Universitätsklinik setzt neues Gerät ein

Schnellster Ultraschall revolutioniert Entfernung von Schilddrüsenknoten

Der Name des Gerätes klingt nach Science Fiction: Mit dem „Hifu Beamotion“ können Mediziner der Uniklinik Schilddrüsenknoten in einer deutlich kürzeren Behandlungszeit entfernen.

Am Uniklinikum wurde jetzt die neueste Generation der schonenden Ultraschalltechnologie für die Therapie von Schilddrüsenknoten installiert: „Hifu Beamotion“. Das Gerät für hochintensiv fokussierten Ultraschall (HIFU) bietet eine um 70 Prozent kürzere Behandlungszeit.

Mit dem Gerät können gut- und bösartige Knoten entfernt werden, ohne dass die Ärzte einen Schnitt im Körper setzen müssen. Es wird nur das erkrankte Gewebe zerstört, die Haut und restliche Schilddrüse bleiben verschont und behalten normale Funktion. Nach der Behandlung sind meist keine Schilddrüsenmedikamente mehr nötig.

Fast 20 Prozent der Deutschen haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten. Die dadurch verursachte Vergrößerung der Schilddrüse kann sich sehr unangenehm auswirken: Ein Gefühl wie bei einem Kloß im Hals, Druck, Heiserkeit oder Räusperzwang. Früher wurden Knoten oft operativ entfernt. Das ist aber für Patienten belastend und mit Risiken verbunden.

Das neue Verfahren gehört zur Thermoablation, es wird erkranktes Gewebe durch Hitze beseitigt. Bei den meisten dieser Techniken wird dafür eine Nadel in den Körper eingeführt. Die Behandlung beseitigt den Knoten unter der Haut, ohne sie zu beschädigen. Hier werden Ultraschallwellen ähnlich wie Sonnenstrahlen durch eine Lupe auf einen präzisen Punkt innerhalb der Schilddrüse gebündelt. Das erreicht eine lokale Erwärmung des Gewebes, ohne das umgebende Gewebe zu beeinflussen. Die Hitze zerstört die erkrankten Zellen des Schilddrüsenknotens, die dann vom Körper abgebaut werden. Die Klinik für Nuklearmedizin hat das HifuVerfahren etabliert. 2014 hatte sie die erste Ultraschallbehandlung von Schilddrüsenknoten in Deutschland durchgeführt.

(red)

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