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Schule am Ried: Das neue Herz unter der Glaskuppel

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Von: Friedrich Reinhardt

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Die zukünftige Aula der Schule am Ried ist einem römischen Forum nachempfunden. Sie soll Veranstaltungsraum für besondere Anlässe werden und ein alltäglicher Treffpunkt für die Schüler. Visualisierung: Amt für Bau und Immobilien
Die zukünftige Aula der Schule am Ried ist einem römischen Forum nachempfunden. Sie soll Veranstaltungsraum für besondere Anlässe werden und ein alltäglicher Treffpunkt für die Schüler. Visualisierung: Amt für Bau und Immobilien © Amt für Bau und Immobilien

Der Erweiterungsbau der Schule am Ried feiert Richtfest, 2024 soll er fertig sein. Doch die Pläne gefallen nicht jedem.

Frankfurt -Der Rohbau lässt an ein Amphitheater denken. Eine runde Öffnung in der Mitte des Gebäudes gibt den Blick zum Himmel frei. Die erste Etage wirkt wie eine Loge, aus der sich das Geschehen unten verfolgen lässt. Eine fünf Meter breite Glaskuppel soll einmal auf die von Säulen getragene Deckenkonstruktion des Erdgeschosses gesetzt werden und die Aula mit Tageslicht fluten. Ebenso die Lernflächen in der ersten Etage.

Die Aula im Erweiterungsbau der Schule am Ried ist einem Forum, einem römischen Marktplatz, nachempfunden. Sie soll „das Herz“ der Schulgemeinde der Kooperativen Gesamtschule an der Barbarossastraße werden, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Dienstag beim Richtfest. „Vorbei sind die Zeiten, in denen die Aula nur zu besonderen Anlässen geöffnet wird und sonst verstaubt.“

Eine Aula für den Schulalltag

Die Aula beziehungsweise „das Forum“, wie es die Architekten des Büros „Motorplan“ nennen, soll im Schulalltag als Pausenraum und als Treffpunkt dienen. Dafür lässt sich die rund 1000 Quadratmeter große Fläche von allen Seiten betreten. Ein großer Teil der Fassaden des zweistöckigen Gebäudes ist verglast. Der Übergang zwischen Aula und Mensa ist offen. „Wenn es aber Fisch gibt, lässt sich die Kantine mit zehn Meter breiten Drehtüren abtrennen“, sagt Architekt Stefan Trosdorf. Für Zeugnisverleihungen oder Theateraufführungen gibt es eine Bühne samt Technik. Wegen der fünf Meter hohen Decken im Erdgeschoss erhofft sich der kommissarische Schulleiter Gerrit Ulmke eine besonders gute Akustik.

Fenster können abgedunkelt werden

Im Frühjahr soll der 26,5 Millionen Euro teure Erweiterungsbau mit seinen rund 5000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche eröffnet werden, kündigte Bildungsdezernentin Weber an. Damit erhält die Schule am Ried eine Mensa samt Küche. Rund 750 Schüler können in der Kantine in drei Schichten versorgt werden. Im Erdgeschoss entstehen zudem Räume für den Elternbeirat, die Jugendhilfe, ein Lager und eine Werkstatt. Im Obergeschoss wird eine offene Lernfläche geschaffen, die sich mit Glasfassaden zum Lichthof öffnet. Unterrichtsräume für die Oberstufe entstehen und Räume für Lehrkräfte.

Auf dem Dach sollen Solaranlagen installiert und der Rest des Dachs soll begrünt werden. Es ist nicht die einzige Klimaanpassung. „Jedes Fenster wird sich abdunkeln lassen, damit sich die Räume im Sommer nicht so aufheizen“, sagt Weber. Außerdem werde im Passivhausstandard gebaut, einer besonders energieeffizienten Bauweise. „Der ist ja in Frankfurt bei Schulbauten schon länger Standard und zahlt sich mittlerweile aus.“ Alle Räume werden mit Lüftungsanlagen belüftet, die Fenster ließen sich aber auch öffnen.

Stadt Frankfurt: Budget wird eingehalten

So wie es aussehe, komme das Projekt mit seinem Budget von 26,5 Millionen Euro aus, sagte Sigrid Eichler, Leiterin des Amts für Bau und Immobilien. Auch, weil sich die Baupreise stabilisiert hätten und weil die Stadt einen Puffer von 10 bis 15 Prozent eingeplant habe. Ursprünglich hatte die Stadt mit rund 13 Millionen Euro für die Erweiterung gerechnet. 2020 wollte sich der Magistrat dann aber mit der Bau- und Finanzierungsvorlage 26,5 Millionen Euro genehmigen lassen. Das Revisionsamt empfahl damals den Stadtverordneten, die Vorlage abzulehnen. Die enorme Kostensteigerung sei der „extravaganten Architektur“, geschuldet. Als Beispiel verwiesen die Revisoren auf die Glaskuppel, auch die Bühnentechnik entspreche eher den Anforderungen einer kommerziellen Konzerthalle als einer schulischen Aula.

Die Stadt verteidigte ihre Planung. Die Kosten seien höher als bei anderen Schulbauprojekten in anderen Städten, da im Passivhausstandard gebaut werde. Bei dem Erweiterungsbau handle es sich zudem nicht um ein normales Schulgebäude mit überwiegend Klassenzimmern, sondern um ein Gebäude mit einer Aula, mit Bühne und Mensa. Die Räume seien außerdem so dimensioniert, dass sie nicht nach wenigen Jahren schon wieder zu klein seien. Die Stadtverordneten stimmten der 26-Millionen-Vorlage letztlich zu. Hätten sie abgelehnt, hätte wohl die gesamte Planung neu aufgerollt werden müssen.

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