Planungsrahmen für Frankfurt

Schulen sollen größer und besser werden

  • Julia Lorenz
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Stadtverordnete müssen den neuen Plänen noch zustimmen. Dies soll im Januar geschehen.

Frankfurt -Heute sehen Schulen von innen meist so aus: Es gibt lange Flure, von denen die einzelnen Klassenräume abgehen. Unterrichtet hinter verschlossenen Türen, der Lehrer steht an der Tafel, die Schüler hören zu. Die Flure sind verwaist.

Doch dieses Bild soll in Frankfurt bald der Vergangenheit angehören. Der Magistrat hat einen neuen Planungsrahmen für weiterführende Schulen beschlossen. Neue Schulen sollen größer, vielfältig nutzbarer und behindertengerecht werden und, wenn erwünscht, ein anderes Lernen und Arbeiten ermöglichen.

Veraltete Vorgaben

"Mit dem Beschluss des neuen Planungsrahmens stellen wir die Weichen für den weiterführenden Schulbau des 21. Jahrhunderts in Frankfurt und legen die Leitlinien für die anstehenden Neubauten von Gymnasien und Gesamtschulen fest", teilte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) gestern mit. Das neue Modell wurde seit September 2018, unterstützt vom Kölner Büro Schneider-Meyer, erarbeitet. Wie in den Schulentwicklungsplänen festgehalten ist, sollen in den kommenden Jahren 14 neue Gymnasien und Gesamtschulen gebaut werden.

Der letzte Planungsrahmen für Gymnasien stammt aus dem Jahr 2009, der für Gesamtschulen ist ein Jahr jünger. Doch die Anforderungen an Schulen haben sich in den vergangenen Jahren verändert: Integration, Inklusion, Ganztag - alles muss berücksichtigt werden.

"Es geht heute um nicht weniger als einen Lebensort für Lehrende und Lernende, die den ganzen Tag in diesen Gebäuden verbringen", so die Bildungsdezernentin. "Es geht um Aufenthaltsqualität, um Rückzugsräume, Differenzierungsräume, klassenübergreifende Kooperation, erfahrungsorientiertes Lernen und multiprofessionelle Teamentwicklung." Der Schulbau von heute müsse "zeitgemäßes pädagogisches Arbeiten" ermöglichen, Abwechslung in den Schulalltag bringen und "mehr Freude am Lernen" vermitteln.

Bei dem vorgelegten Konzept handelt es sich aber lediglich um einen Rahmen, der eine Quadratmeter-Obergrenze vorgibt, die die Schulen nach ihren eigenen Profilen und pädagogischen Vorstellungen ausfüllen können. Fest steht nur: Ein Gymnasium soll künftig 10,9 Prozent mehr Fläche haben, sprich: ein sechszügiges Gymnasium kann dann bis zu 10 000 Quadratmeter groß sein. Gesamtschulen wachsen um 6,9 Prozent, so dass eine vierzügige Gesamtschule dann 5300 Quadratmeter umfasst. Wie die Schulen die Fläche aufteilen, ist ihnen jedoch selbst überlassen. So können sich Gymnasien etwa für offene Lernbereiche wie breite große Flure entscheiden, an die kleinere Klassenräume angeschlossen sind oder für große Klassenräume mit angegliederten Differenzierungsräumen. Alles ist möglich.

Räume und Flächen effizienter nutzen

"Es geht aber nicht nur um mehr Fläche, sondern auch um eine effizientere Nutzung bestehender Flächen über den ganzen Schultag", so Weber. So seien heute Räume wie etwa die Cafeteria oder Bibliothek oft nur teilgenutzt oder monofunktional. Das soll es künftig nicht mehr geben. Alle Räume sollen multifunktional und ganztägig genutzt werden. Zudem sollen sich die Schulen dem Stadtteil öffnen und Räume - nicht nur die Sporthallen - an Dritte vermieten können.

In sieben Jahren soll nach Angaben der Bildungsdezernentin der neue Planungsrahmen evaluiert und gemachte Erfahrungen ausgewertet werden. Nach spätestens zehn Jahren soll eine Weiterentwicklung des Planungsrahmens den politischen Gremien vorgelegt werden.

Doch jetzt muss erst einmal dieser neue Planungsrahmen von den Stadtverordneten beschlossen werden. Dies soll im Januar geschehen. Julia Lorenz

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