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Nachhaltigkeit an der Schule

Schüler lernen Nachhaltigkeit

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Seit 2012 gibt es in Frankfurt mit dem „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ ein Aufklärungsprogramm für Grundschüler, wo die Themen Umwelt, Recycling und Ressourcenschutz ganz weit oben stehen. Gestern zeigten rund 200 Grundschüler bei der Abschlussveranstaltung im Kinderzirkus Zarakali, was sie dabei alles gelernt haben.

Der Lärm im Kinderzirkus Zarakali ist an diesem Dienstagvormittag kaum zu überbieten. Von überall her rufen die Viertklässler auf der Tribüne ihren vier Quizteams vorne in der Manege die Buchstaben der Antworten zu, die sie für richtig halten. Dass Vorsagen nicht erlaubt ist, ist beim Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den vier Grundschulen, die an diesem Tag ihre Zertifikate fürs Schuljahr der Nachhaltigkeit bekommen, in den Hintergrund gerückt.

Die Frage, um die es gerade geht: Wie viel haben Frankfurter Schulen im Jahr 2014 durch Energiesparmaßnahmen weniger ausgegeben, als in den Jahren zuvor. Der Hinweis: Gespart wurden 4,6 Tonnen CO2. Das tatsächlich Antwort C – mit über 1,3 Millionen Euro der höchste Betrag der drei Möglichkeiten – korrekt ist, hätte dennoch keines der Rateteams für möglich gehalten. Das Fluchen derer, die im Publikum genau das wussten, ist groß.

Die Quizrunde zu gewinnen, war jedoch ohnehin Nebensache für die zwölf vierten Klassen aus Bonifatius-, Francke-, Merian- und Pestalozzischule. Mit der Abschlussveranstaltung ihres Schuljahres der Nachhaltigkeit feierten sie den erfolgreichen Abschluss etlicher Projekttage und -wochen in den vergangenen beiden Schuljahren, bei denen sie eine Menge über den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Umwelt gelernt haben. Beziffern zu können, wie lang genau der Grüngürtelradweg um Frankfurt herum ist oder wann genau die Stadt komplett auf erneuerbare Energien umstellen will, ist dafür nur Nebenwissen. Die wichtige Frage – die nach dem „Warum“ – können sie jedoch alle im Schlaf beantworten.

So geht es etwa den Freundinnen aus der 4b der Bonifatiusschule in Bockenheim: Sophie, Anna (beide 10) und Eva (9) erinnern sich gerne an die Tage, an denen sie Mareike Beiersdorf vom Team „Umweltlernen in Frankfurt“ in der Klasse besucht hat: „Wir haben zum Beispiel Ausflüge in den Stadtwald gemacht und dort Müll eingesammelt“, erzählt Eva und Anna ergänzt: „Dazu gab es auch viele Projekte, die wir in der Schule machen konnten. Wir haben Papier recycelt und viel über den Klimawandel gesprochen.“

Was sie in den Stunden mit Beiersdorf und ihrer Klassenlehrerin Stefanie Grohs erfahren haben, hat ihnen auch privat zu denken gegeben. Sophie achtet seitdem darauf, dass sie die Stecker von Geräten, die sie nicht nutzt, auch tatsächlich aus der Steckdose zieht, Anna ist dazu übergegangen, ihr Schmierpapier in der Schule mehrfach zu verwenden. Genau das ist das Ziel des 2012 gestarteten Projekts, das nicht nur von der Frankfurter Entsorgungs- und Servicegesellschaft FES, sondern auch vom Energiereferat, dem Stadtschulamt sowie dem staatlichen Schulamt unterstützt wird.

Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne), die den Grundschülern ihre Zertifikate zum Projektabschluss verlieh, betonte, wie wichtig es ist, dass gerade Kinder im Grundschulalter Themen wie Umweltschutz und Klimawandel bewusst wahrnehmen: „Unser Ziel ist, dass ihr das, was ihr gelernt habt, mitnehmt in die weiterführenden Schulen und in eure Familien. Dass es mit euch so viele Vorbilder gibt, macht uns klar, wie wichtig es ist, dieses Projekt auch weiterhin zu unterstützen“, betonte sie.

Insgesamt wurden mit dem Projekt allein im vergangenen Schuljahr 760 Frankfurter Grundschüler sowie 40 Lehrkräfte erreicht und mit ihnen auch rund 2200 Familienmitglieder.

Neben den vier Schulen, deren Viertklässler im Kinderzirkus ihre Zertifikate entgegennahmen, waren sechs weitere Grundschulen aus dem gesamten Stadtgebiet beteiligt, wo nicht nur Viertklässler das Programm in diesem Jahr beenden, sondern auch schon die dritten Klassen mit Begeisterung erste Aktionen aus den Bereichen Klimawandel, Papier, faires Frühstück, Wald, Energie und Strom durchlaufen. Dass es mit dem Schuljahr der Nachhaltigkeit auch in Zukunft erfolgreich weitergeht, steht dank ihnen außer Frage.

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