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Alle Radwege führen über Praunheim: Drei neue Schilder zeigen den Radlern an der Ecke Heerstraße/ Ludwig-Landmann-Straße jetzt den richtigen Weg an.

Bis 2020

Schon 2100 Schilder weisen den Weg: Radwege im ganzen Stadtgebiet werden ausgeschildert

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2020 sollen alle Radwege in der Stadt beschildert sein. Der Westen ist bereits fertig, im Nordwesten arbeitet sich die Stadt von Stadtteil zu Stadtteil. Mittlerweile hängen fast überall in Praunheim Schilder, weiter geht es in der Nordweststadt, Heddernheim und Niederursel.

Frankfurt hinkt hinterher. Nicht in allem, aber in der Beschilderung der Radwege. Zumindest im Vergleich mit Mainz und Würzburg. Das gibt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) ganz offen zu. Denn während es in den beiden genannten Großstädten bereits eine flächendeckende Beschilderung gibt, wird diese in Frankfurt „erst“ seit 2016 realisiert. „Es bringt ja nichts, wenn man Radwege hat und keiner weiß, wohin die führen“, sagt Oesterling.

Deswegen habe man in den vergangenen zwei Jahren „das Programm gestrafft“. Ein Stadtteil pro Monat werde seitdem mit den grün-weißen Tafeln ausgestattet. Man komme gut voran. 2100 Schilder habe man so mittlerweile an 1300 Standorten installiert. Im Westen der Stadt wissen Radler bereits, wohin welcher Weg sie führt und wie viele Kilometer es noch bis zum Ziel sind. 100 000 Euro wurden schon investiert; insgesamt stehen für die Maßnahme 675 000 Euro zur Verfügung.

Im Norden von Frankfurt geht es mit der Beschilderung der Radwege weiter

Aktuell laufen die Arbeiten in Praunheim. Anfang kommender Woche sollen sie abgeschlossen seien. Gestern wurden die drei Schilder an der Ecke Heerstraße/ Ludwig-Landmann-Straße enthüllt. 220 Schilder wurden insgesamt im Stadtteil aufgehängt. Anschließend geht es in der Nordweststadt weiter. Wobei, dort bereits die ersten Schilder montiert wurden, wie Klaus Oesterling „als alter Nordweststädter“ weiß. Als Beispiel nennt er das Nordwestzentrum.

Umsetzbar sei diese Parallel-Arbeit nur, weil man mit zwei Kolonnen in der Stadt unterwegs sei, wie Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, erklärt. Zudem bedeute dies eine genaue Planung. Soll heißen: Während die Beschilderung in einem Bezirk realisiert wird, so laufen für den nächsten bereits die Planungen. Vom Norden arbeite man sich in den Osten und schließlich in die Innenstadt und den Süden vor. 2020, so die Schätzungen von Oesterling, soll auch Frankfurt eine flächendeckende Beschilderung der Radwege haben.

Jedes Schild für die Fahrradwege in Frankfurt ist eine Einzelanfertigung

Die Umsetzung selber bezeichnet der Verkehrsdezernent als Sisyphusarbeit. Jedes Schild sei eine Einzelanfertigung. Hinge 200 Meter weiter das nächste Exemplar, dann wäre es zwar das gleiche Ziel, allerdings ändere sich die Kilometerzahl. Und ob die stimmt, darauf achten nicht nur die Frankfurter Radler, sondern alle Bürger der Mainmetropole. So sei auch schnell aufgefallen, dass in Griesheim ein Schild mit einem Zahlendreher – ein Druckfehler der herstellenden Firma, wie Oesterling betont – aufgehängt wurde. „Bahnhof Griesheim 5,0 Kilometer“ stand darauf – obwohl der Bahnhof direkt um die Ecke lag. 0,5 Kilometer hätte es richtigerweise heißen müssen. Das Schild wurde mittlerweile längst ausgetauscht.

Fehlerteufel schlug auf einem Schild für den Fahrradweg in Westhausen zu

In Westhausen konnte solch ein Fauxpas vermieden werden, dort wurde ein Fehler entdeckt, bevor das Schild am Radweg hing. West-Hausen statt Westhausen stand darauf. „Das haben wir zum Glück noch rechtzeitig bemerkt, sonst wären wir sicher wieder einmal durch den Kakao gezogen werden“, sagt Oesterling und spricht von einer guten Quote. Zwei Fehler bei mehr als 2100 Schildern, das wäre in Ordnung, sagt der Verkehrsdezernent. Zugleich weist er darauf hin, dass die Kilometerangaben der neu aufgehängten Schilder, von denen der bereits montierten durchaus unterschieden werden können. Wie an der Praunheimer Brücke, wo bereits der Grüngürtel-Radweg ausgeschildert ist. „Da ist ein Ziel nach der einen Beschilderung 200 Meter eher, nach der anderen 200 Meter später erreicht. Das liegt aber daran, dass die eine Route links und die andere rechts herum führt“, erklärt Oesterling, dass es sich dabei um keinen Fehler handle, sondern alles seine Richtigkeit habe. Zudem komme es darauf auch gar nicht an. Viel wichtiger sei die zeitnahe Umsetzung. „Das schaffen wir bis zum Ende der Wahlperiode“, so der Verkehrsdezernent.

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