Aisha Syed Castro

Die Schöne und die Geige

Hat Salma Hayek eine kleine Schwester, die so begnadet Violine spielt, dass ihr selbst die weltbekannte Klassik-Redaktion von BBC 3 in London zu Füßen

Hat Salma Hayek eine kleine Schwester, die so begnadet Violine spielt, dass ihr selbst die weltbekannte Klassik-Redaktion von BBC 3 in London zu Füßen liegt? Diese Frage wäre durchaus berechtigt, wenn man Aisha Syed Castro auf der Bühne erlebt hat.

Die schöne Dominikanerin mit dem pechschwarzen Haar und dem unwiderstehlichen Augenaufschlag war kürzlich zu Besuch in Frankfurt und begeistere das Publikum im Instituto Cervantes bei einem spontanen Gastauftritt im Rahmen ihrer aktuellen Europa-Tournee. „Aisha wollte unbedingt auch Frankfurt besuchen und hier spielen, da haben wir innerhalb weniger Wochen dieses kleine, exklusive Konzert auf die Beine gestellt“, erklärte Petra Cruz , Direktorin des Fremdenverkehrsamts der Dominikanischen Republik. Und da war sie, schneewittchengleich in ihrer bodenlangen cremeweißen Robe, auf der Bühne des spanischen Kulturinstituts. Ganz ohne große Show, nur mit Piano-Begleitung und ihrem bescheidenen Lächeln spielte sie sich voller Leidenschaft und virtuoser Hingabe in die Herzen der Frankfurter und erntete spätestens nach ihrer vor Kraft und Erotik strotzenden Interpretation des legendären Carlos Gardel-Tangos „Por una cabeza“ stehende Ovationen.

Jenseits der Bühne, auf der sie mit zehn Jahren entdeckt wurde und seither mit Preisen und Lob der härtesten Kritiker weltweit überhäuft wird, zeigt sich Aisha Syed bodenständig. Ein schönes Mädchen voller Ehrfurcht vor Publikum, Kritik und den Chancen, die ihr Talent für sie bereithält. „Ich bin sehr gläubig und danke dem Herrn jeden Tag für dieses Geschenk“, verrät sie, als sie sich nach dem Konzert im Institutsgarten noch unter die Gäste mischt und genießt, „dass es wohl allen gefallen hat“.

Dankbar war sie auch, Frankfurt am nächsten Tag besuchen zu können, „die Paulskirche, Wiege der Demokratie, und natürlich das Goethehaus.“ Aber sie rät natürlich auch jedem, ihre Heimat in der Karibik zu besuchen: „Unser Land ist nicht groß, aber es bietet eine Fülle an Möglichkeiten. Nicht nur wundervolle Strände und atemberaubende Landschaften, auch jede Menge Kultur und Gastfreundschaft.“

In Kürze führt ihre „Fantasy Tour“ sie durch Europa, Lateinamerika und die USA, wird sie wohl wieder Kritiker begeistern, wird sie nicht nur zur eigenen Freude auf einer Stradivari im Wert von über einer Million Dollar spielen dürfen und bleibt doch die, die sie immer war. „Ich bin Aisha, und ich fühle mich gesegnet, weil ich Menschen mit meiner Musik glücklich machen darf.“

(nar)

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