Saubere Böden, aber das wars auch schon: Offene Decken sorgen wie hier am Willy-Brandt-Platz an vielen U-Bahnhöfen für einen heruntergekommenen Eindruck. An weiteren Stationen, etwa den S-Bahn-Halten Hauptwache und Hauptbahnhof, laufen noch größere Bauarbeiten. FOTO:
+
Saubere Böden, aber das wars auch schon: Offene Decken sorgen wie hier am Willy-Brandt-Platz an vielen U-Bahnhöfen für einen heruntergekommenen Eindruck. An weiteren Stationen, etwa den S-Bahn-Halten Hauptwache und Hauptbahnhof, laufen noch größere Bauarbeiten. FOTO:

Infrastruktur

Schmuddel-Look in Stationen der U- und S-Bahn sorgt für Ärger

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    VonDennis Pfeiffer-Goldmann
    schließen

Bauarbeiten in U- und S-Bahnhöfen in Frankfurt sorgen bei den Fahrgästen teils seit Jahren für einen heruntergekommenen Eindruck.

Frankfurt -Einige U-Bahn-Stationen in Frankfurt sehen derzeit baufällig aus - und diesen Zustand müssen Fahrgäste wohl noch länger ertragen. Darüber ärgert sich Wolfgang Löffler, Leser dieser Zeitung.

Die schlechte Gesamtwirkung einiger Stationen wie des zentralen Umsteigeknotens am Willy-Brandt-Platz, an der Hauptwache und auch an der Konstablerwache ist ihm ein Dorn im Auge. Dort werde teils Baumaterial gelagert, es wirke alles dreckig, Verkleidungen der Decken seien teils entfernt und der Blick in die darüber liegenden Versorgungsbereiche liege frei. "Nach meiner Beobachtung besteht dieser Zustand schon einige Jahre", sagt Löffler. Deshalb fragt er sich: "Warum werden die vor Jahren begonnenen Arbeiten nicht zu Ende gebracht?"

Auch Höhenstraße, Eissporthalle und Ostbahnhof: In der Tat findet sich kaum eine U-Bahn-Tunnelstation, die nicht an irgend einer Stelle baufällig wirkt, weil die abgehängten Decken zum Teil offen stehen und viele Paneele fehlen. Zuständig für diese unterirdischen Stationen ist die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF).

Schmuddel-Haltestellen in Frankfurt: Grund sind Brandschutz- und Elektroarbeiten

Für den aktuellen Zustand sei eine Kombination von Brandschutz- und Elektroarbeiten verantwortlich, erklärt VGF-Sprecherin Aleksandra Malczewski. "Ein Teil der Decken wurde wegen Brandschutz-Vorabmaßnahmen zurückgebaut." Durch das Öffnen der Elemente gebe es an den Decken ein größeres Rückhaltevermögen für Brandrauch. Falls es hier brennt, hätten Fahrgäste mehr Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen und die Station zu verlassen.

Diese optisch wenig ansprechende Ad-hoc-Lösung könnte noch auf längere Zeit so bleiben. "Wann genau die Decken wieder geschlossen werden können, oder ob sie komplett ausgebaut werden, wird in den Brandschutzhauptmaßnahmen festgelegt", so Malczewski. Die Stationen "sollen nach derzeitigem Stand bis zum Jahre 2028 ertüchtigt sein".

Doch ist Brandschutz nicht überall die Ursache für den Zustand. "Derzeit sind viele Decken in den unterirdischen Stationen zur Erneuerung der Bahnsteigbeleuchtung und auch zur Installation von Zwischenzählern geöffnet worden", erklärt die Sprecherin. An der Hauptwache in Frankfurt würden zudem derzeit die Deckenelemente gereinigt und Anfang nächsten Jahres wieder eingebaut.

An dieser Station kommen weitere Arbeiten hinzu: Die Deutsche Bahn erneuert hier den S-Bahnsteig sowie dessen Zugänge. Da diese Arbeiten aus Platzgründen nur während weniger Stunden pro Woche in der Nacht ausgeführt werden können, ziehen sie sich bereits seit Jahren hin. Die Hauptwache ist mit 93 200 Fahrgästen pro Tag die meistfrequentierte Station im S-Bahn-Netz nach dem Hauptbahnhof Frankfurt.

Frankfurter Hauptwache: Sanierung dauert immer länger

Zuletzt hatte die DB angekündigt, die Bahnsteigsanierung sei bis Mitte 2021 fertig - doch sie dauert an. Nun sollen die Arbeiten im ersten Quartal 2022 fertig werden, so eine Bahnsprecherin. Und der Hauptbahnhof ist sowieso noch auf Jahre hinweg Großbaustelle, da B-Ebene und Nordflügel saniert und umgebaut werden.

Zum Willy-Brandt-Platz sagt VGF-Sprecher Bernd Conrads, dort würde täglich gereinigt; die Böden der Bahnsteige und die Treppen zweimal pro Woche sogar per Nassreinigung. "Leider kann die Station ihr Alter nicht leugnen." Die "zeittypischen Materialien" sähen "selbst im gereinigten Zustand inzwischen nicht wirklich sauber aus", räumt er ein.

Die Station Theaterplatz ging bereits 1978 in Betrieb. Ein positives Beispiel sei die Station Festhalle/Messe. Die sei auch schon 20 Jahre alt, erklärt Bernd Conrads, "macht aber einen deutlich besseren Eindruck". (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare