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27 Schüler von Abschiebung bedroht

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Ahmed Zabi Miakhel
Ahmed Zabi Miakhel © Leonhard Hamerski

27 Schüler der Philipp-Holzmann-Schule sind von der Abschiebung bedroht. Für viele von ihnen ist ein Ausbildungsplatz die einzige Möglichkeit, das zu verhindern.

Als im Januar 2017 bekannt wurde, dass Sadaf Amiri, eine afghanische Schülerin und Auszubildende an der Philipp-Holzmann-Schule, mit ihrer Familie abgeschoben werden sollte, formierte sich großer Widerstand. Mit vereinten Kräften von Eltern, Mitschülern und Lehrern gelang es, die geplante Ausweisung zu verhindern. Daraufhin gründete sich eine Flüchtlings-AG an der Berufsfachschule, die Schülern mit aufenthaltsrechtlichen Problemen zur Seite stehen sollte. So gelang es bislang, die Abschiebung von sechs Menschen dauerhaft zu verhindern. Zurzeit sind 27 Jugendliche der Schule akut von Abschiebung bedroht. Unter dem Moto „Ich bin mehr, als du sehen kannst“ sollte ein Projekttag mit Workshopfestival und Benefizgala für positive Erlebnisse bei den Schülern und Spenden für die Flüchtlings-AG sorgen.

Für die beiden afghanischen Jugendlichen Adiljan Zadren und Ahmed Zabi Miakhel ist es ein ereignisreicher Tag. Auf dem Programm stehen unter anderem Workshops zu Themen wie Film, Musik, Theater oder gar Gebärdensprache. Nebenbei füttern die 18- und 19-jährigen Schüler die geladenen Pressevertreter in der Cafeteria der Schule mit Informationen, geben Interviews und stehen für Fotos parat. Nicht nur aus Angst vor der Rückkehr in seine vom Krieg gezeichnete Heimat möchte Adiljan bleiben, er will sich in Frankfurt eine Zukunft aufbauen. Nachdem er seinen Hauptschulabschluss gemacht hat, möchte er eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker beginnen. Eine Perspektive, die ihm ein Bleiberecht in Deutschland ermöglichen kann. „Die Chancen auf eine Duldung sind immer unterschiedlich und hängen auch vom Herkunftsland ab“, erklärt Marlene Dort von der Flüchtlings-AG. Die beste Möglichkeit sei aber die sogenannte Ausbildungsduldung, die eine Abschiebung verhindern könne.

Auch Ahmed hofft, auf diesem Wege bleiben zu können. Am liebsten als Informatiker, denn Computer und Programmieren seien seine große Leidenschaft. In seiner Heimat im Norden Afghanistans hatte er bis zu elften Klasse eine Schule besucht, bis diese von den Taliban zerstört wurde. In Deutschland hatte er vor allem Sicherheit gesucht, gefunden hat er sie jedoch noch nicht. „Ich fühle mich immer noch unsicher. Ich suche meinen Weg, ich weiß nicht, welchen ich gehen soll“, beschreibt Ahmed seine Lage.

Um Jugendlichen wie Ahmed und Adiljan helfen zu können, würde aber auch Geld benötigt. Pro Kopf etwa 1000 Euro, erklärt Organisatorin Angeliki Papagiannaki-Sönmez. Deshalb stand der von einem breiten Bündnis aus sozialen Vereinen, Stiftungen und der Philipp-Holzmann-Schule organisierte Projekttag auch im Zeichen der Spendenakquise.

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