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Der Verkaufsbereich der Metzgerei musste für den Umbau erst mal kleiner werden. Dafür bekommen aber Händler eigene Flächen.

Gastronomie im Nordwestzentrum

Schrumpfkur für die „Fressmeile“

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Wer in der „Fressmeile“ im Nordwestzentrum öfter zu Mittag isst, dem ist es vermutlich aufgefallen: Es gibt weniger Anbieter, Verkaufsflächen wurden kleiner. Hintergrund: Die Meile wird umgebaut.

Vom Burger-Restaurant über die Eckkneipe bis zum Fischladen: Das kulinarische Angebot im Nordwestzentrum ist groß. Wer hier oft speist, kann im Bereich des „Foodcourt“ – der „Fressmeile“ im Erdgeschoss – einen Wandel feststellen. Mehr und mehr Sichtschutzwände verdecken Theken, über die noch bis vor einigen Wochen Speisen, Brötchentüten und Kaffeebecher wanderten.

„Das Ganze hat einen einfachen Grund“, erklärt Georg Lackner, Geschäftsführer des Einkaufszentrums: Das Areal wird umgebaut. Der offene Gastronomiebereich, der das Zentrum seit einer Umgestaltung Ende der 80er Jahre bereicherte, kam bei den Kunden sofort gut an. Ringsum bieten verschiedene Gastronomen ihre Waren an, während alle Kunden die Sitzplätze im zentralen Gemeinschaftsbereich nutzen. Ein Trend, der aus den US-amerikanischen Shopping-Malls nach Deutschland schwappte.

Die große Herausforderung bei der Modernisierung wird sein, den laufenden Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Und genau hier kommt der gewollte Leerstand ins Spiel. Ein spanisches Restaurant hat geschlossen, ein kleiner Lebensmittelladen hat sich neue Räumlichkeiten außerhalb des Zentrums gesucht und eine Bäckerei ist in den Tituscorso ein Stockwerk höher umgezogen. In den geräumten Bereichen kann nun bereits gearbeitet werden, in vielen Fällen sogar ohne dass Kunden und Standnachbarn viel davon merken.

Zunächst geht es laut Lackner vor allem um kleinere Installationsarbeiten, die bereits in den freien Bereichen durchgeführt werden. „Für die neuen und alten Mieter erneuern wir auf diesem Weg die Elektro- und Wasserinstallationen und schaffen somit schon mal die ersten Grundlagen, um den Bau schnell über die Bühne zu bringen“, erklärt Lackner.

Für die Renovierung hat sich die Zentrumsleitung einen straffen Zeitplan vorgenommen: „Mit den Bauarbeiten, die für jeden Gastronomen einen eigenen abgeschlossenen Bereich schaffen sollen, wollen wir im Frühjahr 2016 beginnen“, erläutert er weiter. Abgeschlossen sein soll das Ganze bereits im Mai, um die Verluste für die Gastronomiebetriebe so gering wie möglich zu halten. Denn einige von ihnen werden für kurze Zeit schließen oder sich zumindest einschränken müssen, um trotz des sukzessiven Umbaukonzeptes Raum für die Bauarbeiten zu schaffen.

Auch die Metzgerei Zeiss, die zu den wenigen derzeit noch aktiven Gastrobetrieben gehört, musste auf einen Teil ihrer Verkaufsfläche verzichten. „Das nehmen die Betriebe für die neuen Verkaufsflächen aber gerne in Kauf“, beteuert Lackner.

Mit dem Umbau soll eine Idee umgesetzt werden, welche die Leitung des Nordwestzentrums bereits vor einigen Jahren entwickelt hatte. Mit ursächlich ist aber auch das neue Ladenöffnungszeitengesetz – es führte dazu, dass die Betriebszeiten der Gastronomen im Einkaufszentrum sehr unterschiedlich gestaltet sind und die Gemeinschaftsfläche dadurch eher unregelmäßig genutzt wurde.

Was der Umbau des „Foodcourt“ zu einem modernen Treffpunkt am Ende insgesamt kosten wird, kann Lackner angeblich noch nicht absehen. Unter anderem, weil viele Investitionen auch durch die einzelnen Gastronomie-Betriebe finanziert werden. Fest steht: Der modernisierte „Foodcourt“ soll dann aber wieder alles im Nordwestzentrumaufbieten, was die werte Kundschaft begehrt.

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