sommerhoffpark möglich. Außerdem geplant seien ein Basketball- und Fußballfeld sowie eine Möglichkeit zum Bouldern - also Klettern - samt Fallschutz. "Die Sportfelder werden aber erst hergerichtet, wenn es die Temperaturen zulassen", so die Schulleiterin weiter.

Der Förderverein der Schule darf sich zudem über einen neuen Transporter freuen, den die Lehrer für Schulausflüge, Klassenfahrten und zur Unterrichtsgestaltung nutzen können - wenn es die Pandemielage wieder zulässt. Die Größe einer Klasse liegt jeweils zwischen acht und zwölf Schülern. Finanziert wurde das neue Schulfahrzeug vom Kiwanis-Club Frankfurt, der bereits vor 14 Jahren einen Kleinbus an die Hermann-Herzog-Schule spendete. Dabei handelt es sich um eine Organisation von Freiwilligen, die sich weltweit für Kinder und Jugendliche einsetzt.

"Wir fühlen uns wohl am neuen Standort", beschreibt es Marquardt. Der Umzug vom früheren Gebäude in der Fritz-Tarnow-Straße ins Gutleutviertel sei geglückt, die neuen Räume von Kollegium und Schülern gut angenommen worden.

"Die Ausstattung ist sehr hochwertig. Jetzt müssen wir nur noch die Flure mit Bildern gestalten", sagt die Schulleiterin. Träger der Einrichtung ist der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen. Schon bald soll es das ersehnte Schild geben, das auf die Schule verweist. Das fehlte bisher. "Wir haben mittlerweile Entwürfe vorgelegt bekommen und daraus einen ausgewählt, der bald umgesetzt werden soll", freut sich Marquardt. "Ich rechne nach den Osterferien damit."

Der Unterricht an der Hermann-Herzog-Schule am neuen Standort startete bereits mit Beginn des aktuellen Schuljahres. Die 80 Mädchen und Jungen kommen aus ganz Hessen und besuchen die Schule von der ersten bis zur zehnten Klasse. Zum Unterricht kommen sie teils mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein Linienbus bringt sie vom Hauptbahnhof her kommend zur Schule - die Überquerung der Straße ist für die Kinder, die stark sehbeeinträchtigt, blind oder in ihrer visuellen Wahrnehmung beeinträchtigt sind, an der zum neuen Gebäude nächstgelegenen Bushaltestelle "Camberger Straße" nicht ganz ungefährlich.

Lieber einen Umweg machen

Die Haltestelle liegt an der vielbefahrenen Gutleutstraße. Eine Ampel gibt es dort nicht, nur eine kleine Verkehrsinsel in der Mitte der Straße. Das wird so wohl auch bleiben. "Wir haben deswegen allen Kindern empfohlen, eine Busstation bis zum Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrum weiterzufahren und dort die Straße an der Ampel zu überqueren", sagt Marquardt. Dies bedeute aber auch ein paar Minuten mehr Schulwegezeit. Aus diesem Grund nutzten immer wieder Schüler die Haltestelle davor und überquerten die Gutleutstraße an einer Stelle ohne Ampel.

Nach Auskunft des Straßenverkehrsamtes hat es am 27. November 2020 einen Ortstermin mit der Schulwegkommission gegeben - mit einer damals schon klaren Ablehnung einer weiteren Ampel, die dann die dritte Anlage auf einer Länge von gut 320 Metern darstellen würde. In einer vor kurzem veröffentlichten Stellungnahme des Magistrats heißt es dazu, dass eine zusätzliche Signalanlage an der Camberger Straße abgelehnt werde. Gleichzeitig solle aber bei einem geplanten, allerdings noch nicht terminierten Umbau der Kreuzung Gutleutstraße / Camberger Brücke eine zusätzliche Fußgängerfurt entstehen. Dies mache eine weitere Signalanlage überflüssig. Bei der Überquerungsmöglichkeit an der Haltestelle Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrum handele es sich um eine "in einem Zug querende" Fußgänger-Lichtsignalanlage (LSA), die auch das Kirchner-Zentrum und die Siemens-Schule "bediene" und die direkt an die dortige Bushaltestelle angrenze, beschreibt es Ingmar Bolle, Projektleiter beim Straßenverkehrsamt. Er verweist auf die Stellungnahme des Magistrats, in der es weiter heißt, dass in Abstimmung mit dem Blindenbund und der Schule eine Blindenakustik an der Kreuzung Gutleutstraße / Camberger Brücke installiert werden soll. Die bereits vorhandene Akustikanlage am Altenhilfezentrum solle überprüft und die Lautstärke nach Möglichkeit erhöht werden. Nach Freigabe der entsprechenden Haushaltsmittel könne die Maßnahme bezogen auf die Prioritätenliste umgesetzt werden. Alexandra Flieth

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