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Arthur-Stern-Platz

So schön wird der Rödelheimer Bahnhof

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Ein schier unendliches Projekt neigt sich tatsächlich dem Ende entgegen: die Verschönerung des Rödelheimer Bahnhofs. Ende Januar soll auch das letzte Puzzleteilchen, der Vorplatz auf der Westseite fertig sein.

Noch versperren Bauzäune den Zutritt des Platzes, Warnbarken weisen den Fußgängern den Weg über den noch unfertigen Platz auf der Westseite des Rödelheimer Bahnhofes. Denn betreten werden darf das 400 Quadratmeter große Areal erst dann, wenn die Hauptarbeiten abgeschlossen sind. Bis der erste Rödelheimer seinen Fuß auf den neuen Platz setzen darf, wird es jedoch noch einige Tage dauern.

Beim Spatenstich im Juni war der 6. Dezember als Einweihungstermin genannt worden. Das sei von der zuständigen Baufirma eine „gewagte Ankündigung“ gewesen, erklärte jetzt Michaela Kraft, Leitern des Amtes für Straßenbau und Erschließung, gegenüber dieser Zeitung. Der vertraglich geschuldete Endtermin sei der 22. Dezember. „Dann müssten die Arbeiten auch soweit abgeschlossen sein. Wobei es auch immer zu witterungsbedingten Verzögerungen kommen kann“, betonte sie. Dafür, sowie für anfallende Restarbeiten habe man entsprechende Zeit einkalkuliert.

Voraussichtlich Ende Januar könne der Platz eingeweiht werden, ist Michaela Kraft mit Daten jedoch vorsichtig geworden. Zumal geplant sei, die Nachfahren des Rödelheimer Geschäftsmannes Arthur Stern einzuladen. Diese leben jedoch in den USA, eine entsprechende Abstimmung sei deswegen nötig. Definitiv nicht bei der Einweihung fertig sein werden die für 60 Räder Platz bietende überdachte Fahrradabstellanlage sowie die die alte Esskastanie umlaufende Bank. „Dabei handelt es sich um eine Spezialanfertigung aus den Niederlanden, wenn es wieder wärmer wird, wird auch diese stehen“, so Kraft.

Mit der Fertigstellung des Arthur-Stern-Platzes neigt sich ein langer Weg dem Ende entgegen. Er ist quasi nur noch das Puzzelteilchen in einer schier unendlichen Geschichte. Denn Ideen für die Umgestaltung des Rödelheimer Bahnhofs existieren schon seit über 30 Jahren, unzählige Stunden hat sich der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) bereits mit diesem Thema beschäftigt, immer wieder standen Anträge auf der Tagesordnung. Bis am 15. Juli 2009 tatsächlich die Bagger anrollten und mit der Sanierung begannen.

Die S-Bahn-Station wurde barrierefrei, die Untereführung neu gebaut. Der Baruch-Baschwitz-Platz wurde neu geordnet, das Kopfsteinpflaster verschwand, der Haltepunkt der Buslinie 34 versetzt. Zwölf Millionen Euro gaben Stadt, Deutsche Bahn und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) für die Umgestaltung aus. Viereinhalb Jahre später vermeldete die Stadt: Platz und Bahnhof sind fertig, jetzt fehle nur noch die Westseite, dort solle es aber auch zügig weitergehen.

Zügig hieß in diesem Jahr weitere vier Jahre Wartezeit. Zwar sollte bereits im Sommer 2014 begonnen werden, doch wie fast schon charakteristisch für Umbauarbeiten am Rödelheimer Bahnhof, verschob sich der Termin immer weiter nach hinten.

Eingeläutet wurde die Umgestaltung der Westseite schließlich mit dem Abriss des alten Rewe-Supermarktes. Dieser „wanderte“ in das viergeschossige Gebäude an der Nordseite des Areals direkt neben den Bahngleisen. Im Erdgeschoss eröffnete im Sommer der Supermarkt, darüber liegen 67 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Eine Tiefgarage bildet Platz für 112 Fahrzeuge.

Der geplante und von den Rödelheimern mehrfach geforderte Wochenmarkt mit bis zu neun Ständen wird nebenan auf der 400 Quadratmeter großen Freifläche zwischen der überdachten Unterführung zum Bahnhof und den Bushaltestellen angesiedelt. Dafür wurden zwei Senkelektranten – im Boden versenkbare Elemente für die Strom- und Wasserversorgung – installiert. Mit der Umgestaltung sollte nicht nur der Bahnhof schöner und barrierefrei werden, die Stadt verfolgte ein weiteres, für viele Rödelheimer noch wichtigeres Ziel: Der durch die Bahngleise entzweite Stadtteil soll so wieder näher zusammenrücken.

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