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Schule in Bockenheim soll Namen von Tony Sender tragen

  • Matthias Bittner
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SPD-Politikerin setzte sich Zeit ihres Lebens für Frauenrechte ein

Genau genommen ist die Neue Gymnasiale Oberstufe gar nicht mehr so neu - nur hat sie noch keinen Namen. Gestartet als Außenstelle der Max-Beckmann-Schule und der ersten Station auf dem Riedberg, ist vor Jahren eine Bleibe in der Voltastraße 1 bezogen worden. Langfristig soll das Oberstufengymnasium eine Heimat im Gallus haben, wo ein Bildungscampus entsteht. "Das wird aber noch zehn Jahre dauern", sagte Schulleiter Marcus Bohnenberger in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald). Mit Schülern und Kollegen war er gekommen, um den Namenswunsch vorzustellen.

Weil es rechtlich bislang nicht möglich gewesen sei, einen eigenen Namen zu tragen, heiße man immer noch NGO. Jetzt sei aber der Zeitpunkt gekommen. In einem im Schuljahr 2018/2019 begonnen Auswahlverfahren habe man sich schließlich einstimmig auf eine Person geeinigt, deren Name die Schule tragen soll: Tony Sender. 15 Persönlichkeiten hatten auf der Liste gestanden, schnell habe sich aber herauskristallisiert, dass die SPD-Politikerin am besten zum Leitbild der Schule passe: Wiedererkennung, Lebensleistung, Bezug zu Frankfurt, gesellschaftliches und politisches Engagement sowie interkulturelles und wissenschaftliches Wirken seien, so Schülerin Kewa Demir, wichtige Aspekte gewesen.

Toni Sender (1888 - 1964) engagierte sich in der Arbeiterrätebewegung, trat in die SPD ein und war von 1919 bis 1924 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Von 1920 wurde sie Mitglied des Reichstags und von 1927 bis 1933 dessen Abgeordnete. Zeit ihres Lebens setzte sich Tony Sender vehement für die Frauenfrage ein. Wegen ihres politischen Engagement bekam sie Morddrohungen, so dass sie Deutschland 1933 in Richtung Amerika verließ. Dort arbeitete sie bei den United Nations in verschiedenen Projekten, ihre Hauptaufgabe war in der Menschenrechtskommission und in der Kommission für die Rechtsstellung der Frau.

Der Ortsbeirat stimmte bei nur einer Enthaltung dem Vorschlag zu. Jetzt müssen also nur noch die Stadtverordneten ihr Einverständnis zur Tony-Sender-Schule geben. bit

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