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Im Vordergrund sieht man die Baumschule Lukas, dahinter die Anne-Frank-Siedlung, an die das neue Wohngebiet angeschlossen werden soll.

Wäldchen bleibt

Zwischen Autobahn und Anne-Frank-Siedlung sollen 850 neue Wohnungen entstehen

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Bis zu 850 Wohnungen sollen in den kommenden Jahren nördlich der Anne-Frank-Siedlung entstehen. Jetzt wurden die drei besten Vorschläge des Ideenwettbewerbs gekürt. Und die sind sich in einem Punkt einig: Das für die Anwohner so wichtige Wäldchen soll erhalten bleiben.

Es mag auf den ersten Blick kein idyllisches Plätzchen zum Wohnen sein, das rund 21 Hektar große Areal zwischen der Autobahn A 661 und der Anne-Frank-Siedlung. Allerdings wird die dort geplante Wohnbebauung freilich in gebührendem Abstand zu der vierspurigen Trasse entstehen. Getrennt werden die rund 850 Wohneinheiten, die in vier- und fünf geschossigen Bauten auf elf Hektar der Fläche untergebracht werden, davon durch eine großzügige Grünfläche, die bist dato der benachbarten Gärtnerei und Baumschule Lukas gehörte.

Ähnlich grün wird es auf der anderen Seite des neuen Wohngebietes. Denn dort bleibt das bei den Anwohnern so beliebte Wäldchen ebenso erhalten, wie die Nutzgärten, die dort in einer Reihe angeordnet sind. Und noch etwas: Das Wäldchen soll mit einem vorgelagerten Anger sowie einer daran anschließenden Kindertagesstätte zum Mittelpunkt des neuen Quartiers werden. So sieht es zumindest der Gewinnerentwurf des Ideenwettbewerbes „Neues Wohnen in Eschersheim“ vor. Dieser stammt aus dem Büro des Frankfurter Stadtplaners Torsten Becker sowie dem Landschaftsarchitekturbüro WGF aus Nürnberg.

„Der Siegerentwurf wird der mikroklimatischen Situation gerecht und hält Flächen vor der Bebauung für Grünflächen frei“, sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD). 30 Prozent der neuen Wohnungen sollen gefördert werden, 15 Prozent fallen auf den gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Wohnungsbau.

Bürger redeten mit

Verknüpft wurde der Ideenwettbewerb mit einem breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess. Insgesamt hatten sich 15 Bürogemeinschaften aus Stadtplanungs- und Landschaftsarchitekturbüros beteiligt. Die erste Phase verlief anonym. Nach der Auswahl von fünf Entwürfen durch die Jury wurde die Bürgerschaft zu Beginn der zweiten Phase dazu aufgerufen, in einen direkten Dialog mit den planenden Büros zu treten. Zum Abschluss wurden die finalen Entwürfe bei einem offenen Bürgerdialog ein zweites Mal vorgestellt. Dabei hatten alle Interessierten noch vor der Prämierung der Arbeiten durch das Preisgericht Gelegenheit, sich über die Ideen der Planungsbüros auszutauschen und ihre Meinung in die Diskussion um die besten Lösungen mit einzubringen.

Ausschlaggebend für den Gewinnerentwurf war neben dem Wäldchen als Mittelpunkt auch der Erhalt des alten Baumbestandes. Die Anbindung an den Bestand erfolgt über eine Quartiersstraße, an der sich ein Supermarkt, die Kita und Bushaltestellen aufreihen. Allerdings gebe es noch Verbesserungspotential – so sollen die Gebäude weiter auseinanderrücken und so die Frischluftschneisen vergrößert werden.

Der zweite Platz ging an zwei Bewerber. Zum einen an das Frankfurter Büro Schneider und Schumacher in Zusammenarbeit mit Carla Lo, Landschaftsarchitekten aus Wien. Der Entwurf zeigt eine dreigeschossige Struktur mit Winkel- und Zeilenbauten, auch hier bleibt das Wäldchen erhalten. Mit großen Quartiersgaragen soll das Gebiet weitgehend verkehrsarm werden.

Durchgangsverkehr

Der zweite Preis ging an BBZL Böhm aus Berlin. Die dreigeschossige Blockstruktur und großzügig gemessene Grünzüge überzeugten die Experten. Kritisiert wurde allerdings das Verkehrskonzept. Der durchgehende Erschließungsring mit direkter Anbindung an die Straße „Im Geeren“ sei Durchgangsverkehr und damit die Belastung der bestehenden Wohnanlagen nicht ausgeschlossen.

Ausstellung

Bis Freitag, 7. Dezember, werden die Entwürfe im Atrium des Planungsdezernates, Kurt-Schuhmacher-Straße 10, ausgestellt. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr.

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